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Januar 2019
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Exit Marrakech

Exit Marrakech

Deutschland 2013 - mit Ulrich Tukur, Samuel Schneider, Hafsia Herzi, Josef Bierbichler u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Caroline Link
Kinostart:24.10.2013
Produktionsland:Deutschland 2013
Laufzeit:ca. 122 Min
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.exitmarrakech.de/
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Zwölf Jahre nach ihrem Oscar-Gewinner "Nirgendwo in Afrika" ist die preisgekrönte Filmemacherin Caroline Link auf den afrikanischen Kontinent zurückgekehrt. Von dort aus, genauer gesagt aus Marokko, erzählt sie wieder eine bewegende Geschichte vor faszinierender Kulisse. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der 17jährige Ben (Samuel Schneider), der die Ferien bei seinem Vater Heinrich (Ulrich Tukur), einem gefeierten Theaterregisseur, in Marrakesch verbringen soll. Ben ist davon wenig begeistert, ist ihm sein Vater doch noch fremder, als Marokko. Doch während die Zeit, die er mit Heinrich verbringt, eher dazu führt, dass sich Vater und Sohn nur noch weiter entfremden, lässt sich Ben immer mehr von der unbekannten Welt, die ihm Marrakesch offenbart, verzaubern. Als er sich in die schöne Karima (Hafsia Herzi) verliebt, fasst der Junge einen kühnen Entschluss: er folgt der jungen Frau in ihr abgelegenes Heimatdorf, in der Hoffnung, so das Land, die Menschen und ihre Kultur besser kennen zu lernen. Dabei vergisst er ganz, sich bei seinem Vater zu melden. Als dieser sich auf die Suche nach seinem Sohn macht, beginnt für beide eine Reise, die sie nicht nur durch ein fremdes Land führt, die ihnen dabei auch die Richtung weisen wird, in die ihr zukünftiges Verhältnis zueinander gehen wird…

"Exit Marrakech" ist ein Film über unterschiedliche Kulturen und ganz besonders über unterschiedliche Familienbilder. Auf der einen Seite ist die zerrüttete Familie von Ben. Die Eltern sind geschieden, er und sein Vater sind sich völlig fremd und eine Annäherung scheint fast unmöglich. Auf der anderen Seite Karimas Familie. Hier gibt es einen engen Zusammenhalt und obwohl sie als Frau von der Gesellschaft – und damit auch von ihrem Vater – Formen der Unterdrückung zu spüren bekommt, ist es für sie selbstverständlich, ihr verdientes Geld an die Familie abzugeben. Das Miteinander, das Ben bei Karimas Familie erlebt, ist für ihn völlig fremd, aber gleichzeitig könnte sie niemals verstehen, wie wenig sich der Junge dafür interessiert, seinen Vater oder auch seine Halbschwester besser kennen zu lernen.

Interessant ist auch die Auseinandersetzung mit kulturellen Gegensätzen. Wie viel Sinn macht es, das, was wir als Hochkultur ansehen, in ein Land zu bringen, das die Welt mit ganz anderen Augen sieht, andere Werte und Sorgen hat? Gerade zu Beginn wird diese Frage aufgeworfen, was gerne noch etwas mehr vertieft hätte werden können. Doch mehr und mehr rückt die Vater-Sohn-Geschichte in den Mittelpunkt und im letzten Drittel werden alle anderen Aspekte der Geschichte nahezu komplett ausgeblendet. Der Film ist handwerklich tadellos inszeniert, sehr gut gespielt und wunderbar gefilmt. Das steht außer Frage. Doch gerade nach "Nirgendwo in Afrika" und "Im Winter ein Jahr" hätte man von Caroline Link einen Film mit einer ähnlichen emotionalen Wucht erwartet. Und die bleibt hier leider aus.

Die Geschichte, die Link hier erzählt, ist schön und hat auch ganz wunderbare Momente. Doch sie ist nicht stark genug, um den Film über zwei Stunden lang zu tragen und um die ganz großen Gefühle beim Zuschauer auszulösen. Es gibt immer wieder Szenen, in denen plätschert die Geschichte einfach nur nett vor sich hin, was auf Dauer allerdings ein wenig zäh oder für manche Zuschauer vielleicht sogar etwas langweilig wirken kann. "Exit Marrakech" ist ein schöner Film. Aber er ist nicht das mitreißende Werk geworden, das nach Links sehr bewegenden Vorgängern zu erwarten war. Wem aber eine hübsche Geschichte und wunderbare Bilder aus Marokko reichen, dem kann "Exit Marrakech" durchaus ans Herz gelegt werden. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Exit Marrakech (Deutschland 2013)"
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