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Glück

Glück

Deutschland 2011 - mit Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer, Matthias Brandt, Maren Kroymann, Oliver Nägele ...

Filminfo

Genre:Drama, Romantik
Regie:Doris Dörrie
Kinostart:23.02.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 111 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:glueck-film.de
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Zu bestimmen, was Glück ist, dürfte nahezu unmöglich sein. Denn jeder Mensch hat seine ganz persönliche Vorstellung vom Glück. Was für die Einen eher auf materieller Ebene stattfindet, reicht für Andere schon ein Lächeln, ein Sonnenstrahl oder ein freundliches Wort. Es gibt viele Arten, sein Glück zu finden – doch es gibt leider auch genauso viele Wege, es wieder zu verlieren. In seiner Kurzgeschichte "Glück" aus dem Erzählband "Verbrechen" erzählt der Anwalt Ferdinand von Schirach von dem Fall eines Paares, das trotz widrigster Umstände sein Glück gefunden hat und beinahe alles dafür getan hat, um es zu behalten. Doris Dörrie hat sich dieser nur wenige Seiten langen Geschichte angenommen, hat die dazugehörige Liebesgeschichte deutlich ausgebaut und so ein Liebesdrama der besonderen Art geschaffen.

"Glück" erzählt von Irina (Alba Rohrwacher), die aus ihrer Heimat flieht, nachdem dort ein Krieg ausbricht, ihre Familie getötet und sie selbst von Soldaten vergewaltigt wurde. In Berlin schlägt sie sich als Prostituierte durch, wird aber immer wieder von den traumatischen Erinnerungen an ihre Heimat heimgesucht, die sie dadurch zu betäuben versucht, indem sie sich selber Schmerzen zufügt. Die Begegnung mit dem obdachlosen Punk Kalle (Vinzenz Kiefer) bringt ein wenig Licht in Irinas düsteres Leben. Zwischen ihnen entwickelt sich zunächst eine Freundschaft, aus der bald schon eine zaghafte, aber innige Liebe wird. Obwohl die Beiden im gesellschaftlichen Abseits stehen, gelingt es ihnen, sich eine kleine Glücksoase aufzubauen. Doch eines Tages droht dieses Glück jäh zu zerbrechen – und das will Kalle auf keinen Fall zulassen...

Dass sich Kurzgeschichten durchaus gut dazu eignen, zu abendfüllenden Spielfilmen ausgearbeitet zu werden, wurde in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Mein persönliches Lieblingsbeispiel ist Frank Darabonts auf einer Kurzgeschichte von Stephen King basierendes Drama "Die Verurteilten". Die einzige Gefahr, die bei der Adaption solch knappen Ausgangsmaterials besteht, ist, dass die Geschichte mit eher unnötigem Füllmaterial aufgeblasen wird und sich so einige Längen in den Film einschleichen, die dem Erzählfluss eher schaden, als ihn vorantreiben. Und genau dies ist bei "Glück" leider der Fall.

Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut, daran besteht kein Zweifel. Dennoch fällt störend auf, dass sic Dörrie zu viel Zeit nimmt, um die Liebesgeschichte zwischen den Beiden aufzubauen. Dabei kommt es zu unnötigen Wiederholungen, die der Zuschauer nicht gebraucht hätte, um sich mit Irina und Kalle verbunden zu fühlen. Die Zeit, die hier investiert wird, fehlt der Geschichte dann im letzten Drittel, und das ist wirklich schade. Denn während die Geschichte zu Beginn noch in äußerst gemächlichem Tempo erzählt wird und hier und da sogar beinahe von Stillstand gesprochen werden kann, wirkt das Finale arg gehetzt. Da die Geschichte gerade hier aber auf emotionaler, aber auch auf psychologischer Ebene äußerst interessant ist, ist die aus der wenigen noch verbleibenden Zeit entstehende Oberflächlichkeit eine komplett verschenkte Möglichkeit, aus "Glück" einen ganz besonders intensives Kinoerlebnis zu machen.

Die Intentionen, mit denen Dörrie den Film inszeniert hat, sind immer wieder erkennbar. Doch leider verliert sich die Filmemacherin zu oft in bestimmten Momenten, während andere eben zu schnell abgehandelt werden. Dadurch entsteht auch eine störende Diskrepanz in den einzelnen Stimmungen des Films. So weiß man etwa als Zuschauer auch nicht, ob eine ganz wunderbare Szene gegen Ende des Films zwischen Matthias Brandt und Maren Kroymann wirklich so humorvoll gemeint ist, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Im Vergleich zu den recht makabren Momenten, die diesem Dialog vorausgehen, wirkt die Szene zwar angenehm auflockernd, sie wirkt aber eben auch ein wenig deplaziert, da der Film vorher mit Vergewaltigung, Prostitution und Tod nicht gerade viel Grund zur Heiterkeit geboten hat.

"Glück" ist wirklich kein schlechter Film. Alleine einige sehr intensive Bilder und die guten Darsteller sorgen dafür, dass die Geschichte beim Zuschauer Eindruck hinterlässt. Doch es bleibt eben auch das Gefühl, dass dieser Film mit einer ausgewogeneren Inszenierung sehr viel besser und vor allem intensiver hätte sein können. Und genau deshalb bleibt am Ende dann auch das Fazit: nur für nicht gerade zart besaitete Liebhaber von deutschen Liebesfilmen mit Arthaus-Charakter trotz einiger Schwächen durchaus sehenswert.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Glück (Deutschland 2011)"
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