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März 2019
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Fliegende Liebende

Fliegende Liebende

Spanien 2013 - mit Antonio de la Torre, Hugo Silva, Laya Marti, Javier Cámara, Carlos Areces, Lola Duenas u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Los Amantes Pasajeros
Genre:Komödie
Regie:Pedro Almodovar
Kinostart:04.07.2013
Produktionsland:Spanien 2013
Laufzeit:ca. 90 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.almodovar.de
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Über den Wolken muss die Panik wohl grenzenlos sein… Denn durch eine Unachtsamkeit des Bodenpersonals ist eine problemlose Landung des Fluges 2549 nach Mexiko-City nicht mehr möglich. Um keine unkontrollierbare Panik an Bord ausbrechen zu lassen, wurden die Passagiere der Holzklasse allesamt mit Schlafmitteln außer Gefecht gesetzt. Nur die Besatzung und die Reisenden der Business Class werden Zeuge der immer brenzliger werdenden Situation. Während die Piloten verzweifelt nach einem Flughafen suchen, auf dem sie notlanden können, geben der Chefsteward und seine Flugbegleiter ihr Bestes, um die nicht narkotisierten Passagiere bei Laune zu halten. Doch trotz Gesangseinlage und hochprozentigen Cocktails lässt es sich nicht verhindern, dass die Spannungen am Bord immer mehr zunehmen. Zickenkriege, Sex, skandalöse Enthüllungen – bei den Turbulenzen, die sich hoch über den Wolken abspielen, hilft es auch nicht mehr, sich anzuschnallen und den Sitz in eine aufrechte Position zu bringen…

Mit "Fliegende Liebende" hat Pedro Almodovar strenggenommen seine erste richtige Komödie seit "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" von 1988 inszeniert. Dabei ging es ihm nicht darum, Gesellschafts- oder Sozialkritik auf humorvolle Weise zu präsentieren. Vielmehr hat er eine hemmungslos alberne Farce im Stil klassischer Slapstick- und Screwball-Komödien inszeniert. Die Figuren sind allesamt vollkommen überzeichnet, was gerade bei Chefsteward Josera und den beiden Flugbegleitern Fajas und Ulloa deutlich wird, die so überzogen tuntig agieren, dass sie beinahe wie eine Parodie auf die typischen Klischee-Schwulen wirken. Aber auch die übrigen Figuren, vom Piloten mit ausgeprägter Bisexualität über eine jungfräuliche Hellseherin bis hin zur Chefin eines stadtbekannten Escortservices, sind nicht gerade Paradebeispiele für subtile Charakterzeichnung.

Aber das stand Almodovar auch gar nicht im Sinn. Er will seinen Zuschauern ein buntes, schrilles und schräges Chaos präsentieren, über das es sich im besten Fall herzhaft lachen lässt. Zu Beginn gelingt das auch noch sehr gut. Der kleine, sehr charmante Gastauftritt von Antonio Banderas und Penelope Cruz, durch den die Ereignisse an Bord ausgelöst werden, ist genauso amüsant, wie die temporeiche Vorstellung der einzelnen Protagonisten. Besonders Carlos Areces, der Kettensägen-Clown aus dem großartigen "Mad Circus", sorgt als ganz große Drama-Queen Fajas immer wieder für richtig gute Lacher.

Ihm und den anderen Darstellern ist es jeden Moment anzumerken, dass sie richtig viel Spaß daran hatten, in gelöster Atmosphäre einfach nur herumalbern zu können, ohne Wert auf große Schauspielkunst oder gehaltvolle Dramaturgie legen zu müssen. Das ist auch zu einem gewissen Grad ansteckend. Doch mit der Zeit nutzt sich dieser Effekt doch sehr stark ab. Das Ganze wirkt mehr und mehr wie ein zu lang geratener Sketch, dessen gute Ideen sich so oft wiederholen, bis sie einfach nicht mehr lustig sind. Alleine die Tatsache, dass Almodovar für den Film viele seiner Freunde, mit denen er in der Vergangenheit schon oft zusammengearbeitet hat, für diese Komödie vor der Kamera versammelt hat und so eine leichte, familiäre und positiv aufgeladene Atmosphäre entstanden ist, die sich durchaus auch auf das Kinopublikum überträgt, rettet den Film am Ende davor, in komplett nervige Albernheit abzustürzen.

So ist "Fliegende Liebende" mit Sicherheit nicht der beste Film von Pedro Almodovar. Es ist aber schön, dass er sich nach dem eher düsteren Thriller-Drama "Die Haut in der ich wohne" an einen derart leichtfüßigen Stoff gewagt hat und einfach mal nicht mehr wollte, als seinen Zuschauern ein bisschen belanglosen Spaß zu schenken. Wer sich nicht mehr erhofft und Komödien der etwas überdrehteren Art schätzt, der kann auf diesen turbulenten Flug getrost einchecken. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Fliegende Liebende (Spanien 2013)"
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