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Mai 2018
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Hotel Lux

Hotel Lux

Deutschland 2011 - mit Michael "Bully" Herbig, Jürgen Vogel, Thekla Reuten, Sebastian Blomberg, Alexander Senderovich u.a

Filminfo

Genre:Komödie, Tragikomödie, Drama
Regie:Leander Haußmann
Kinostart:27.10.2011
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 102 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.hotellux-film.de/
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Nachdem er in "Dinosaurier" eine rüstige Rentner-Gang in den Kampf gegen die Banken geschickt hat, macht Leander Haußmann in seinem neuesten Film eine Reise in die Vergangenheit. Für seine in den späten 1930ern angesiedelte Tragikkomödie "Hotel Lux" konnte Haußmann Publikumsliebling Michael "Bully" Herbig gewinnen, der sich hier erstmals nicht nur von seiner komödiantischen Seite zeigt. Ein mutiger Karriereschritt, den seine Fans hoffentlich zu würdigen wissen.

Herbig spielt den Komiker Hans Zeisig, der gemeinsam mit seinem Partner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) kurz vor Hitlers Machtübernahme große Erfolge mit einer parodistischen Nummer feiert, in der er Stalin und Meyer Hitler verkörpert. Doch als Siggi in den Untergrund abtaucht und Hans die Rolle des gierigen Juden übernehmen soll, fasst er eine fatale Entscheidung: er wagt sich selbst als Hitler auf die Bühne und macht einen bösen Scherz, der zu seiner sofortigen Verhaftung führen könnte. Doch Hans kann fliehen und schafft es mit falschen Papieren bis nach Moskau, wo er im Exilantenhotel Lux Unterschlupf finden will, bevor er sich nach Hollywood aufmacht. Zu dumm nur, dass er vom sowjetischen Geheimdienst mit Hitlers abtrünnigen Astrologen verwechselt wird und plötzlich für Stalin die Zukunft voraussagen soll. Und so steckt er bald inmitten von politischen Intrigen und Machtspielen. Dass er auch noch die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten), in die er sich schon in Berlin verliebt hatte, im Hotel Lux wieder trifft, macht die ganze Sache nicht wirklich einfacher...

"Hotel Lux" schafft gekonnt den Spagat zwischen Komödie, Satire und Drama. Der Film strotzt nur so vor Momenten, die über eine geradezu absurde Komik verfügen. Gerade hier ist Michael "Bully" Herbig freilich in seinem Element und liefert eine wirklich überzeugende Darstellung ab. Doch dann gibt es auch immer wieder Szenen, die dramatisch, traurig und bewegend sind. Dass sich Herbig in solchen Momenten völlig zurücknehmen kann und auf jede Art des Herumkasperns verzichtet, gehört wohl zu den angenehmsten Überraschungen eines Films, der mit einem clever konstruierten Drehbuch, einer erstklassigen Ausstattung und einem durchweg überzeugenden Darstellerensemble aufwarten kann.

Die Art und Weise, in der Haußmann Realität und Fiktion miteinander verknüpft, ist amüsant genug, um für etliche gute Lacher zu sorgen, gleichzeitig aber auch ausreichend sensibel, um die schrecklichen Geschehnisse dieser Zeit nicht ins Lächerliche zu ziehen. Es ist diese gelungene Gradwanderung, die dem Zuschauer ein hohes Level an Unterhaltung ermöglicht. Die Mühe, die in die Sets und die Ausstattung eingeflossen sind, unterstützt dies noch zusätzlich. Da im echten, baufälligen Hotel Lux nicht mehr gedreht werden konnte, wurde kurzerhand das Haus Cumberland am Kurfürstendamm in das legendäre Exilantenhotel verwandelt. Auch hier wird immer wieder deutlich, wie viel Mühe und Sorgfalt in das Projekt investiert worden ist, was enorm wichtig für die Atmosphäre und die Stimmung des Films ist.

Doch trotz all seiner erwähnten Qualitäten hat der Film ein ganz großes Problem. Die Zuschauer, die Gefallen an der Tragikkomödie haben könnten, könnten durch Bully Herbig abgeschreckt werden, da sie mit seinem Namen eher unterhaltsamen Klamauk, aber keine tiefgründige Unterhaltung verbinden. Bully-Fans dagegen könnten davon enttäuscht sein, dass dieser Film eine ganz andere Art von Humor zu bieten hat, als sie es von ihrem Idol gewohnt sind. Da die Werbung für den Film aber schon recht eindeutig auf Michael "Bully" Herbig ausgerichtet ist, könnten in der wichtigen ersten Woche die falschen Zuschauer in den Film gelockt werden, was dem langfristigen Erfolg schaden könnte. Es bleibt zu hoffen, dass sich eine Schnittstelle findet, die groß genug ist, damit sich herumsprechen kann, dass der Film zwar keine typische "Bully"-Komödie, aber trotzdem ein sehenswerter und wirklich guter Film ist. Daher gibt es unterm Strich auch ein verdientes: absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Hotel Lux (Deutschland 2011)"
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