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Fifty Shades of Grey

Fifty Shades of Grey

USA 2015 - mit Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eloise Mumford, Luke Grimes, Rita Ora u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Fifty Shades of Grey
Genre:Romantik, Drama
Regie:Sam Taylor-Johnson
Kinostart:12.02.2015
Produktionsland:USA 2015
Laufzeit:ca. 125 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.fiftyshades-film.de
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Es ist eigentlich nie ein gutes Zeichen, wenn ein Verleih alles dafür tut, damit die Presse im Vorfeld nicht über einen Film berichten kann und stattdessen in einschlägigen Medien und Onlineportalen unzählige Anzeigen geschaltet werden, die diesen Film quasi ins kollektive Bewusstsein prügeln. Dies ist bei "Fifty Shades of Grey" auf besonders extreme Art der Fall, denn schließlich wollen sich die Verantwortlichen den extremen Hype um die Verfilmung des Millionensellers doch nicht durch negative Berichterstattung kaputtmachen lassen. Außerdem ist der Film ja nicht für die Kritiker, sondern für die Fans gemacht – und die sollen ja in Scharen in die Kinos gelockt werden. Ganz treue Fans des Buches reagieren dann auch schon mal äußerst ungehalten, wenn man leise Kritik an der Qualität der Romane und der Verfilmung äußert. Es scheint nur zwei Lager zu geben: Die, die das Buch lieben (obwohl viele von ihnen zugeben, dass es aus rein literarischer Sicht schlecht ist, aber eben trotzdem viel Spaß macht) und die, die alles, auf dem "Fifty Shades of Grey" steht, ablehnen und richtiggehend hassen. Es ist gerade diese extreme Polarisierung und die extreme Geheimhaltung von Seiten des Verleihs, die eine sachliche Besprechung des Films zu einer echten Herausforderung macht.

Denn eigentlich scheint eine Filmkritik zu "Fifty Shades of Grey" durch die klar verteilten Fronten völlig unnötig zu sein. Wer das Buch liebt, sieht in allen Kritikern ohnehin nur "Hater" und "Trolle", die ihnen die Freude an der Geschichte nicht gönnen wollen. Und wer das Buch nicht mag, der wird niemals glauben wollen, dass es vielleicht auch positive Seiten an diesem extrem gehypten Phänomen, von dem selbst Baumärkte (!) profitieren, geben mag. Dennoch soll hier der Versuch unternommen werden, den Film möglichst unbefangen als das zu bewerten, was er ist: leichte Unterhaltung, die ganz eindeutig auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet ist. Funktioniert die Bestsellerverfilmung als solche? Ist der Film wirklich nur etwas für Frauen? Bieten die 20 Minuten an Sexszenen tatsächlich prickelnde Erotik oder doch nur unterkühlte Prüderie?

Die Geschichte selbst spielt dabei wie im Buch nur eine untergeordnete Rolle, ist sie doch sehr einfach konstruiert: Als die 21jährige Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) als Gefallen für ihre erkrankte Freundin Kate (Eloise Mumford) ein Interview für die Universitätszeitung mit dem schwerreichen Jungunternehmer Christian Grey (Jamie Dornan) übernimmt, ahnt sie nicht, dass sich durch dieses Treffen ihr Leben für immer verändern wird. Zunächst ist sie von dem herablassenden Auftreten des Milliardärs eingeschüchtert und abgestoßen, fühlt sich aber gleichzeitig von seinen unverblümten Anzüglichkeiten auf eine für sie bislang unbekannte Art angezogen. Nachdem das Interview nicht ganz verläuft, wie es Ana erwartet hatte, geht sie davon aus, Christian niemals wieder zu sehen. Doch weit gefehlt. Denn auch der attraktive Entrepreneur ist von der Studentin extrem angetan und möchte sie unbedingt wiedersehen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine heiße Affäre, bei der Christian Anastasia in eine Welt voller sexueller Abgründe entführt, die sie eine ganz neue Art der Leidenschaft erleben lassen. Doch lässt sich auf diese Art von sexueller Unterwerfung auch eine echte Beziehung aufbauen? Oder ist Christian Grey zu echter Liebe vielleicht gar nicht fähig?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Aus rein handwerklicher Sicht ist "Fifty Shades of Grey" kein schlechter Film. Die atmosphärische Kameraarbeit von Seamus McGarvey ("Abbitte", "The Avengers"), die stimmungsvoll ausgewählte Musik und die Regie hinterlassen einen recht positiven Eindruck, auch wenn man an manchen Stellen deutlich merkt, dass Autorin E. L. James der Regisseurin Sam Taylor-Johnson ("Nowhere Boy") kaum kreative Freiheiten bei der Ausarbeitung der Figuren gegönnt hat. Zudem gelingt es gerade Dakota Johnson recht gut, der Figur Anastasia Steele einen ganz eigenen, interessanteren Charakter zu verleihen, als das im Buch der Fall war. Die Wandlung, die Ana im Verlauf des Films durchlebt, stellt die Tochter von Don "Miami Vice" Johnson ebenso glaubhaft dar, wie die Mischung aus Neugierde, Lust und Verlangen, die Christian in ihr erweckt – auch wenn sie gerade in der ersten Filmhälfte etwas zu oft bei kleinsten Anlässen anfängt, schwer zu atmen. Auch einige der Nebendarsteller schlagen sich gemessen an dem Material, mit dem sie zu arbeiten hatten, recht gut, was im Zusammenspiel mit den Bildern und der Musik für einige durchaus sehenswerte Momente sorgt. Einzig Jamie Dornan bleibt als Christian Grey relativ blass. Das charismatische Alphatier, das diese Figur eigentlichs ein sollte, nimmt man ihm nicht wirklich ab. Seine Antwort auf Anas Frage, ob sie jetzt miteinander schlafen würde, ist daher auch eher unfreiwillig komisch, als sexy.

