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Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte

Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte

Frankreich 2010 - mit Eric Elmosnino, Lucy Gordon, Laetitia Casta, Doug Jones ...

Filminfo

Originaltitel:Gainsbourg
Genre:Drama, Musikfilm
Regie:Joann Sfar
Kinostart:14.10.2010
Produktionsland:Frankreich 2010
Laufzeit:ca. 121 Min.
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Der Song "Je t`aime…moi non plus" gehört wohl noch immer zu einem der größten Skandale der Musikgeschichte. Hierzulande wissen allerdings nur Wenige, wer eigentlich der Mann war, der diesen Songs einst mit Jane Birkin ins Mikrofon gehaucht hat. Nun widmet Joann Sfar Serge Gainsbourg eine ganz besondere Filmbiografie, die nicht nur mit guten Darstellern, sondern auch mit allerhand originellen, aber auch merkwürdigen visueller Einfälle punkten kann und sich dabei immer wieder den gängigen Erzählmustern üblicher Biopics entzieht.

Der Film zeichnet den Lebensweg von Serge Gainsbourg (Eric Elmosnino) nach, von seiner Kindheit im von Nazis besetzten Paris über seine Anfänge als Maler und Dichter bis hin zu der Zeit, in der er mit seiner Musik große Erfolge feiern und die Herzen von Frauen wie Brigitte Bardot (Laetitia Casta), Juliette Gréco (Anna Mouglalis) und Jane Birkin (Lucy Gordon) erobern konnte. Es ist ein Leben voller Poesie, Leidenschaft und Ruhm, aber auch voller Ängste, Skandale und Provokation. Es ist eben Serge Gainsbourg…

"Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte" hat viele sehr gute Momente. Joann Sfar, Star der französischen Comic-Szene, nimmt für sein Spielfilmdebüt Elemente aus dem Leben von Serge Gainsbourg und setzt diese zu einer ganz eigenen Geschichte neu zusammen. Dabei geht es Sfar ohnehin nicht darum, eine möglichst authentische Zusammenfassung von Leben und Werk seines großen Idols abzuliefern. Vielmehr wollte er, auf die in seinen Comics etablierte ganz besondere, eigene Art das in Bilder einfangen, was Gainsbourg als Künstler, aber auch als Menschen ausgemacht hat.

Deutlichstes Element dieser stilistisch ungewöhnlichen Inszenierung ist die immer wieder auftauchende "Fresse", Gainsbourgs ständiger Begleiter, der es dem Künstler nahezu unmöglich gemacht hat, glücklich und zufrieden zu werden. Dieses katzenhafte, dürre und enorm hässliche Alter Ego, das Gainsbourg seit seiner Kindheit begleitet, verkörpert all die Ängste, die unerfüllten Träume, die Serge Gainsbourg sein Leben lang mit sich herum trägt. Gespielt wird die "Fresse" von Doug Jones, der schon in den "Hellboy"-Filmen, als Silver Surfer im zweiten "Fantastic Four"-Streifen oder in "Pan`s Labyrinth" sein schauspielerisches Können von den Maskenbildnern unkenntlich gemacht und so in erster Linie von seiner Körpersprache getragen unter Beweis gestellt hat.

Als Idealbesetzung erweist sich auch der französische Theaterschauspieler Eric Elmosnino, der nicht nur äußerlich eine große Ähnlichkeit zu Serge Gainsbourg aufweist, sondern auch die Zerrissenheit, aber auch die Genialität des Künstlers und seine Anziehungskraft auf Frauen nahezu perfekt verkörpert. Als Coup erweist sich auch die Besetzung von Laetitia Casta als Brigitte Bardot, verkörpert Casta doch eine ähnliche Sinnlichkeit, die Bardot einst zu einem Sexsymbol gemacht hat.

Von Lucy Gordon, die als Jane Birkin überzeugt, hätte man gerne noch viel mehr gesehen, zeigt doch ihre darstellerische Leistung enorm viel Potential. Leider hat sich Gordon kurz nach den Dreharbeiten das Leben genommen, was wie ein leichter dunkler Schatten über dem Film hängt.

Joann Sfar ist das Kunststück gelungen, seine Arbeit als Comiczeichner und Geschichtenerzähler mit den Elementen des Spielfilms zu einer Künstlerbiografie zu verbinden, die den Zuschauer fordert, aber gleichzeitig auch mit künstlerischer Finesse und tollen Darstellern belohnt. Sicherlich kein Film für die breite Masse, Liebhaber des französischen Arthaus-Kinos sollten sich dieses Werk aber auf keinen Fall entgehen lassen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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