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In meinem Himmel (Blu-Ray)

In meinem Himmel (Blu-Ray)

USA 2009 - mit Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Susan Sarandon, Stanley Tucci u.a

Filminfo

Originaltitel:The lovely bones
Genre:Drama, Thriller, Fantasy
Regie:Peter Jackson
Verkaufsstart:19.08.2010
Produktionsland:USA 2009
Laufzeit:ca. 135 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:2
Sprachen:Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (5.1 DTS HD Master Audio)
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch, Spanisch, Schwedisch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Produktionstagebuch (ca. 3 Stunden)
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Amazon Link : In meinem Himmel (Blu-Ray)

Film: Nachdem er die Verfilmung der "Herr der Ringe"-Bücher mehr als erfolgreich gemeistert hat, wagt sich Peter Jackson nun erneut an die Umsetzung eines als unverfilmbar angesehenen Romans. Alice Sebolds "In meinem Himmel" gilt schon jetzt als moderner Klassiker, der Jackson und seinem Team jede Menge Kreativität, Fingerspitzengefühl, Fantasie und Mut abverlangt hat. Das Ergebnis spaltet Zuschauer und Kritiker in zwei Lager. Besonders in den USA musste Jackson für seinen neuesten Film viel Schelte einstecken. Doch wer genau hinsieht, muss zumindest eingestehen, dass "In meinem Himmel" ein ganz besonderer Film geworden ist, der einen so schnell nicht mehr loslässt.

Die vierzehnjährige Susie Salmon (Saorise Ronan) hat eigentlich ihr ganzes Leben noch vor sich. Doch dann wird sie von ihrem Nachbarn Mr. Harvey (Stanley Tucci) brutal ermordet. Von der Zwischenwelt, die sie letztendlich in den Himmel führen wird, aus muss das Mädchen beobachten, wie ihre Familie an dem Verlust zu zerbrechen droht. Mehr sollte über den Inhalt des Films eigentlich nicht verraten werden. Zwar wartet die Geschichte nicht wirklich mit vielen Überraschungen auf, ist die Identität des Mörders doch von vornherein bekannt. Doch diese in all ihrer Grausamkeit wundervolle Geschichte völlig unvorbelastet zu erfahren, ist das Beste, was Ihnen als Zuschauer passieren kann.

Viele Kritiker in den USA haben sich darauf beschränkt, das Design der Zwischenwelt in den Mittelpunkt ihrer Besprechungen zu stellen. So wurde der Film dann etwa als Ganzes als lebendig gewordenes Plattencover aus den 60ern beschrieben oder als psychedelischer Trip, der emotional gehaltlos bleibt. Derartige Kritik wird dem Film aber in keiner Weise gerecht. Denn "In meinem Himmel" ist sehr viel mehr, als nur ein Bilderrausch. Zugegeben, die Zwischenwelt hinterlässt den stärksten Eindruck. Hier werden Susies Ängste und Wünsche, ihre Träume und Erinnerungen zu einer ganz eigenen Wirklichkeit verbunden, die wahrlich wie ein visueller Trip anmutet. Doch es ist vielmehr die Interaktion zwischen der in der Zwischenwelt "gefangenen" Susie und ihrer Familie, deren Zusammenbruch Susie hilflos mit ansehen muss.

Mark Wahlberg und Rachel Weisz mögen auf den ersten Blick nicht als perfekte Besetzung erscheinen. Gerade Wahlberg wirkt einfach zu jung, um als mehrfacher Familienvater wirklich ernst genommen werden zu können. Doch lässt man sich als Zuschauer erst einmal darauf ein, dann eröffnet sich einem auch die wirklich sehr guten Leistungen, die beide Darsteller abliefern. Doch es sind vier andere Schauspieler, deren Darstellungen diesen Film weit über die Norm hinaus heben. Da wäre zum einen Susan Sarandon, die als sehr direkte Großmutter als erleichterndes Element gegenüber dem von der Schwere der Situation beinahe erdrückten Eltern dient. Ihre zum Teil sehr harte, deutliche Art, mit der sie auch Susies kleinem Bruder entgegen tritt, ist einfach großartig.

Ebenfalls absolut überzeugen kann Rose McIver, die Susies Schwester Lindsey spielt. Besonders in einer Szene, einer der spannendsten Kinomomente der letzten Monate, begeistert McIver mit einer Intensität, durch die dieser Moment für den Zuschauer nahezu unerträglich wird. Unterstützt wird sie in dieser Szene von dem beeindruckendsten Darsteller des Films: Stanley Tucci. Ihm gebührt wirklich jedes nur mögliche Lob. Zum einen für den Mut, eine Rolle wie diese zu spielen. Zum anderen aber für die Art, wie er den Kindermörder Mr. Harvey angelegt hat. Der "gute Nachbar", wie Susie ihn vor ihrer Ermordung noch nennt, ist nicht offensichtlich böse. Seine Grausamkeit lauert hinter einer zwar verschlossenen, aber dennoch gutbürgerlichen Fassade, die Stanley Tucci so glaubwürdig wie bedrohlich Wirklichkeit werden lässt.

