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Jasmin

Jasmin

Deutschland 2011 - mit Anne Schäfer, Wiebke Puls ...

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Jan Fehse
Kinostart:14.06.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 88 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.jasmin-derfilm.de
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Es ist eine unfassbare Tat, der Jasmin (Anne Schäfer) beschuldigt wird: sie soll ihre Tochter getötet und danach versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. In der Psychiatrie soll Dr. Feld (Wiebke Puls) nun herausfinden, was eine junge Frau wie Jasmin dazu getrieben haben könnte, ihr eigenes Kind zu töten, warum sie ihr Leben einfach so aufgeben wollte. Vier Tage sprechen die Frauen miteinander, vier Tage, in denen sich Jasmin immer mehr öffnet und Dr. Feld Einblick in die dunklen Ecken ihrer Seele offenbart…

"Jasmin" ist wahrlich kein leichter Film. Das Kammerspiel, das sich fast ausschließlich auf die Gespräche von Jasmin und Dr. Field in einem kleinen, kargen Zimmer beschränkt, trägt nicht umsonst den sehr passenden Untertitel "Die Geschichte einer Depression". Wie Dr. Feld wird auch der Zuschauer immer tiefer in die dunkle Seelenwelt von Jasmin hinabgezogen, was eine extreme Herausforderung ist, der man sich ohne Vorbehalte stellen muss. Dann aber bekommt man Schauspielkino geboten, das an Intensität nur schwer überboten werden kann. Anne Schäfer scheint mit jeder Faser ihres Körpers zu spielen. Obwohl sie die meiste Zeit des Films sitzend verbringt, entfaltet sie durch ihre nuancierte Mimik und kleine Gesten eine enorme Kraft, durch die Jasmins Psyche und all ihre Abgründe langsam, aber unaufhaltsam offenbart wird.

Es stellt sich nun natürlich die Frage, ob ein Film, in dem sich lediglich zwei Protagonisten miteinander unterhalten, unbedingt ins Kino gehört. Zwar hat zuletzt  "Der Gott des Gemetzels" bewiesen, dass Kammerspiele im Kino durchaus funktionieren können. Dennoch gibt es gerade aus Deutschland unheimlich viele in Zusammenarbeit mit dem Fernsehen entstandene Filme, die auf dem Bildschirm einfach viel besser aufgehoben sind, als auf der großen Leinwand. Und obwohl auch "Jasmin", dessen Dreh vom BR unterstützt wurde, mit seinem kargen Setting und seiner nur von den Dialogen bestimmten Handlung für eine reine TV-Auswertung geradezu prädestiniert zu sein scheint, muss in diesem ganz speziellen Fall doch gesagt werden, dass die Kinoauswertung durchaus Sinn macht und gerechtfertigt ist. Denn der Film verfügt über eine geradezu klaustrophobische Atmosphäre, die sich erst in einem dunklen Kinosaal richtig entfalten kann. Zudem lohnt es sich, jede Nuance von Anne Schäfers starkem Spiel wahrzunehmen, was eigentlich nur auf der großen Leinwand in vollem Umfang möglich ist.

"Jasmin" ist schweres, aber auch beeindruckendes Arthauskino aus Deutschland. Ein bedrückender Film, der dank zweier sehr guter Darstellerinnen, besonders aber aufgrund Anne Schäfers intensiven Spiels, lange im Gedächtnis bleibt. Kein Film für einen entspannten Kinoabend, wer sich aber gerne schwierigeren Stoffen stellt und großartiges Schauspielerkino leichter Unterhaltung vorzieht, sollte sich dieses Kammerspiel auf keinen Fall entgehen lassen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Jasmin (Deutschland 2011)"
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