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Iron Doors – DVD

Iron Doors – DVD

Deutschland 2010 - mit Axel Wedekind, Rungano Nyoni ...

Filminfo

Genre:Thriller, Mystery
Regie:Stephen Manuel
Verkaufsstart:16.08.2011
Produktionsland:Deutschland 2010
Laufzeit:ca. 78 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (1.78:1)
Extras:Audiokommentar, Making of, Premierenvideo, Trailer, Bildergalerie
Regionalcode:2
Label:NewKSM
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Amazon Link : Iron Doors – DVD

Film: Ein Mann, eine tote Ratte, ein Raum. Das sind die Zutaten des deutschen Thrillers "Iron Doors", einem in 3D gedrehten Low Budget Experiment, das sicherlich gut gemeint, in seiner Umsetzung aber nur bedingt gelungen ist.

Mark (Axel Wedekind) erwacht in einem kargen Raum. Er weiß nicht, wie er hierher gekommen ist und hält das Ganze für einen schlechten Scherz seiner Freunde. Doch als sich die schwere Eisentür, die den Raum verschließt, auch nach Stunden nicht öffnet, begreift Mark langsam, dass er hier zu einer Figur in einem ganz üblen Spiel geworden ist. Mehrere Tage lang muss er mit den wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, sich durch die Wand in die Freiheit zu graben, muss seinen eigenen Urin trinken und sich von Maden ernähren. Doch als er den Durchbruch endlich schafft, muss er erkennen, dass sein Albtraum noch längst nicht ausgestanden ist...

Versatzstücke aus "SAW" oder "Cube" werden hier zu einer nicht uninteressanten Ausgangssituation verknüpft, die durchaus das Potential zu einem spannenden Thriller gehabt hätte. Doch spätestens nach zehn Minuten wird klar, dass dies nur sehr bedingt gelungen ist. Denn auch wenn Axel Wedekind für seine Rolle ausgezeichnet worden ist, so kann seine Leistung einfach nicht als überzeugend bezeichnet werden. Der Schauspieler, der gleichzeitig Produzent des Streifens ist, agiert bemüht, aber auch angestrengt cool. Das Dauerfluchen und Sprüche wie "Ich bin zu jung für diesen Scheiß" oder "Kein Silikon, genau so wie ich es mag" – geäußert in der wohl unerotischsten (wenngleich auch bewusst ironisch gehaltenen) Sexszene der Filmgeschichte – sind einfach nur peinlich. Es wird immer wieder deutlich, dass Wedekind gerne so cool wäre wie Bruce Willis in "Stirb langsam", doch das ist er einfach nicht. Mag sein, dass er charakterlich schwer in Ordnung ist, doch er ist als Schauspieler einfach nicht stark genug, um ein psychologisches Kammerspiel wie dieses über weite Strecken ganz alleine zu tragen.

Auch handwerklich lässt "Iron Doors" zu Wünschen übrig. So hat sich der Regisseur etwa ganz augenscheinlich in die Aufnahme einer Made, die aus dem Auge einer toten Ratte kriecht, derart verliebt, dass er sie gleich mehrfach verwendet. Zugegeben, dafür, dass der Film völlig ohne Fördermittel in nur zehn Tagen entstanden ist, ist das Ergebnis mehr als solide. Und auch, dass die meisten Mitarbeiter auf Gagenrückstellung gearbeitet haben und trotzdem ihr volles Herzblut in das Projekt gelegt haben, ist dem Werk hoch anzurechnen. Und dennoch muss einfach gesagt werden, dass es zwar immer wieder zu Momenten kommt, in denen das Potential der Idee durchscheint. Doch durchbrechen kann es viel zu selten und so dominieren bald nur Langeweile und Durchschnittlichkeit.

Das Ganze gipfelt dann auch noch in einem Finale, das so schnell abgewürgt wird, dass noch nicht einmal die Möglichkeit besteht, die vielleicht geniale Intention des Regisseurs zu erkennen, geschweige denn zu würdigen. Vielmehr wirkt das Ende einfach nur lächerlich. Interessant dabei ist, dass der ursprüngliche Schluss noch abgewürgter gewesen ist und dem Zuschauer nie gezeigt werden sollte, was sich hinter der dritten Tür befindet. Erst im Nachhinein ist das finale Bild, das über eine gewisse Schönheit und Faszination verfügt, eingefügt worden. Ob ein völlig offener Schluss wirkungsvoller gewesen wäre, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass das nun vorhandene Finale nicht die Wirkung erzielen kann, die irgendwo in der interessanten Idee verborgen ist.

