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September 2018
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Foxcatcher

Foxcatcher

USA 2014 - mit Channing Tatum, Steve Carell, Mark Ruffalo, Sienna Miller, Vanessa Redgrave u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Foxcatcher
Genre:Drama
Regie:Bennett Miller
Kinostart:05.02.2015
Produktionsland:USA 2014
Laufzeit:ca. 135 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.foxcatcher.de/
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Obwohl er bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles eine Goldmedaille im Ringen für die USA gewonnen hat, sind der erhoffte Ruhm und Reichtum für Mark Schultz (Channing Tatum) leider ausgeblieben. So führt er ein tristes Leben in Armut und Einsamkeit. Nur die regelmäßigen Trainingseinheiten mit seinem älteren Bruder Dave (Mark Ruffalo) geben ihm noch ein wenig Halt. Doch dann bekommt Mark ein Angebot, das sein Leben für immer verändern könnte: Der Milliardär John du Pont (Steve Carell) lädt ihn ein, auf sein feudales Anwesen zu ziehen, um dort mit dem US-Ringer Team Foxcatcher für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul zu trainieren. Während Dave, der Mark als Mentor unterstützen soll, zögert, das Angebot anzunehmen, ist Mark schnell von Du Pont und seinem exzentrischen Lebensstil begeistert. Und so begibt er sich in eine gefährliche Abhängigkeit, die bald schon eine desaströse Eigendynamik annimmt und so auf eine Katastrophe zusteuert…

"Foxcatcher" basiert auf wahren Ereignissen, die Regisseur Bennett Miller ("Capote") anhand von persönlichen Gesprächen mit Beteiligten wie Mark Schultz sowie durch Archivaufnahmen, Zeitungsartikeln und anderen Zeitdokumenten recherchiert hat. Zudem arbeitete er eng mit der US-amerikanischen Ringergemeinschaft zusammen, um bei den Ringer-Szenen ein bestmögliches Maß an Authentizität erreichen zu können. Diese akribischen Recherchen ermöglichten es auch den Hauptdarstellern Channing Tatum, Steve Carell und Mark Ruffalo, sich genau auf ihre Rollen vorbereiten zu können. Gerade Carell gelingt es, unterstützt von der hervorragenden Arbeit der Maskenbildner, vollkommen hinter der Figur des  exzentrischen Milliardärs zu verschwinden. Das Ergebnis ist intensives und bisweilen fast schon beängstigendes Schauspielerkino vom Feinsten. Dass sich Mark Schultz von dem Film völlig distanziert und sich wenig erfreut über die Art und Weise, wie er und sein Bruder in dem Film porträtiert werden, zeigte, ändert daran freilich nur wenig.

Es gelingt Miller an sich sehr gut, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die unausweichlich auf eine Katastrophe zusteuert. Ganz gleich, ob man im Vorfeld schon weiß, wie die Geschichte endet oder von den Ereignissen im letzten Akt komplett überrascht wird, intensiv ist das Ganze allemal. Allerdings lässt sich der gefeierte Filmemacher auf dem Weg dorthin etwas zu viel Zeit. Gerade zu Beginn strapaziert er die Nerven der Zuschauer mit einer vollkommen unnötigen Langsamkeit. So hat man als Zuschauer längst begriffen, was für ein trostloses Leben der völlig desillusionierte Mark führt, bevor Miller noch minutenlang zeigt, wie er sich umgeben von grauer Monotonie Fertiggerichte zubereitet und sich an die wenigen Erinnerungen seines kurzen Olympiaruhms klammert.

Doch auch wenn die Geschichte dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich ein wenig in Fahrt kommt, schwelgt die Inszenierung in sperriger Gemächlichkeit. Das funktioniert mal sehr gut, da die zunächst unsichtbare Abwärtsspirale, in der die Brüder gefangen sind, so ihre volle Intensität entfalten kann. Auf der anderen Seite wirken manche Szenen durch diesen gewöhnungsbedürftigen Inszenierungsstil extrem zähflüssig, was sowohl die Geschichte, als auch die Charaktere für viele Zuschauer nur schwer zugänglich machen könnte. Der etwas anstrengende Soundtrack intensiviert diesen Eindruck noch zusätzlich.

Darauf muss man sich einlassen können, um nicht nur die Stärke der schauspielerischen Leistungen, sondern auch die Kraft der Geschichte in vollem Umfang nachvollziehen zu können. Nur wenn das gelingt, entpuppt sich "Foxcatcher" als ein bedrückendes und mitreißendes Drama, das seinen Darstellern die Möglichkeit gibt, völlig neue Facetten ihres Könnens zu offenbaren. Das ist sicherlich Nichts für den breiten Massengeschmack, doch wer sich gerne auch schwer zugänglicher Kost nähert und intensives Schauspielerkino schätzt, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Foxcatcher (USA 2014)"
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