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Dezember 2018
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Her

Her

USA 2013 - mit Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Her
Genre:Drama, Romantik, Tragikomödie
Regie:Spike Jonze
Kinostart:27.03.2014
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 126 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.her-derfilm.de
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Los Angeles in naher Zukunft: Theodore (Joaquin Phoenix) verdient sein Geld damit, persönliche Briefe für Menschen zu verfassen. Ob für Geburtstage, Hochzeiten oder einfach die ganz große Liebe, Theodore trifft für seine Kunden immer genau den richtigen Ton. Doch während er durch seine Arbeit Glück in das Leben anderer Menschen bringt, will ihm das mit seinem eigenen Leben einfach nicht gelingen. Nachdem ihm das Ende einer langjährigen Beziehung das Herz gebrochen hat, droht er völlig von seiner Melancholie erdrückt zu werden. Doch dann legt er sich ein neues sprachgesteuertes Betriebssystem zu, das über eine völlig neue, intuitive und sich ständig weiterentwickelnde Persönlichkeit verfügen soll. Und als er das erste Mal die Stimme von "Samantha" hört, ist es um ihn geschehen. Die Sensibilität und das Verständnis, das ihm von dem System entgegengebracht wird, und der entwaffnende Humor "Samanthas" geben Theodore seinen Lebensmut und seine Fröhlichkeit zurück und er beginnt sich zu verlieben. Doch ist Liebe zwischen einem Menschen und einem Computersystem überhaupt möglich?

Spike Jonze, ein Meister im Erzählen von ungewöhnlichen Geschichten, führt seinen ganz eigenen Stil in "Her" konsequent fort. Es ist seine erste Regiearbeit, für die er auch alleine das Drehbuch beigesteuert hat, für das er dann auch gleich mit einem Oscar ausgezeichnet worden ist. Diese Auszeichnung ist wohl weniger den Dialogen zu verdanken, die mitunter zwar sehr amüsant oder einfach nur von einer gewissen poetischen Schönheit sind, aber nicht zum Besten gehören, was im letzten Jahr geschrieben wurde. Es ist vielmehr die wundervolle Geschichte, die gleich auf mehreren Ebenen sehr menschliche Themen behandelt, darunter auch das wichtigste von allen: die Liebe!

Fast schon subtil entwirft Jonze das Bild eines futuristischen Los Angeles. Mit Drehorten in L.A., Shanghai und Lake Tahoe und sehr dezenten Effekten wird visuell eine ganz besondere Atmosphäre aufgebaut, die auf der einen Seite sehr schön, dabei aber auch irgendwie bedrückend wirkt. Denn in dieser Welt regiert eine Einsamkeit, deren Anfänge schon in unserer Gegenwart zu beobachten sind. Dass sich Menschen mehr mit ihren Smartphones, Laptops oder Tablets als mit ihrer Umwelt beschäftigen, ist nämlich schon in unserem Alltag leider keine Ausnahme, sondern eher die Regel. In "Her" wird dieses Phänomen konsequent weitergeführt, indem Computersysteme nicht nur jeden Bereich des Lebens regeln, sondern auch menschliche, eigenständige Persönlichkeiten verpasst bekommen. Theodore gehört aufgrund seines gebrochenen Herzens zu den Menschen, die in völliger Vereinsamung leben und dessen Alltag von einer allgegenwärtigen Traurigkeit bestimmt wird. Dies wird einerseits durch die komplette Digitalisierung der Gesellschaft intensiviert. Andererseits ist es eben auch ein Computersystem, das seinem Leben wieder einen Sinn und neue Fröhlichkeit verleiht.

Und hier setzt eine weitere, eher philosophische Ebene der Geschichte an. Es geht dabei um die schon oft gestellte Frage, was einen Menschen menschlich macht und ob Maschinen jemals zu eigenen Gefühlen wie Liebe fähig sein können. Und überhaupt, was ist denn eigentlich Liebe? Können die Gefühle, die Theodore für eine nur synthetische Stimme entwickelt, als echte Liebe angesehen werden? Das sind Fragen, die sehr verkopfte, sperrige Kost befürchten lassen. Doch auch wenn sich "Her" mit recht tiefgründigen Themen auf eine nicht unbedingt massentaugliche Art beschäftigt, so hat Jonze doch in erster Linie einen ganz bezaubernden Unterhaltungsfilm geschaffen. Mit leiser Poesie, ganz viel Melancholie und entwaffnendem Humor erzählt Jonze darin die wohl ungewöhnlichste Liebesgeschichte der letzten Jahre. Und von der nicht verzaubert zu werden, ist nahezu unmöglich.

Die sehr gute, liebenswert verschrobene Darstellung von Joaquin Phoenix und die ebenfalls gelungenen Leistungen von Amy Adams oder Olivia Wilde machen "Her" auch schauspielerisch zu einem Leckerbissen. Doch wer diesen in vollem Umfang genießen will, der muss sich die englische Originalfassung ansehen, in der Samantha durch die sexy Stimme von Scarlett Johansson perfekt zum Leben erweckt wird. Doch auch in der deutschen Synchronfassung ist der Film eine ganz wundervolle Arthaus-Perle, für die es nur eine mögliche Bewertung gibt: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Her (USA 2013)"
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