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Greenberg - DVD

Greenberg - DVD

USA 2010 - mit Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh, Mark Duplass ...

Filminfo

Originaltitel:Greenberg
Genre:Drama, Komödie
Regie:Noah Baumbach
Verkaufsstart:14.10.2010
Produktionsland:USA 2010
Laufzeit:ca. 104 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch, Englisch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Making of, Featurettes, Interviews, Berlinale 2010, B-Roll, Trailer
Regionalcode:2
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Amazon Link : Greenberg - DVD

Film: Der Name Ben Stiller steht in erster Linie für recht rabiate Komödien mit jeder Menge Unterhaltungswert aber ohne viel Tiefgang. Stiller scheint dabei auf einen ganz bestimmten Rollentyp festgelegt, den er in Filmen wie "Nachts im Museum", "...und dann kam Polly" oder "Verrückt nach Mary" immer und immer wieder in ähnlicher Form verkörpert. Nur selten gelingt es ihm aus diesem festen Muster auszubrechen. Meist sind es kleinere Produktionen, in denen er beweist, dass durchaus eine gewisse Vielseitigkeit in ihm steckt, die er viel öfters ausspielen sollte. Ein guter Beweis dafür ist die Independet-Produktion "Greenberg" von Noah Baumbach ("Der Tintenfisch und der Wal"), die uns endlich einmal wieder einen ganz anderen Ben Stiller präsentiert.

Einst stand Roger Greenberg (Stiller) mit seinen besten Freunden kurz vor einer großen Musikkarriere. Doch im Alleingang hat sich gegen den lukrativen Plattenvertrag entschieden und hat den Erfolg in New York gesucht. Jetzt, mit 40 Jahren, steht Roger vor den Trümmern seines Lebens. Er ist alleine, verbittert, erfolglos. Im Gegensatz zu seinem Bruder, auf dessen Haus in Los Angeles der depressive Ex-Musiker für ein paar Wochen aufpassen soll. Roger will diese Zeit nutzen, um nach einem Zusammenbruch wieder zu sich zu finden und auch einige seiner alten Freunde wieder zu treffen. Die sind allerdings noch immer nicht besonders gut auf Roger zu sprechen und führen mittlerweile allesamt ein recht spießiges Dasein. Einzig die junge Florence (Greta Gerwig), die für Rogers Bruder als Mädchen für Alles arbeitet, gibt ihm ein Stück seiner Jugend zurück. Doch auch das Leben der 25jährigen Florence ist völlig chaotisch und unsortiert – und zwei derart chaotische Charaktere können zusammen einfach nicht funktionieren. Oder etwa doch?

Noah Baumbach versteht es auch bei "Greenberg" wieder erstklassig, realitätsnahes Drama mit unaufdringlichem, leisen Humor aufzubrechen und so aufs Beste niveauvoll zu unterhalten. Dabei offenbart er eine äußerst treffsichere Beobachtungsgabe. Das Treffen zwischen Roger und seiner Jugendliebe Beth, gespielt von Baumbachs Ehefrau Jennifer Jason Leigh, ist fast schon schmerzhaft nah an der Realität, so dass sich Jedem, der schon einmal in einer ganz ähnlichen Situation mit einer ehemals großen Liebe war, der Magen zusammen schnüren wird. Baumbach gelingt es sehr gut, die Absurditäten des alltäglichen Lebens einzufangen, wobei er allerdings Gefahr läuft, das Publikum in gewisser Weise vor den Kopf zu stoßen.

Denn Baumbachs Protagonisten sind nicht immer die größten Sympathieträger. Das war schon bei der Figur so, die Jeff Daniels in "Der Tintenfisch und der Wal" gespielt hat so, und das ist auch bei Roger Greenberg der Fall. Allerdings liegt hier auch die größte Stärke des Films. Zugegeben, Roger Greenberg ist ein unsympathischer Mensch, der im Laufe der Geschichte nur bedingt eine Veränderung durchmacht. Allerdings bietet diese Figur Ben Stiller die Möglichkeit, einmal eine ganz andere Form von Loser zu spielen. Greenberg ist mit all seinen Unzulänglichkeiten ein sehr vielschichtiger Charakter, den Stiller auf eindrucksvolle Art zum Leben erweckt, ohne auch nur einen Moment lang in das für ihn so bekannte Muster des sympathischen Verlierers abzugleiten.

Die in der amerikanischen Independet-Szene geschätzte Greta Gerwig setzt mit ihrem jugendlichen Charme, ihren funkelnden Augen und ihrer dennoch irgendwie völlig verschrobenen Seele einen irgendwie ergänzenden Kontrapunkt zu Stillers Charakter. So entsteht eines der wohl ungewöhnlichsten, aber auf genau diese ungewöhnliche Art glaubhaftesten Leinwandpaare der letzten Zeit. Fernab von jeder Form von Kitsch und Klischees erzählt "Greenberg" eine wunderbare Liebesgeschichte, wie sie so eigentlich nur das Leben schreiben kann.

"Greenberg" ist sicherlich kein Film für die breite Masse, eben keine typische Ben Stiller Komödie, sondern erstklassiges amerikanisches Independet-Kino, das zwar am Ende nicht wirklich befriedigt, aber vielleicht auch gerade daraus einen Teil seiner Stärke bezieht. Am Ende bleibt auf jeden Fall ein Wunsch: Ben Stiller öfters in solchen Rollen erleben und mehr von Greta Gerwig sehen zu dürfen. Absolut sehenswert!

Bild + Ton: Technisch liegt die DVD auf gutem Niveau und genügt damit den Ansprüchen, die an eine kleine Independet-Produktion wie diese gestellt werden kann. Das Bild ist sauber und die Gesamtschärfe kann über weite Strecken überzeugen. Nur die Detailschärfe lässt hier und da zu wünschen übrig. Der Ton bleibt den gesamten Film über zurückhaltend und wird von den eher frontlastig abgemischten Dialogen bestimmt.

Extras: Das Angebot klingt vielversprechend. Doch leider sind alle Features nur wenige Minuten lang und bieten daher nur wenig gehaltvolle Informationen. Weder das knappe, weniger als fünf Minuten lange Making of, noch die beiden Mini-Featurettes (nur 1:33 Min bzw. 2:09 Min. lang) oder der unkommentierte Blick hinter die Kulissen in Form von B-Roll Aufnahmen (ca. 3 Min.) können überzeugen. Die verschiedenen Interviews, die auch während der Berlinale aufgenommen worden sind, gehen etwas mehr in die Tiefe, doch wirklich gehaltvolle Informationen sollten auch hier nicht erwartet werden. Die Impressionen vom Roten Teppich der Berlinale fallen dagegen wieder extrem kurz aus. Zu all dem gesellt sich dann noch der Trailer. Zum Teil recht sehenswert, doch insgesamt eher ein schwaches Bonuspaket.

Fazit: "Greenberg" ist zwar kein Film für die breite Masse, dafür sind die Hauptfiguren einfach zu sperrig und auch zu unsympathisch. Freunde des amerikanischen Independet-Kinos kommen aber Dank der verschrobenen Inszenierung und der tollen Darsteller voll auf ihre Kosten. Bild- und Tonqualität der DVD liegen auf ordentlichem Niveau, das Bonusmaterial dagegen verspricht mehr, als es halten kann. Dennoch gilt für diese DVD: absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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