Es tut mir wirklich leid, derart über den Film herzuziehen, denn zum Einen ist erkennbar, dass hier mit guten Intentionen ans Werk gegangen wurde, zum Anderen ist auch klar, wie schwer es ist, einen solchen Film mit geringem Budget auf die Beine zu stellen. Doch selbst die besten Absichten machen noch lange keinen guten Film, und genau das ist bei "Iron Doors" leider der Fall. Daher gilt auch: lediglich für ganz treue Genre-Fans noch sehenswert!

Bild + Ton: "Iron Doors" wurde mit einer digitalen RED Kamera in 3D gedreht. Aber auch in 2D kann sich das Ergebnis sehen lassen. Das Bild ist sauber und selbst kleinere Details verfügen über einen hohen Schärfegrad. Das ist umso erfreulicher, da sich die meisten Szenen des Films im Dunkeln abspielen. Neben der guten Bildqualität kann auch der Ton überzeugen, der mit seiner eher dezenten Abmischung die klaustrophobische Stimmung der Geschichte gut einfängt. Für die technische Umsetzung der DVD gibt es daher ein verdientes: Sehr gut!

Extras: Mangelnder Enthusiasmus kann den Machern von "Iron Doors" wahrlich nicht vorgeworfen werden. Das lässt bereits der Audiokommentar von Stephen Manuel und seinem Hauptdarsteller Axel Wedekind erkennen. Die Beiden plaudern in gelöster Atmosphäre darüber, wie Manuel übers Internet an das Drehbuch gekommen ist, wie lange sich die beiden befreundeten Männer schon nach einem gemeinsamen Projekt umgeschaut haben, wie die Produktion mit geringen Mitteln auf die Beine gestellt worden ist und welche Intentionen hinter so manchen Momenten stehen. Das ist gerade für solche Zuschauer wie den Verfasser dieser Rezension interessant, weil sich hier doch die große Diskrepanz zwischen der eigenen Wahrnehmung und dem, was den Machern eigentlich im Sinn stand, offenbart. Der Kommentar macht deutlich, dass die Beiden sowohl Filme an sich, als auch das Filmemachen lieben und deshalb fällt es auch umso schwerer, das Endergebnis derart kritisieren zu müssen.

Das kurze, aber sympathische Making of (ca. 10 Min.) macht die Sache nicht viel einfacher. Denn auch hier wird dem Zuschauer gezeigt, mit wie viel Leidenschaft und Spaß alle Beteiligten ans Werk gegangen sind. So ist etwa zu sehen, wie aus einem ehemaligen Bunker in Köln, der jetzt als Parkhaus genutzt wird, mit viel Holz und nur einem Betonklotz das atmosphärische Set entstanden ist, wie die Mitarbeiter gegen die Kälte am Set angekämpft haben und wie sich Axel Wedekind auf die körperlich zermürbenden Szenen vorbereitet hat, die mitunter aus Zeitgründen nur in einem Take gedreht worden sind.

Weiter geht es mit einem 7minütigen Blick auf die Premiere des Films, der einen stolzen und glücklichen Regisseur und ein begeistertes Premierenpublikum zeigt. Der Trailer zum Film, sowie eine Bildergalerie schließen das gute Bonuspaket ab.

Fazit: "Iron Doors" ist ein klaustrophobischer Thriller mit viel Potential, das aber nur viel zu selten ausgeschöpft werden kann. Was Regisseur Stephen Manuel und sein Team mit eigenen finanziellen Mitteln in nur zehn Tagen auf die Beine gestellt haben, ist durchaus beeindruckend, aber wirklich gut wird der Film dadurch leider nicht. Die DVD-Umsetzung dagegen kann durchaus gefallen. Die technische Umsetzung kann sich sehen und hören lassen, das Bonusmaterial gefällt durch den hohen Enthusiasmus der Beteiligten. Wer sich an den sicherlich berechtigten Kritikpunkten nicht stört, wird mit Sicherheit die guten Intentionen hinter dem Projekt erkennen können und sich so auch gut unterhalten. Für alle anderen Genre-Fans aber gilt: leider nur bedingt empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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