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I`m still here

I`m still here

USA 2010 - mit Joaquin Phoenix ...

Filminfo

Originaltitel:I`m still here
Genre:Dokumentarfilm
Regie:Casey Affleck
Kinostart:11.08.2011
Produktionsland:USA 2010
Laufzeit:ca. 106 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.kochmedia-film.com
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Es war eine Nachricht, die überrascht und auch ein wenig schockiert hat: auf dem bisherigen Höhepunkt seines Erfolges verkündete der zwei Mal für den Oscar nominierte Joaquin Phoenix, dass er sich völlig aus der Schauspielerei zurückziehen werde. Er sei es leid, ständig eine Rolle spielen zu müssen. Vielmehr wolle er sich nun als Hip Hopper versuchen. Sein Freund und Schwager Casey Affleck dokumentierte den Selbstfindungstrip von Joaquin Phoenix zwei Jahre lang und zeigt in "I`m still here" einen Mann, der immer verrückter und dabei auch unsympathischer zu werden scheint und der immer näher an die Schwelle zur beruflichen und persönlichen Selbstzerstörung tritt.

Höhepunkt war der Auftritt von Joaquin Phoenix in der "Late Show" von US-Talker David Letterman, der sogar bei der darauffolgenden Oscar-Verleihung und in zahlreichen anderen Sendungen wie "Saturday Night Live" parodiert wurde und Phoenix zur absoluten Lachnummer machte. Doch dann verriet Casey Affleck das, was ohnehin schon Viele geahnt hatten: die ganze Geschichte ist inszeniert und eine Art Langzeit-Performance, deren Ergebnis eine Fake-Dokumentation der ganz besonderen Art ist.

"I`m still here" ist ein etwas eigenartiges Sehvergnügen. Zu beobachten, wie Joaquin Phoenix augenscheinlich immer mehr abstürzt, vor laufender Kamera Drogen konsumiert oder sich mit Prostituierten vergnügt, wie er sich äußerlich immer mehr gehen lässt oder verzweifelt versucht, mit Hilfe von Sean "P Diddy" Combs Karriere als Hip Hop Künstler zu machen, nur um dann von dem Rapper freundlich aus dem Studio geworfen zu werden, ist erfüllt mit anstrengenden konfusen Monologen des Schauspielers, Momenten des absoluten Fremdschämens und einer nervenden Selbstdarstellung. Auf der anderen Seite ist der Film aber auch erfüllt von sehr amüsanten Momenten, wobei der verstörte Auftritt bei Letterman gerade aufgrund der souveränen Reaktion des Moderators zu den absoluten Höhepunkten der "Dokumentation" gehört.

Als Dekonstruktion des Mythos Hollywood funktioniert "I`m still here" ebenso gut, wie als fast schon geniale Langzeitperformance eines sehr eigenwilligen Künstlers. Doch mit der Zeit fragt sich der Zuschauer hier und da auch, ob Phoenix, der seine "Rolle" konsequent durchgezogen hat, nicht in einigen Momenten Opfer seiner eigenen Inszenierung geworden ist und er so einfach aus dieser Performance wird ausbrechen können. Die Grenzen zwischen Kunst und Realität scheinen immer wieder zu verschwimmen, dem Zuschauer bleibt das Lachen immer öfter im halse stecken und man fühlt sich am Ende nur noch wie ein Voyeur, der am Straßenrand steht und genüsslich die Opfer eines grausamen Unfalls beobachtet. Dieser Effekt alleine macht den Film aus rein psychologischer Sicht sehr interessant.

Ob nun ein aufwendiger PR-Gag, eine geniale Kunst-Performance oder schlicht und ergreifend purer Schwachsinn, "I`m still here" wird die Zuschauer spalten, aufregen, nerven, amüsieren. Und genau damit haben Phoenix und Affleck ihr Ziel erreicht. Ein nicht wirklich einfacher Film, der die Grenze zwischen Wahnsinn und Genialität beinahe völlig verschwimmen lässt und sich daher auch unglaublich schwer beurteilen lässt. Wer sich von einem (scheinbar) verwirrt dahin quatschenden Joaquin Phoenix nicht abschrecken lässt und wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, wie viel hier von dem Schauspieler und wie viel von dem "echten" Menschen zu sehen ist, dem kann "I`m still here" durchaus empfohlen werden.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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