Zu guter Letzt muss natürlich noch Saoirse Ronan erwähnt werden, die schon in dem wunderbaren "Abbitte" begeistert hat und hier wieder eine ganz wunderbare Leistung abliefert. Sie schafft es erstklassig, Susies Konflikt, einerseits an ihrem Leben und ihrer Familie festhalten zu wollen, andererseits aber loslassen zu müssen, um in den Himmel zu kommen, mit einer für ihr Alter eher ungewöhnlichen Größe zu vermitteln. Alleine all diese großartigen schauspielerischen Leistungen machen "In meinem Himmel" zu einem ganz großen Film.

Doch auch andere Aspekte unterstützen diese Aussage. Zugegeben, gerade solchen Zuschauern, die das Buch lieben, dürften einige Änderungen und Kürzungen, die Jackson vorgenommen hat, wenig gefallen. Doch es gibt einen Moment im Film, der ganz deutlich macht, warum Jackson der perfekte Regisseur für diesen Film ist. Die Art und Weise, wie Jackson die Ermordung Susies zeigt, bzw. nicht zeigt, ist absolut großartig und das Beste, was diesem Film passieren konnte. Der Zuschauer wird in dieser Szene emotional völlig mitgenommen, aber nicht abgestoßen. Das ist angesichts der Grausamkeit des Verbrechens ein echter Kunstgriff, der wohl nur wenigen Regisseuren so überzeugend gelungen wäre.

An den mitunter sehr bunten Bildern der Zwischenwelt und an der Tatsache, dass sich die Geschichte am Ende etwas zu sehr im Kitsch verliert, kann man sich vielleicht stören. Zu behaupten, dass "In meinem Himmel" deshalb kein guter Film wäre, ist dem doch sehr positiven Gesamtbild nur wenig angemessen. Peter Jackson und sein Team haben hier etwas ganz Eigenes, etwas Besonderes geschaffen, das vielleicht nicht Jedem gefallen mag, dem man sich aber dennoch nicht wirklich entziehen kann. Ein wunderbarer Film, der einen lachen, weinen und träumen lässt. Mehr geht eigentlich nicht.

Bild + Ton: Visuell wurden sowohl die in warmen Brauntönen gehaltene 70er Jahre Realität, als auch die mal sehr viel buntere, mal sehr düstere Zwischenwelt auf der Blu-ray sehr gut umgesetzt. Der Ton bleibt über weite Strecken dezent, dominiert von der sanften Musik und den Umgebungsgeräuschen. Nur die hier und da eingesetzten Soundeffekte erzeugen eine gute Räumlichkeit.

Extras: Auf der zweiten Disc befinden sich eine Reihe von Peter Jackson kommentierte Produktionstagebücher, die einzeln oder am Stück angesehen werden können und die knapp drei Stunden lang die einzelnen Aspekte der Dreharbeiten dokumentieren. Wer jetzt allerdings einen derart guten Einblick in den Dreh erwartet, wie ihn Peter Jackson den Fans etwa bei "King Kong" gewährt hat, wird enttäuscht werden. Denn über weite Strecken bietet diese ausführliche Dokumentation lediglich alternative Takes oder verschiedene Blickwinkel auf den Dreh bestimmter Szenen. Viel zu selten bekommt man hier echte Einblicke hinter die Kulissen gewährt. Allerdings sind die Kommentare, die Peter Jackson und andere Beteiligte zu den jeweiligen Drehtagen abgeben, durchaus interessant und es gibt auch den ein oder anderen Moment zu sehen, der es nicht in den fertigen Film geschafft hat. Doch dem Vergleich mit den aufwändigen Extras von früheren Jackson-Produktionen wie "The Frighteners", "King Kong" und natürlich den "Herr der Ringen"-Filmen kann diese Disc trotzdem nicht standhalten!

Fazit: "In meinem Himmel" spaltet die Zuschauer. Ich habe mich mit Menschen unterhalten, die das Buch lieben und den Film katastrophal finden, aber auch mit solchen – zu denen ich mich auch zähle - die Peter Jacksons ambitionierte Verfilmung einfach großartig finden. Die Blu-Ray ist technisch über jeden Zweifel erhaben, das Bonusmaterial bietet allerdings mehr Masse als Klasse. Da ist man von Jackson einfach Besseres gewöhnt.

 

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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