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Dschungelkind

Dschungelkind

Deutschland 2010 - mit Thomas Kretschmann, Nadja Uhl, Stella Kunkat, Sina Tkotsch ...

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Roland Suso Richter
Kinostart:17.02.2011
Produktionsland:Deutschland 2010
Laufzeit:ca. 131 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.dschungelkind-film.de
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In dem Bestseller "Dschungelkind" hat Sabine Kuegler ihre Erfahrungen, als Kind im Dschungel von West-Papua aufzuwachsen, verarbeitet. Regisseur Roland Suso Richter hat sich nun der schwierigen Aufgabe angenommen, den umfangreichen Stoff in einen zweistündigen Kinofilm zu verarbeiten. Das Ergebnis kann in vielerlei Hinsicht überzeugen, offenbart doch auch immer wieder einige Schwächen, deren Ursprünge zum Teil schon in der Vorlage zu finden sind.

Mit gerade einmal acht Jahren muss Sabine (Stella Kunkat) mit ihren Eltern Doris (Nadja Uhl) und Klaus (Thomas Kretschmann) und ihren beiden Geschwistern nach West-Papua auswandern. Klaus erforscht dort als Sprachwissenschaftler die Sprache eines völlig zurückgezogen lebenden Eingeborenenstammes, was mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Zwar nimmt die Familie viel von ihren Traditionen und Erinnerungsstücken mit in diese Fremde, doch das Leben fernab der bekannten Zivilisation stellt sich immer wieder als große Herausforderung dar. Sie müssen lernen, die Regeln und Lebensweise des Stammes zu verstehen und zu akzeptieren und dürfen dabei ihre eigenen Vorstellungen von Moral und Recht ihren Gastgebern nicht aufdrücken, so schwer ihnen das in einigen Situationen auch fallen mag. Mit der Zeit wird die Familie und ganz besonders Sabine zu einem Teil dieser Zivilisation und als sie als Sechzehnjährige (Sina Tkotsch) nach Deutschland zurück kehrt, muss sie feststellen, dass nun die einstige Heimat für sie als "Dschungelkind" zur Fremde geworden ist…

Roland Suso Richter ("Dresden", "Das Wunder von Berlin") hat die Erinnerungen von Sabine Kuegler in schöne Bilder umgesetzt, die eine gewisse Dschungel-Romantik suggerieren, die eventuell als ein wenig naiv gedeutet werden könnte. Zwar werden die kulturellen Gegensätze schon sehr gut herausgearbeitet, doch bleibt am Ende das Gefühl, dass ein etwas kritischerer Blick – auch auf die Buchvorlage – der Inszenierung gut getan hätte. Denn, und das ist das eigentliche Problem des Films, der Blick auf das Leben im Dschungel und unserer Gesellschaft wirkt dann doch etwas einseitig und vor allem arrogant. Denn sämtliche Szenen, die jenseits der "neuen" Heimat von Sabine und ihrer Familie spielen, sind in ansprechendem Grau gehalten, die Menschen sind ignorant und unfreundlich und das, was sich Zivilisation nennt, ist in Wirklichkeit von weniger Menschlichkeit erfüllt, als das Leben unter "Wilden". Natürlich mag darin etwas Wahrheit stecken und natürlich sieht das die Hauptfigur des Films so. Das aber auf derart plumpe, einfallslose Art in Szene zu setzen, lässt Sabine als arrogantes und wenig unsympathisches Gör erscheinen, deren Geschichte dadurch auch weitaus weniger interessant wird.

Auch wenn die Bilder, die Kameramann Holly Fink eingefangen hat, auf der großen Leinwand ihre volle Kraft entfalten können, so wirkt der Film insgesamt eher wie eine gute TV-Produktion. Dass Richter in den letzten Jahren vornehmlich fürs Fernsehen gearbeitet hat, ist gerade in der dramaturgischen Umsetzung des Stoffes spürbar. Die Darsteller agieren allesamt eher "klein", womit jetzt nicht zurückhaltend gemeint ist, sondern eher das eigentliche Potential von Schauspielern wie Nadja Uhl und Thomas Kretschmann betreffend. Es entsteht einfach viel zu selten eine einnehmende Atmosphäre, um den Zuschauer über zwei Stunden lang zu unterhalten. Ein paar schöne Bilder reichen da einfach nicht aus. Sicherlich, wer die Bücher von Sabine Kuegler geliebt hat, der wird auch das notwendige Interesse für diesen Film aufbringen. Doch die an sich interessante Geschichte hätte auf jeden Fall spannender und vor allem differenzierter erzählt werden können. Denn richtig warm wird man mit diesem "Dschungelkind" nur schwer...

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Dschungelkind (Deutschland 2010)"
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