Das größte Problem des Films ist zweifelsohne das Drehbuch, auf das E. L. James einen zu großen Einfluss gehabt hat. Auch wenn sie durch die Bücher erfolgreich und wohlhabend geworden ist, macht das aus ihr noch lange keine gute Schriftstellerin. Man darf dabei nie vergessen, dass "Fifty Shades" ursprünglich "Twilight"-Fan Fiction war, in der die Autorin als Snowqueen`s Icedragon ihrer Fantasie über die erotischen Abenteuer von Bella Swan und Edward Cullen, angereichert mit heißen Fesselspielchen, ausgelebt hat. Auch wenn die daraus entstandene Trilogie für viele Leserinnen einen ganz besonderen Reiz und einen hohen Unterhaltungswert hat, wird Niemand abstreiten können, dass es sich bei den millionenfach verkauften Büchern um sehr einfach gestrickte Trivialliteratur handelt. Daran ist ja an sich auch nichts Verwerfliches, denn manchmal machen eben gerade die einfachsten Dinge richtig viel Spaß. Problematisch wird das Ganze nur, wenn die Autorin ihre Arbeit wichtiger nimmt, als sie es eigentlich ist. In den richtigen Händen hätte aus ihrer Geschichte sehr viel mehr herausgeholt werden können und man hätte dem Verhältnis zwischen Anastasia und Christian gerade auf psychologischer Ebene einige interessante Aspekte abgewinnen können. Doch das wusste James offensichtlich gut zu verhindern, weshalb sich die Schwächen des Buches auch auf der Leinwand voll und ganz bemerkbar machen.

Im Buch spielen die schrecklichen und mitunter etwas zweifelhaften  Dialoge ("Wenn Du meine Sklavin wirst, bin ich Dir voll und ganz ergeben") vielleicht keine tragende Rolle, da es den Leserinnen in erster Linie um die aufregenden Sexszenen geht. Stellt sich nun die Frage, ob auch der Film von der prickelnden Erotik profitieren kann. Die Antwort darauf ist ein klares "Jein". Fakt ist, dass die Sexszenen für die Filmversion deutlich abgeschwächt wurden. Besonders brisante Momente wie die berüchtigte Tampon-Szene wurden dabei von vornherein für den Film abgelehnt. Was übrig bleibt, ist ansehnlich gefilmt, aber nichts wirklich Aufregendes. Und da der Sex trotz attraktiver Körper und klatschender Peitschenhiebe doch eher lauwarm serviert wird, fallen die unfreiwillig komischen Dialoge und der in einigen Szenen unerträglich intensive Groschenroman-Kitsch leider auch stärker auf, als im Buch.

Fans wird das wahrscheinlich nur marginal stören. Während die hohen Erwartungen an die Verfilmung ihres Lieblingsbuches vielleicht bei einigen dazu führen wird, dass sie von dieser Light-Version des Buches ein klein wenig enttäuscht sein werden, werden Genügend wohl auch die Filmversion dieser Liebesgeschichte genüsslich verschlingen und trotz des eher peinlichen Finales die beiden Fortsetzungen kaum erwarten können. Und so bleibt am Ende das wenig überraschende Fazit: "Fifty Shades of Grey" wird Kritiker des Buches bestimmt nicht zu Fans machen. Es ist kein besonders guter Film, aber immerhin einer, der einen Großteil seiner Zielgruppe zufriedenstellt. Und wenn die, für die der Film gemacht wurde, am Ende glücklich das Kino verlassen und dann auch noch in der einen oder anderen Beziehung durch den Kinobesuch ein wenig neues Feuer entfacht wird, dann hat der Streifen auf jeden Fall seine Berechtigung - auch dann, wenn er aus künstlerischer Sicht enttäuscht. Und deshalb gibt es für Alle, die das Buch geliebt haben und denen es nicht nur um die Sexszenen geht, ein ganz klares: Sehenswert! Und für alle anderen gibt es genügend andere Filme, für die das Eintrittsgeld besser investiert ist!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Fifty Shades of Grey (USA 2015)"
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