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Dezember 2018
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Evil Dead

Evil Dead

USA 2012 - mit Jane Levy, Shiloh Fernandez, Jessica Lucas, Lou Taylor Pucci, Elisabeth Blackmore u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Evil Dead
Genre:Horror
Regie:Fede Alvarez
Kinostart:16.05.2013
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 91 Min
FSK:ab 18 Jahren
Webseite:www.evildead.de
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Im Jahr 1978 gingen die Freunde Sam Raimi, Bruce Campbell und Robert Tapert mit einer Kamera und 1600 Dollar in der Tasche in ein Waldgebiet in Michigan, wo sie in einem Farmhaus den Kurzfilm "Within the Woods" drehten. Damit legten sie nicht nur den Grundstein für ihre eigenen Karrieren, sondern auch für ein sehr beliebtes Horror-Franchise. Denn kurze Zeit später konnte Raimi mit einem deutlich aufgestockten Budget von knapp 375.000 Dollar die Geschichte in Langform inszenieren, wobei auch Tapert wieder als Produzent und Bruce Campbell als Hauptdarsteller und Co-Produzent beteiligt waren. Das Ergebnis hieß "Evil Dead", ein klassischer Horrorfilm, der aufgrund seiner recht drastischen Gewaltdarstellung in Deutschland schnell beschlagnahmt und auf den Index gesetzt wurde.

Es folgten mit "Evil Dead 2" und "Armee der Finsternis" noch zwei Fortsetzungen, die deutlich humorvoller ausgefallen sind und aus Hauptfigur Ash eine der ganz großen Kultfiguren des Horror-Genres gemacht haben. Obwohl Sam Raimi mittlerweile mit Blockbustern wie den "Spider-Man" Filmen sich eher auf familienfreundlichere Unterhaltung spezialisiert hat, haben Fans die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er eines Tages wieder mit Ash in den dunklen Wald zurückkehrt und das Buch des Todes erneut öffnet. Dazu ist es bislang zwar noch nicht gekommen, aber immerhin haben sich Raimi, Campbell und Tapert zusammengetan, um eine Neuauflage ihres Klassikers zu produzieren.

Das Ruder hat dabei Fede Alvarez übernommen, der mit seiner Version von "Evil Dead" sein Langfilmdebüt abgeliefert hat. Mit einem stattlichen Budget von 17 Millionen Dollar im Neuseeländischen Auckland gedreht, stellt diese 2013er Version des Horror-Klassikers strenggenommen kein direktes Remake, aber auch keine klassische Fortsetzung dar. Vielmehr ist es eine sehr ähnliche Geschichte im gleichen Universum, die mit vielen netten Anspielungen auf das Original gespickt ist, gleichzeitig aber auch immer wieder eigene Wege geht. Im Kern ist die Geschichte gleich geblieben: David (Shiloh Fernandez), Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) und Natalie (Elisabeth Blackmore) fahren mit Davids drogenabhängiger Schwester Mia (Jane Levy) in eine abgelegene Waldhütte, wo Mia unter Aufsicht ihrer Freunde endgiftet werden soll. Doch der Drogenentzug entpuppt sich schnell als das geringere Problem, als die Gruppe im Keller des Hauses ein mysteriöses Buch finden, durch das sie ohne es zu ahnen böse Dämonen erwecken. Es beginnt ein Kampf gegen das Böse, der auf ganz besonders blutige Art ausgetragen wird…

"Evil Dead" macht viele Dinge richtig, die von den meisten zeitgenössischen Horror-Remakes falsch gemacht werden. Fede Alvarez hat fast vollständig auf Computereffekte verzichtet und vorrangig auf praktische Effekte, Make-up und Prothesen gesetzt. Und das funktioniert sehr, sehr gut. Selbst hartgesottene Horror-Fans dürfte es bei einigen Szenen etwas flau im Magen werden. Unterstützt von einer stimmigen Atmosphäre und einer stark am Original orientierten Kameraarbeit bietet "Evil Dead" zumindest visuell wirklich hervorragende Horror-Unterhaltung. Und auch den Darstellern muss zumindest teilweise Lob ausgesprochen werden. Denn während gerade Elisabeth Blackmore komplett blass und austauschbar bleibt, liefert Jane Levy ("Suburgatory") als junge Frau im Kampf gegen Drogen und Dämonen eine für dieses Genre wirklich erstklassige Leistung ab.

Trotzdem schafft es das Drehbuch nur bedingt, dass man sich als Zuschauer wirklich für die eher austauschbaren Charaktere interessiert. Zwar waren die Figuren auch im Original schon austauschbar und verfügten nicht unbedingt über einen charakterlichen Tiefgang. Alvarez hat die Chance, dieses Manko durch seine abgeänderte Storyline zu beheben, eben nur bei Mia, nicht aber bei ihren Mitstreitern genutzt. Und da er gerade zu Beginn mehr Wert auf den Aufbau einer Hintergrundgeschichte legt, als das bei Raimis Film der Fall war, fällt die Eindimensionalität seiner Charaktere natürlich deutlich offensichtlicher auf.

Davon abgesehen ist "Evil Dead" nicht nur ein gelungenes Remake (bzw. eine gelungene Neuinterpretation), sondern auch ein richtig guter Horrorfilm, der fast vollständig auf Humor verzichtet und stattdessen mit extremer Härte und ganz viel Blut zu schockieren versucht. Fans des Originals werden viele kleine Verweise auf den Kultfilm entdecken und sollten auch unbedingt bis nach dem Abspann im Kino sitzen bleiben. Wer viel Wert auf eine gute Story und ausgefeilte Charaktere liegt, der wird an dem Gemetzel nur wenig Freude haben können. Wer aber mal wieder einen Horrorfilm der alten Schule genießen möchte und dabei schon hart im Nehmen ist, der sollte sich die 2013er Version von "Evil Dead" nicht entgehen lassen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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