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Hit & Miss - DVD

Hit & Miss - DVD

Großbritannien 2012 - mit Chloë Sevigny, Jonas Armstrong, Karla Crome, Reece Noi, Jorden Bennie, Ben Crompton u.a

Filminfo

Originaltitel:Hit & Miss
Genre:TV-Serie, Thriller, Drama
Regie:Sheree Folkson, Hettie Macdonald
Verkaufsstart:04.06.2013
Produktionsland:Großbritannien 2012
Laufzeit:ca. 259 Min
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:2
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Keine
Bildformat:16:9 (1.78:1)
Extras:Interviews, Q&A, Trailer
Regionalcode:2
Label:Ascot Elite Home Entertainment
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Amazon Link : Hit & Miss - DVD

Inhalt: Mia (Chloë Sevigny) scheint auf den ersten Blick eine ganz normale junge, attraktive Frau zu sein. Doch Mia hat zwei große Geheimnisse, die sie von anderen Frauen unterscheidet. Zum einen ist sie ein präoperativer Transsexueller. Zum anderen ist Mia eine Auftragskillerin, die ihre Jobs mit eiskalter Präzision ausführt. Privat lebt sie völlig zurückgezogen in einem verlassenen Lagerhaus. Einzig zu dem Gangster Eddie (Peter Wright), von dem sie ihre Aufträge erhält, hält sie regelmäßigen Kontakt. Doch ein Brief ändert Mias gesamtes Leben: ihre ehemalige Freundin Wendy offenbart ihr, dass sie einen gemeinsamen Sohn haben – den elfjährigen Ryan (Jorden Bennie). Als Wendy an Krebs stirbt, soll sich nun Mia um Ryan und dessen Halbgeschwister Riley (Karla Crome), Levi (Reece Noi) und Leoni (Roma Christensen) kümmern. Doch als sie auf dem abgelegenen Bauernhof in Yorkshire, wo die Familie lebt, ankommt und den Kindern ihre Identität offenbart, wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Besonders Riley, die älteste Schwester von Ryan, kann sich mit dem Gedanken an Mia als Vormund einfach nicht anfreunden. Doch Mia will auf jeden Fall den letzten Wunsch von Wendy erfüllen und muss sich so mit ihren unterschiedlichen Rollen als Familienoberhaupt und Profikillerin, als Mann und als Frau arrangieren. Doch das wird ihr von dem brutalen John (Vincent Regan), dem Besitzer des Bauernhofs und durch eine Romanze mit dem attraktiven Ben (Jonas Armstrong) noch zusätzlich erschwert…

Mit "Hit & Miss" hat Paul Abbott, der bereits so gefeierte Fernsehkost wie "Shameless" oder "Mod auf Seite 1" (die Vorlage für den Russel Crowe Film "State of Play") erschaffen hat, ein wirklich ungewöhnliches Konzept kreiert. Entstanden ist dies, indem Abbott zwei Ideen, die auf seinem Schreibtisch lagen, zu einer Serie vereint hat: die eines Auftragskillers und die der transsexuellen Mutter einer Familie mit fünf Kindern. Zwei Konzepte, die eigentlich nicht so recht zusammenpassen. Doch Abbott und Autor Sean Conway haben einen Weg gefunden, durch den die beiden ungleichen Ideen gemeinsam nicht nur ein stimmiges Gesamtbild ergeben, sondern auch trotz ihres etwas absurden Charakters sehr glaubhaft und wirklichkeitsnah wirken.

Dafür verantwortlich sind neben den guten Drehbüchern, der atmosphärischen Bildsprache und der zum Teil recht drastischen Gewaltdarstellung insbesondere die Leistungen der Darsteller, allen voran Chloë Sevigny. Zunächst war sich die Schauspielerin unsicher, ob nicht vielleicht besser ein Mann oder eine Transsexuelle diese Rolle spielen sollte, ließ sich dann aber zum Glück überzeugen, diese ungewöhnliche Figur zu spielen. Die Zerrissenheit, die Mia nicht nur aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität verkörpert, lässt das intensive Spiel von Sevigny den Zuschauer gut nachempfinden. Nicht nur die realistisch aussehende Penis-Prothese, die in den sehr unverkrampft wirkenden Nacktszenen zum Einsatz kommt, sondern in erster Linie Körpersprache und Mimik zeigen, dass sich in Mia sowohl Mann, als auch Frau, sowohl Mutter, als auch Killerin vereinen – und wie sehr sie sich wünscht, dass diese Zerrissenheit ein Ende hat.

