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September 2018
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Global Player – Wo wir sind isch vorne

Global Player – Wo wir sind isch vorne

Deutschland 2013 - mit Christoph Bach, Walter Schultheiß, Inka Friedrich, Ulrike Folkerts u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Tragikomödie, Drama
Regie:Hannes Stöhr
Kinostart:03.10.2013
Produktionsland:Deutschland 2013
Laufzeit:ca. 98 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.globalplayerfilm.com
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Es steht nicht gut um das Familienunternehmen "Bogenschütz & Söhne" aus dem schwäbischen Hechingen. Obwohl die Firma seit Jahrzehnten für ihre zuverlässigen und einst sehr innovativen Textilmaschinen bekannt ist, sind im Laufe der Jahre viele ehemalige Kunden zur billigeren Konkurrenz aus Asien gewechselt. Mit aller Macht hat Firmenleiter Michael Bogenschütz (Christoph Bach) versucht, eine drohende Pleite abzuwenden und die schlechte finanzielle Situation vor seinem Vater, dem Seniorchef Paul Bogenschütz (Walter Schultheiß) und vor seinen Schwestern Marlies (Inka Friedrich) und Marianne (Ulrike Folkerts) geheim zu halten. Doch als er versucht, mit einer Delegation aus China über den Verkauf des Unternehmens zu verhandeln, bekommt Paul Wind davon und legt umgehend sein Vetorecht ein. Er ist überzeugt davon, dass sich, sofern alle Kinder ihren finanziellen Teil dazu beitragen, die Firma noch retten lässt. Denn schließlich würde sich Qualität immer durchsetzen. Doch Michael weiß, dass die Zeit für das Familienunternehmen längst abgelaufen ist. Und während er verzweifelt versucht, einen letzten wichtigen Großauftrag zu sichern und die Chinesen dazu zu bringen, mit ihrem Geld die Arbeitsplätze in Hechingen zu retten, begibt sich Paul mit seiner polnischen Haushälterin Agnieschka (Monika Anna Wojytllo) auf eine Reise durch Deutschland, um seine Kinder von seinem Rettungsplan zu überzeugen. Denn so leicht will und kann er sein Lebenswerk nicht aufgeben…

Mit "Global Player" schlägt Regisseur Hannes Stöhr nach seinem Kultfilm "Berlin Calling" ganz andere Töne an. Seine Tragikomödie über die Folgen der Globalisierung für ein schwäbisches Familienunternehmen steckt voller Lokalkolorit, erzählt aber gleichzeitig dem Titel entsprechend eine sehr globale Geschichte. Der Konflikt zwischen der Generation des 90jährigen Patriarchen, die auf Bestand und Tradition setzt, und der jüngeren, in einer von ständiger Veränderung geprägten Welt aufgewachsenen Generation macht den ganz besonderen Reiz der Geschichte auch weit über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus aus. Aber auch der Zusammenprall verschiedener Kulturen, der durch die Globalisierung unvermeidbar ist, sorgt für einige sehr amüsante und gut beobachtete Momente.

Getragen wird der Film von einem überzeugenden Darstellerensemble, bei dem besonders Walter Schultheiß als alterndes Familienoberhaupt, Christoph Bach als unter der enormen Last seiner Verantwortung leidender Geschäftsführer des Familienunternehmens und Monika Anna Wojtyllo als resolute Haushälterin aus Polen bleibenden Eindruck hinterlassen können. Visuell bekommt der Film durch die Kontraste zwischen Metropolen wie Shanghai oder Berlin und der schwäbischen Idylle noch eine ganz besondere Note.

Neben den vielen positiven Aspekten gibt es allerdings auch einen deutlichen Kritikpunkt, der das Sehvergnügen merklich schmälert. So sehr sich Stöhr auch bemüht hat, dass sich Humor und Drama in etwa die Waage halten, so will die Mischung hier einfach nicht so recht funktionieren. Der Humor ist, von einigen wunderbar bissigen Momenten abgesehen, eher subtil und sorgt nicht für die ganz großen Lacher. Die dramatischeren Momente dagegen, wie Pauls Erinnerungen an seine Zeit im Krieg, sind mitunter derart düster, dass sie fast schon ein wenig deplatziert wirken und die Stimmung des Zuschauers deutlich nach unten ziehen. An der handwerklichen Umsetzung dieser Szenen gibt es rein gar nichts auszusetzen, doch ist die Diskrepanz zu den eher heiteren Momenten zu groß, um am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergeben zu können.

So ist "Global Player" am Ende eine sehr ambitionierte Tragikomödie mit einigen herausragenden Momenten, die aber von dem etwas disharmonischen Ton der Geschichte in ihrer Wirkung geschmälert werden. Trotzdem: als unterhaltsames Familienporträt mit Tiefgang für Liebhaber deutscher Arthausproduktionen und Freunde des eher lakonischen Humors durchaus sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Global Player – Wo wir sind isch vorne (Deutschland 2013)"
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