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Januar 2019
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Einmal Hans mit scharfer Soße

Einmal Hans mit scharfer Soße

Deutschland 2013 - mit Idil Üner, Adnan Maral, Şiir Eloğlu, Sesede Terziyan, Julia Dietze, Max von Thun u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Komödie
Regie:Buket Alakus
Kinostart:12.06.2014
Produktionsland:Deutschland 2013
Laufzeit:ca. 95 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.einmalhansmitscharfersosse-derfi
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Hatice (Idil Üner) führt eigentlich ein sehr unabhängiges Leben als ambitionierte Journalistin in der Großstadt. Währe da bloß nicht das anatolische Dorf, das sich immer wieder in ihrem Hinterkopf lautstark zu Wort meldet und sie an die Traditionen ihrer Familie erinnert. Traditionen, auf deren Einhaltung besonders ihr Vater Ismail (Adnan Maral) großen Wert legt. Und so steht es für ihn auch außer Frage, dass seine jüngste Tochter Fatma (Sesede Terziyan) vor Hatice heiraten darf. Zu dumm nur, dass Fatma schwanger ist und sich das nicht mehr lange geheim halten lässt. Darum muss Hatice ihrer Familie jetzt ganz schnell einen Schwiegersohn präsentieren, um ihre kleine Schwester vor Schmach und Schande zu bewahren. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn einen Türken will Hatice auf keinen Fall. Aber auch ein typisch deutscher Mann soll es nicht sein. Vielmehr sucht sie eine Mischung aus Beidem, einen "Hans mit scharfer Soße" eben. Aber wie soll sie so einen Mann, der ihren Vorstellungen gerecht wird und von ihrem Vater abgesegnet wird, in der kurzen Zeit nur finden?

Der biografische Roman "Einmal Hans mit scharfer Soße" der deutsch-türkischen Journalistin und Schriftstellerin Hatice Akyün, erfreute sich derart großer Beliebtheit, dass dem Buch noch zwei Fortsetzungen folgten. Mit viel Ironie beleuchtet Akyün in ihren Büchern ihr deutsch-türkisches Leben, wobei sie, wie auch in ihren anderen Arbeiten, Themen wie Integration, Traditionen und Fremdenfeindlichkeit beleuchtet. Dass ihr diese Themen sehr am Herzen liegen, hat sie auch dadurch gezeigt, dass sie sich immer wieder in den hitzigen Migrations-Debatten zu Wort meldet und 2011 mit dem Berliner Integrationspreis ausgezeichnet worden ist.

Es ist schade, dass von Akyüns Engagement und ihren guten Intentionen in der Verfilmung ihres Buches nicht mehr viel übrig geblieben ist. Trotz einer sehr charismatischen Hauptdarstellerin und einigen netten Ideen ist die Adaption von Regisseurin Buket Alakus ("Eine andere Liga") leider nicht mehr, als eine seichte Multi-Kulti Komödie, die statt auf bissige Ironie oder das hintersinnige Spiel mit Vorurteilen eher auf abgenutzte Stereotypen und plumpe Klischees setzt. Das mag in den ersten Minuten noch witzig und auch irgendwie charmant sein. Man merkt der Inszenierung auch durchaus an, dass alle Beteiligten das Herz am rechten Fleck haben und wirklich gute Ambitionen haben. Doch insgesamt funktioniert die Umsetzung einfach nicht, da ihr neben einer ausgefeilten Geschichte auch jede Form von Biss und Tiefgründigkeit fehlen.

Das hat zur Folge, dass das Geschehen irgendwann einfach nur noch müde dahin plätschert und sich die Handlung ständig im Kreis zu drehen scheint.  Für nette Fernsehunterhaltung, als die diese Koproduktion mit dem NDR und Arte ganz offensichtlich auch konzipiert ist, mag das ja noch ausreichen. Doch für einen Kinobesuch bietet die Komödie einfach zu wenig, um den Eintrittspreis zu rechtfertigen. Da reichen charismatische Darsteller und ein paar gute Lacher einfach nicht aus. Im Interview im Presseheft zum Film erklärt Buket Alakus, dass sie von dem Roman so angetan gewesen wäre, weil Akyün hier das Bild einer modernen deutsch-türkischen Frau zeichnet und es viel Humor und Ironie ein wichtiges Buch für Deutschtürkinnen der zweiten und dritten Generation geschaffen hat. Doch um das auch mit der Filmversion erreichen zu können, hätte "Einmal Hans mit scharfer Soße" sehr viel unkonventioneller, bissiger und von den üblichen Klischees losgelöster sein müssen. So ist der Film eben nur eine leichte Komödie, der es wie dem Hans im Titel an scharfer Soße fehlt und die keinerlei Nachhaltigkeit besitzt. Und dafür gibt es dann eben auch nur ein: Bedingt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Einmal Hans mit scharfer Soße (Deutschland 2013)"
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