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Dezember 2018
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Er ist wieder da

Er ist wieder da

Deutschland 2015 - mit Oliver Masucci, Fabian Busch, Christoph Maria Herbst, Katja Riemann u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Komödie
Regie:David Wnendt
Kinostart:08.10.2015
Produktionsland:Deutschland 2015
Laufzeit:ca. 115 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.eristwiederda.de
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Was wäre wenn…? Mit dieser eigentlich sehr einfachen Ausgangssituation hat Autor Timur Vermes 2012 für großes Aufsehen gesorgt. Das Ergebnis waren über 2 Millionen verkaufte Exemplare von "Er ist wieder da" in Deutschland und die immer wieder aufkommende Frage: Darf man sich über einen Menschen wie Adolf Hitler lustig machen? Die bitterböse Satire von Vermes gibt darauf eine ganz klare Antwort: Ja, wenn das Ganze nicht einfach purer Klamauk und einfallsloser Slapstick ist, sondern auch zum Nachdenken und zum Erinnern anregt. Denn auch wenn sich Viele das nicht eingestehen wollen, sind Hitlers Verbrechen und das furchtbare Gedankengut, das er verbreitet hat, noch längst nicht komplett aufgearbeitete Vergangenheit, sondern in manchen Köpfen leider immer noch tiefverankerte Realität. Und dem kann und muss man auch mit Satire begegnen.

Doch lässt sich ein recht vielschichtiges Buch wie dieses auch adäquat verfilmen? Die Antwort lautet leider Nein. Keine Frage, mit David Wnendt ("Kriegerin", "Feuchtgebiete") wurde ein hochgradig talentierter Regisseur gefunden, der den Mut hatte, sich in bestimmten Aspekten deutlich von der Buchvorlage zu lösen, um etwas ganz eigenes mit zeitpolitischer Relevanz zu schaffen. Dabei bleibt die Geschichte im Kern die gleiche: 70 Jahre nach seinem Ableben erwacht Adolf Hitler (Oliver Masucci) im Berlin der Gegenwart, wo er durch einen Zufall von dem jungen Filmemacher Fabian (Fabian Busch) entdeckt wird, mit dessen Hilfe er zum Fernsehstar wird. Der Film hat viele sehr gelungene Aspekte. Oliver Masucci etwa verschwindet völlig in seiner Rolle, die er angenehm klischeefrei spielt. Zudem funktioniert das Ganze als bissige Medien- und Gesellschaftssatire in einigen Momenten richtig gut.

Dabei schafft es Wnendt auf fast schon erschreckende Art zu zeigen, wie leicht Hitler durch ein gewisses Charisma und Redegewandtheit ("Irgendwie hat er ja recht mit dem, was er sagt") wieder populär werden könnte, auch wenn alle davon ausgehen, dass es sich bei ihm um einen Comedian handelt, der den Führer lediglich parodiert. Hier spielt der Film eine ganz große Stärke aus und macht auch wirklich nachdenklich, ohne dabei seinen Unterhaltungswert aufzugeben. Problematisch wird die Inszenierung nur dann, wenn in die Spielszenen dokumentarische Szenen eingewoben werden, in denen sich "Hitler" unters einfache Volk gemischt hat. Hier entwirft der Film ein zu einseitiges Bild vom typisch braunen Deutschen, der entweder durch zu hohen Alkoholkonsum oder mangelnde Bildung irgendwelchen rechten Mist von sich gibt. Das stößt dann etwas bitter auf, wenn in solche Szenen u.a. auch Bilder von der WM-Fanmeile eingeschnitten werden. So werden grölende Fans, die enthusiastisch die Deutschland-Fahne schwenken, (ganz gleich ob gewollt oder nicht) sofort in die rechte Ecke geschoben. Inmitten einiger wirklich erschreckend entlarvender Sequenzen wirkt so ein Zusammenschnitt einfach etwas billig. Nicht jeder, der stolz auf sein Land ist, ist gleichzeitig auch rechts und würde Hitler, wenn er tatsächlich zurückkehren würde, gedankenlos folgen.

Davon abgesehen fallen auch einige Gags in den Spielszenen äußerst flach aus und lassen die satirische Tiefe der Buchvorlage vermissen. Die Idee, dass das Ganze zum Ende hin zu einem Film im Film wird, ist dagegen eine sehr clevere Entscheidung, die einige Schwächen durchaus ausgleichen kann. Doch insgesamt bietet "Er ist wieder da" ein etwas unausgewogenes Gesamtbild. Einige großartige Momente und ein wirklich guter Oliver Masucci stehen da arg flachen Gags und (mit wenigen Ausnahmen) zu einseitiger Ausrichtung in den dokumentarischen Szenen gegenüber. Viele richtig gute Möglichkeiten bleiben dabei ungenutzt oder werden zu zögerlich umgesetzt. Dennoch: die guten Momente überwiegen am Ende und machen den Film trotz einiger Hänger durchaus noch sehenswert. Denn alleine die Tatsache, dass der Film auf einer sehr wichtigen Ebene zum Nachdenken und Diskutieren anregt, rechtfertigt den Kauf einer Kinokarte auf jeden Fall!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Er ist wieder da (Deutschland 2015)"
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