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Dezember 2018
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I am a woman now

I am a woman now

Niederlande 2012 - mit Marie-Pierre Pruvot, April Ashley, Corinne van Tongerloo, Colette Berends, Jean Lessenich u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:I am a woman now
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Michiel van Erp
Kinostart:18.04.2013
Produktionsland:Niederlande 2012
Laufzeit:ca. 90 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.neuevisionen.de
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Mit einer revolutionären, aber auch nicht unumstrittenen Operationsmethode hat Dr. Georges Burou aus Casablanca in den 1960er und 1970er Jahren das Leben vieler Menschen entscheidend geprägt. Er war der erste Arzt überhaupt, der Männer, die im falschen Körper geboren wurden, operativ in Frauen umgewandelt hat. Über vierzig Jahre nach den ersten Operationen hat der niederländische Filmemacher Michiel van Erp fünf Frauen getroffen, denen Burou mit seinen Eingriffen ein neues, ein besseres Leben geschenkt hat. Mit überraschender Offenheit erzählen diese fünf Frauen von ihrem Leben vor und nach der Operation, von Gefühlen der Dankbarkeit, von unerfüllten Sehnsüchten, von Anfeindungen und von Liebe.

"I am a woman now" ist eine sehr interessante, bewegende und unterhaltsame Dokumentation. In den Gesprächen offenbaren die Protagonistinnen nicht nur, wie sich ihr Leben nach der Operation verändert hat, sondern auch, was sie überhaupt erst dazu bewegt hat, sich für diesen damals sehr riskanten Schritt zu entscheiden. Es sind fünf Lebensgeschichten, die zwar durch die Arbeit von Dr. Burou miteinander verbunden sind, die aber letztendlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Während etwa die Niederländerin Colette nach ihrer Umwandlung ein glückliches Leben als ganz normale Hausfrau geführt hat, trat die Französin Marie-Pierre Pruvot als berühmtes Showgirl Bambi direkt ins Rampenlicht, aus dem sie auch heute noch nicht heraus getreten ist. Und auch die Belgierin Corinne und die Engländerin April, eine echte Society-Lady, haben nach der Operation endlich ihr ganz großes Glück gefunden. Einzig Jean aus Deutschland hat nicht nur vor, sondern auch nach dem Eingriff immer wieder mit ihrer geschlechtlichen Identität gekämpft, hat auch lange Zeit wieder als Mann gelebt und scheint bis heute ihren wahren Platz im Leben nicht gefunden zu haben.

Van Erp erlaubt den Frauen nicht nur, mit einem erheblichen Maß an Selbstreflektion auf ihr Leben zurück zu blicken. Er sorgt auch für einige sehr bewegende Momente, wenn April etwa auf den Sohn des Arztes trifft, der ihr Leben verändert hat und ihr jeden Morgen aufs Neue ein Gefühl des puren Glücks schenkt, oder wenn Corinne nach Jahren des Schweigens endlich ihrer besten Freundin offenbart, dass sie nicht als Frau zur Welt gekommen ist. Gerade dieser Moment hätte leicht voyeuristisch oder gar reißerisch ausfallen können. Doch die sensible Inszenierung macht aus der Szene einen der ganz großen Gänsehautmomente der Dokumentation.

Sicherlich darf die Frage erlaubt sein, ob eine solche Dokumentation, die sich nur an ein eher kleines Nischenpublikum richtet und sich auch visuell eher in Zurückhaltung übt, unbedingt ins Kino gehört. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass der Film ein sehr interessantes und cineastisch auch noch recht unverbrauchtes Thema behandelt, das mal bewegend, dann wieder erstaunlich amüsant, dabei aber immer sensibel und äußerst charmant serviert wird. Und daher gilt dann auch – trotz kleinerer Längen – für Liebhaber von Dokumentarfilmen, die sich auch mal ungewöhnlicheren Themen widmen: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "I am a woman now (Niederlande 2012)"
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