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Ein grosses Ding - DVD

Ein grosses Ding - DVD

Deutschland 1999 - mit Richy Müller, Jürgen Vogel, Katja Flint, Fiona Coors, Ulrike Kriener ...

Filminfo

Genre:Drama, Thriller
Regie:Bernd Schadewald
Verkaufsstart:02.08.2013
Produktionsland:Deutschland 1999
Laufzeit:ca. 172 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:2
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:Keine
Bildformat:16:9 (1.78:1)
Extras:Keine
Regionalcode:2
Label:Turbine Classics
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Amazon Link : Ein grosses Ding - DVD

Film: Am 16. August 1988 überfielen Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner eine Filiale der Deutschen Bank im nordrhein-westfälischen Gladbeck. Der Überfall verläuft nicht nach Plan und bald schon befinden sich die Gangster mit zwei Geiseln auf der Flucht, die erst zwei Tage später auf der A3 bei Bad Honnef ein blutiges Ende findet. Nach dieser Geiselnahme steht nicht nur der Polizeieinsatz, den die Geisel Silke Bischoff mit dem Leben bezahlen musste, sondern auch das Verhalten der berichterstattenden Medien im Kreuzfeuer der Kritik. Die Aufarbeitung des Geiseldramas fand nicht nur vor der Justiz, in Zeitungen und Reportagen statt. Auch Filmemacher haben sich seit den frühen 1990ern immer wieder an einer Verfilmung der Ereignisse versucht. Die wohl gelungenste Version ist der frei an das Geiseldrama angelegte TV-Zweiteiler von Bernd Schadewald aus dem Jahr 1999, der jetzt erstmals in ungekürzter Fassung auf DVD erschienen ist.

"Ein grosses Ding" ist zwar eine fiktive Version der Ereignisse, für die nicht nur die Namen der Beteiligten, sondern auch die Orte geändert wurden. Aus Degowski und Rösner wurden bei Schadewald der Ex-Knacki Hans Georg Pauler (Richy Müller) und sein Kumpane Ulrich Raffcyk (Jürgen Vogel), die in Harburg eine kleine Bankfiliale überfallen. Als die Polizei das Gebäude umstellt, verschanzen sich die Gangster zunächst mit den beiden Bankangestellten Anna Klages (Katja Flint) und Kristin Bauer (Fiona Corrs) in der Bank, bevor sie mit den beiden Frauen als Geiseln im Schlepptau in einem Fluchtwagen quer durch die Republik gejagt werden. Dabei hängt ihnen nicht nur die Polizei dicht auf den Fersen. Auch die Sensationspresse verfolgt die Geiselnehmer auf Schritt und Tritt. Und durch diese Belagerung droht die Situation bald schon zu eskalieren.

Bernd Schadewald hat sich natürlich einige dramaturgische Freiheiten genommen, um die Geschichte etwas filmischer erzählen zu können. So hat er auch einige Figuren dazu erfunden, die es so in Wirklichkeit nicht gegeben hat. Doch in den entscheidenden Momenten hält er sich sehr eng, beinahe schon dokumentarisch an die Wahrheit. Es ist schockierend, dass dies ausgerechnet die Szenen sind, die so unglaublich, so überzogen wirken. An diesen Stellen hat die Wirklichkeit die Geschichte auf wirklich grausame Weise mitgeschrieben, was Schadewald in eine deutliche Kritik gegen die bis heute ungebrochene Sensationsgier der Medien verwandelt hat.

Doch in erster Linie ist "Ein grosses Ding" ein spannender und gut gespielter Thriller, der zwar einige kleine Längen aufweist, insgesamt aber auch nach knapp fünfzehn Jahren noch zu packen weiß. Es ist schön, das nach einer deutlich gekürzten Heimkinovariante jetzt endlich der komplette Zweiteiler zu haben ist. Dafür gibt es ein mehr als verdientes: Sehenswert!

Bild + Ton: Dass es sich bei dem Film um eine TV-Produktion handelt, die beinahe schon 15 Jahre alt ist, ist der Bild- und Tonqualität der DVD durchaus anzumerken. Es gibt immer wieder leichte Unschärfen oder Bildgrieseln. Trotzdem bleibt am Ende angesichts des Alters ein recht positiver Gesamteindruck, der sich auch bei dem eher unspektakulären, aber gut verständlich abgemischten Stereo-Sound fortsetzt. Wer nicht mehr erwartet, als ordentliche TV-Qualität, dürfte von der audiovisuellen Umsetzung nicht enttäuscht werden.

Extras: Bonusmaterial hat die DVD leider nicht zu bieten.

Fazit: "Ein grosses Ding" ist eine spannende und beklemmende filmische Annäherung an das Geiseldrama von Gladbeck. Filmemacher Bernd Schadewald hat 1999 einen packenden TV-Zweiteiler inszeniert, der jetzt erstmals in seiner ungekürzten Fassung auf DVD erhältlich ist. Dabei funktioniert der gut besetzte Film auch nach all den Jahren noch immer hervorragend als Thriller, aber auch als Medienkritik und Psycho-Drama. Ein guter Film, der trotz diverser dramaturgischer Freiheiten die wahren Hintergründe sehr authentisch widergibt. Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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