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Januar 2019
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Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt

Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt

USA 2013 - mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Anthony Mackie, David Thewlis, Alicia Vikander, Moritz Bleibtreu u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:The Fifth Estate
Genre:Drama
Regie:Bill Condon
Kinostart:31.10.2013
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 128 Min
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.inside-wikileaks.de
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Dass sich die Geschichte um die Enthüllungsplattform WikiLeaks und ihren umstrittenen Gründer Julian Assange als spannender Kinostoff eignet, hat nicht nur Filmemacher Alex Gibney erkannt, der vor einigen Monaten den Dokumentarfilm "We steal secrets: The story of WikiLeaks" in die Kinos gebracht hat. Auch Oscar-Gewinner Bill Condon hat das Potential der Geschichte erkannt. Basierend auf den beiden Büchern "Inside WikiLeaks" von Daniel Domscheit-Berg und "WikiLeaks" von David Leigh hat er eine dramaturgische Aufbereitung der Ereignisse inszeniert, die prominent besetzt, aber emotional arg unterkühlt ist.

"Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt" erzählt von dem jungen Informatiker Daniel (Daniel Brühl), dessen Leben sich schlagartig ändert, als er ehemaligen Hacker und Aktivisten Julian Assange (Benedict Cumberbatch) kennen lernt. Ihre Ideale scheinen sich absolut zu decken und so erarbeiten sie gemeinsam eine Internet-Plattform, die es sogenannten Whistleblowern ermöglichen soll, absolut anonym Enthüllungen über die Mächtigen dieser Welt, die anders nicht angreifbar sind, zu veröffentlichen. Regierungsgeheimnisse, die niemals an die Öffentlichkeit kommen sollten, Industrieverbrechen, die mit aller Macht vertuscht werden sollten – das und noch viel mehr will Assange mit Daniels Hilfe veröffentlichen und damit die Welt ein Stück weit verändern. Schnell schafft es WikiLeaks, Enthüllungen zu präsentieren, die selbst großen Nachrichtenredaktionen nicht aufdecken konnten. Doch als sie in den Besitz von tausenden Seiten vertraulicher Geheimdienst-Dokumente kommen, deren ungefilterte Veröffentlichung das Leben unschuldiger Menschen gefährden könnte, müssen sich Daniel und Assange die Frage stellen, on der Zweck wirklich immer die Mittel heiligt und ob es nicht an der Zeit wäre, ihre Ideale etwas zu überdenken und das einst so vertrauensvolle Verhältnis zwischen den beiden Männern droht im Angesicht dieses Konflikts zu zerbrechen…

Es muss "Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt" positiv angerechnet werden, dass der Film gerade zu Beginn offensichtlich darum bemüht ist, die Geschichte nicht allzu einseitig zu präsentieren und zu einer Art Hetzjagd auf Julian Assange auszuarten. Gerade zu Beginn macht Condon mit der Figur des Daniel mehr als einmal deutlich, wie gut und wichtig die Intentionen waren, die Assange und Domscheit-Berg zur gemeinsamen Arbeit an dem Enthüllungsportal bewogen hat. Dass ihre Arbeit wirklich etwas bewegt hat und dass die Welt mehr Menschen gebrauchen könnten, die mit einer ähnlichen Entschlossenheit gegen Ungerechtigkeiten kämpfen, wie das Julian Assange macht – oder zumindest denkt, es zu tun. Denn gleichzeitig macht der Film auch mehr als deutlich, dass es Assange selbst, sein Ego und sein aus Sicht der Macher etwas verwirrter Geist ist, der den eigentlich hehren Zielen im Weg steht.

Leider fehlt es der Inszenierung und auch dem Spiel von Benedict Cumberbatch an jener Subtilität, die notwendig gewesen wäre, um den Film gerade im letzten Drittel noch ausgewogen erscheinen zu lassen. Es steht wohl auch außer Frage, dass Julian Assange eine etwas undurchsichtige Gestalt ist, die einfach schwer greifbar ist. Doch so gut das Spiel von Cumberbatch auch sein mag – von einer wirklich furchtbaren Tanzeinlage vielleicht einmal abgesehen – seine Interpretation von Julian Assange lässt den WikiLeaks-Gründer vom ersten Moment leicht irre und nicht gerade sympathisch erscheinen. Und genau daher wirkt der Film auch, trotz offensichtlich gegenteiliger Intentionen, auch von Beginn an wie ein Abgesang auf Julian Assange und seine Enthüllungsplattform.

Doch das ist nicht das eigentliche Problem des Films. Womit "Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt" am meisten zu kämpfen hat, ist sein Tempo. Trotz hervorragender internationaler Besetzung und einer atmosphärischen Bildsprache ist das Ganze schlichtweg mindestens 30 Minuten zu lang. Den Programmierern und Hackern ständig dabei zuzusehen, wie sie entweder vor dem Rechner sitzen oder auf irgendwelchen Conventions Party machen, ist auf Dauer einfach nur langweilig. Zudem fällt es schwer, ohne echte Vorkenntnisse einigen Teilen der Handlung zu folgen. So entsteht am Ende ein nicht ganz ausgewogenes Gesamtbild, das mit vielen Längen, fehlender Subtilität und ungenutztem Potential zu kämpfen hat. Das ist angesichts der guten Darsteller und der an sich wirklich spannenden Geschichte sehr, sehr schade. Und daher gibt es unterm Strich auch nur ein: bedingt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt (USA 2013)"
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