Es ist den Machern hoch anzurechnen, dass sie die Geschichte und all ihre dramatischen Handlungsstränge mit einer düsteren Ernsthaftigkeit erzählen und auf Humor weitgehend verzichtet haben. Nur hier und da ist ein wenig trockener und tiefschwarzer britischer Humor erkennbar. Das ist insofern gut, da eine Serie über eine transsexuelle Auftragskillerin leicht in peinliche Albernheiten hätte ausufern können. Doch die Macher finden hier stets den richtigen Ton, um eine gewisse Glaubwürdigkeit aufrechtzuerhalten, durch die der Zuschauer bis zum Schluss an das zum Teil doch sehr getragen erzählte Geschehen gefesselt wird.

Alle Figuren zeigen ein großes Entwicklungspotential, weshalb es schön und interessant gewesen wäre, zu sehen, wohin ihre Reise in einer zweiten Staffel führt. Doch trotz guter Kritiken und begeisterter Zuschauerreaktionen, wird die erste Staffel von "Hit & Miss" auch ihre einzige bleiben. Das ist natürlich schade, da die mit einem recht kleinen Budget in Manchester gedrehte Serie ihre Geschichte eigentlich noch nicht zu Ende erzählt hat. Trotzdem werden die Zuschauer nicht wirklich in der Luft hängen gelassen. Es gibt zwar eine Art Cliffhanger, doch angesichts der Tatsache, dass die Serie an sich eher unkonventionelle Wege geht, kann auch dieser durchaus als passendes Finale für die Geschichte angesehen werden. Wer allerdings keine doppeldeutigen Enden mag und lieber alles ganz klar vorgesetzt bekommen möchte, der wird sich mit diesem Ausgang ganz bestimmt nicht anfreunden können.

"Hit & Miss" ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass Fernsehen heute in vielen Fällen mutiger und kompromissbereiter ist, als das Kino und schauspielerisch, dramaturgisch und handwerklich erstklassige Qualität hervorbringen kann. Sicherlich Nichts für den breiten Massengeschmack, aber wer britische Krimi-Dramen der düsteren Art schätzt, wenn diese auch noch Pfade jenseits des Mainstreams beschreiten, dem kann diese 6-teilige Serie wärmstens ans Herz gelegt werden. Sehenswert!

Bild + Ton: Die etwas triste, erdige Farbgebung, die gut abgestimmten Kontraste und die gute Bildschärfe fangen die Atmosphäre der Serie sehr gut ein. Der Ton ist sehr kraftvoll abgemischt, was besonders bei den Dialogen und der Musik, hier und da aber auch bei atmosphärischen Umgebungsgeräuschen und stimmigen Surround-Effekten positiv auffällt. Insgesamt zwar keine audiovisuelle Offenbarung, aber für eine TV-Produktion absolut gelungen. Gut!

Extras: Als Bonus gibt es auf der zweiten DVD sehr ausführliche Interviews mit Produzentin Juliet Charlesworth (ca. 18 Min.), Hauptdarstellerin Chloë Sevigny (ca. 12 Min.), Serienschöpfer Paul Abbott (ca. 21 Min.) und Autor Sean Conway (ca. 11 Min.). dazu kommt noch ein von der britischen TV-Moderatorin Mariella Frostrup moderiertes Q&A (ca. 25 Min.), an dem neben Sevigny, Abbott und Conway auch die ausführende Produzentin Nicole Shindler teilgenommen hat. Insgesamt vielleicht nicht ganz so spektakuläre, dafür aber umso aufschlussreichere Extras. Sehenswert!

Fazit: "Hit & Miss" ist ein sehr originelles und ungewöhnliches Serienkonzept, das mit seiner sehr direkten, düsteren und mitunter auch recht brutalen Ausführung leider zu sehr gegen den Massengeschmack ging und daher auch nach diesen sechs Folgen nicht fortgeführt wird. Das mag alleine angesichts der hervorragenden Leistung von Chloë Sevigny mehr als schade sein, ändert allerdings insgesamt Nichts an der hohen Qualität dieser einzigen kurzen Staffel. Die Mischung aus Thriller, Drama und intensiver Charakterstudie ist Fernsehen auf ganz hohem Niveau, das Liebhabern von anspruchsvoller und ungewöhnlicher TV-Unterhaltung wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Hit & Miss - DVD (Großbritannien 2012)"
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