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In Zeiten des abnehmenden Lichts

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Deutschland 2017 - mit Bruno Ganz, Sylvester Groth, Angela Winkler, Alexander Fehling, Evgenia Dodina u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Matti Geschonneck
Kinostart:01.06.2017
Produktionsland:Deutschland 2017
Laufzeit:ca. 101 Min
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.facebook.com/inzeitendesabnehmen
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Ostberlin, Frühherbst 1989: bei Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) wird groß aufgetischt. Denn das hochdekorierte SED-Parteimitglied wird 90 Jahre alt. Und da müssen natürlich nicht nur die Familie, sondern auch Nachbarn, Genossen und auch der Parteinachwuchs vorstellig werden, um zu gratulieren. Für Wilhelm ist das Ganze eher eine Last, als eine Freude. Und auch seine Ehefrau Charlotte (Hildegard Schmahl) hat alle Mühe, eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Doch es scheint zu gelingen. Trotz zynischer Bemerkungen des Jubilars wird gesungen, es werden Blumen geschenkt und ein Orden verliehen. Doch Sohn Kurt (Sylvester Groth) trägt ein Geheimnis mit sich herum, das wie ein Schatten über den Feierlichkeiten liegt: Enkel Sascha (Alexander Fehling) ist vor einigen Tagen in den Westen geflüchtet. Ausgerechnet er – der Enkel eines SED-Mitglieds. Der schöne Schein, der hier krampfhaft repräsentiert wird, beginnt zu bröckeln – ganz so, wie im Rest des Landes…

"In Zeiten des abnehmenden Lichts" ist die Verfilmung des 2011 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Romans von Eugen Ruge. Wolfgang Kohlhaase hat das sehr komplexe Buch deutlich komprimiert und hat seinem Drehbuch somit einen ganz eigenen Charakter verliehen, was Regisseur Matt Geschonneck mit seiner Inszenierung noch unterstrichen hat. Das Ergebnis ist in gewisser Hinsicht beeindruckend – gleichzeitig aber auch etwas frustrierend. Keine Frage: Der Film ist großartig gespielt, ganz besonders von Bruno Ganz, der als miesepetriger Jubilar für einige ganz wunderbare Momente sorgt. Seine Standartantwort, wenn ihm mal wieder ein Blumenstrauß gereicht wird, ist aber auch wirklich köstlich.

Davon abgesehen ist der Film aber auch schwer zu ertragen. Das liegt nicht etwa an dem dialoglastig-getragenen Erzählfluss. Es ist vielmehr die Tatsache, dass es Geschonneck zu gut gelungen ist, die bedrückende Atmosphäre vor, während und nach der Feier einzufangen. Man fühlt sich hier als Zuschauer wirklich nicht wohl und wünscht sich fast, es würde einem wie dem Nachbarspaar gehen, das auf Anweisung von Wilhelm die Feier frühzeitig verlassen muss. Es mag etwas absurd klingen, aber der Film ist auf eine unterhaltsame Art nicht unterhaltsam. Das macht wahrscheinlich erst Sinn, wenn man den Film gesehen hat und irgendwie erleichtert ist, dass er vorbei ist, ohne dass man sich wirklich gelangweilt hat.

Es gibt aber auch durchaus Szenen, die ein wenig unnötig wirken und die nicht so gelungen sind, wie andere Aspekte des Films. "In Zeiten des abnehmenden Lichts" ist auf seine ganz eigene Art ein guter Film, der vielleicht sogar großartig hätte sein können. Doch dafür fehlt es dem Ganzen dann doch an der Tiefe, die der Romanvorlage innewohnt, sowie an dem Schwung, den einige der richtig guten Szenen offenbaren. Wer Bruno Ganz schätzt, der wird hier wieder mit einer erstklassigen Leistung verwöhnt. Ansonsten gilt eher: Mit etwas Vorbehalt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "In Zeiten des abnehmenden Lichts (Deutschland 2017)"
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