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September 2018
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Hitchcock

Hitchcock

USA 2012 - mit Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Jessica Biel, Toni Collette u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Hitchcock
Genre:Drama, Tragikomödie
Regie:Sacha Gervasi
Kinostart:14.03.2013
Produktionsland:USA 2012
Laufzeit:ca. 98 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.hitchcock-derfilm.de
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Alfred Hitchcock (1899-1980), der "master of suspence", war als Filmemacher unbestreitbar ein Genie. Als Mensch dagegen war er eher eine kontroverse Gestalt, der gerade im Umgang mit seinen vornehmlich blonden Darstellerinnen ein bisweilen regelrecht tyrannisches und obsessives Verhalten nachgesagt wird. Diesen zwei Aspekten, der Genialität des Filmemachers und der Obsessionen des Mannes Hitchcock, widmet sich Sacha Gervasi ("Anvil: The Story of Anvil") in seinem Spielfilmdebüt "Hitchcock" auf mal sehr amüsante, interessante, aber leider auch etwas unentschlossene Art.


Basierend auf Stephen Rebellos Buch "Alfred Hitchcock and the Making of Psycho" stehen die Bemühungen Hitchcocks (Anthony Hopkins), den kontroversen Thriller  "Psycho" zu verfilmen, im Mittelpunkt der Geschichte. Es war der Serienkiller Ed Gien, der Hitchcock so faszinierte und der ihn schließlich zu Robert Blochs von Giens Taten inspirierten Roman brachte. Es war ein Stoff, der ihm die Möglichkeit bot, etwas völlig Überraschendes und Schockierendes abzuliefern. Das stieß natürlich bei seinen Geldgebern und bei den Zensoren auf wenig Gegenliebe und so musste Hitchcock schon um den Film kämpfen, noch bevor auch nur eine Sekunde abgedreht war. Der Filmemacher war überzeugt von dem Projekt und obwohl er sich bewusst war, dass ihn "Psycho" finanziell ruinieren könnte, wollte er den Thriller unbedingt drehen. Unterstützung erhielt er nur von seiner Frau Alma Reville (Helen Mirren), die trotz seiner Launen und seines enormen Dickkopfs stets zu ihm hielt. Doch Hitchcock schien nicht zu merken, dass auch Almas Geduld irgendwann ein Ende hat. Als die attraktive Janet Leigh (Scarlett Johansson) für den Film gecastet wird und ihr Hitchcock immer größere Aufmerksamkeit schenkt, beginnt Alma erstmals wirklich an ihrer Ehe zu zweifeln. Die Arbeit mit dem befreundeten Drehbuchautoren Whitfield Cook (Danny Huston) gibt ihr in diesen Tagen genau die Art von Gefühlen, die ihr Alfred schon lange nicht mehr entgegen gebracht hat. Doch die Tatsache, dass Alma viel Zeit mit einem anderen Mann verbringt und sie dadurch nicht mehr ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem Alfred schenkt, macht den Filmemacher rasend eifersüchtig. Und so steht bald schon nicht nur der Dreh von "Psycho", sondern auch die Ehe der Beiden auf dem Spiel…

"Hitchcock" hat einige ganz wunderbare Momente zu bieten. Gerade die Szene, in der Hitchcock beim ersten Screening von "Psycho" vor der Tür des Kinosaals lauscht, ob die legendäre Duschszene so wirkt, wie er sich das vorgestellt hat, ist einfach großartig. Auch die vielen Dialogduelle, die sich Hopkins und Mirren abliefern, sind gerade in der ersten Filmhälfte äußerst unterhaltsam. Dazu kommt noch die gelungene Besetzung, die aus diesem Werk ein sehenswertes Stück Schauspielkino macht. Doch so gut auch einige Elemente funktionieren, so wenig trifft das auf andere zu. So wirkt die Inszenierung insgesamt etwas unschlüssig. Der Film scheint nicht recht zu wissen, ob er einen augenzwinkernden Blick auf die Entstehung eines Meisterwerks werfen will, ob er ein Ehedrama sein möchte oder doch eher das Porträt eines kontroversen Menschen mit all seinen Vorzügen, aber auch mit seinen vielen Abgründen. All diese Aspekte werden im Film beleuchtet, doch ohne die Tiefe, die notwendig gewesen wäre, um ein wirklich stimmiges Bild zu entwerfen.

So sind die Teile, die der Zuschauer von dem Dreh zu "Psycho" zu sehen bekommt, ganz wunderbar. Ob die perfekte Besetzung von James D`Arcy als Anthony Perkins oder die Sets, die später Filmgeschichte geschrieben haben, all das ist ganz wunderbar. Aber es ist einfach zu wenig. Das legendäre Haus von Norman Bates ist nur einmal kurz im Hintergrund zu sehen und die meisten Figuren, abgesehen von Scarlett Johansson als Janet Leigh, bleiben zu sehr im Hintergrund, um bleibenden Eindruck hinterlassen zu können. Ähnliches gilt auch für den Blick in Hitchcocks Inneres. Seine imaginären Zwiegespräche mit Ed Gein machen seine fast krankhafte Faszination für den Serienkiller ganz gut greifbar. Und auch seine Obsession blonden Frauen gegenüber wird in einer intensiven Szene gut nachvollziehbar angeschnitten. Aber auch hier bleibt das Ganze letztendlich zu oberflächlich, um der Komplexität der Figur Hitchcock gerecht zu werden.

Und auch der Faktor, der eigentlich am besten funktioniert – die Chemie zwischen Alfred und Alma – wird nur zu einem gewissen Grad ausgeschöpft. Das ist wirklich schade, denn das Spiel zwischen Anthony Hopkins, der leider nie komplett hinter seinem Make Up verschwindet und nur in wenigen Momenten wirklich zu Hitchcock wird, und Helen Mirren ist wirklich ganz wunderbar. Doch all diese guten Teile nützen Nichts, wenn sie nicht stimmig ineinandergreifen. Und genau das ist das Manko, das verhindert, dass "Hitchcock" der Film geworden ist, der er hätte sein können.

Für Liebhaber der Filme von Alfred Hitchcock ist das Ganze schon aufgrund der vielen liebevoll eingestreuten Anspielungen absolut sehenswert. Doch wer ein mitreißendes Biopic erwartet oder hofft, wirklich mehr über die Entstehung von "Psycho" zu erfahren, wird am Ende wahrscheinlich enttäuscht das Kino verlassen. Daher gilt: Trotz einiger ganz großartiger Momente und unterhaltsamer Elemente nur mit Abstrichen sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Hitchcock (USA 2012)"
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