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Dezember 2018
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Jesus liebt mich

Jesus liebt mich

Deutschland 2012 - mit Jessica Schwarz, Florian David Fitz, Henry Hübchen, Hannelore Elsner, Palina Rojinski u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Komödie, Romantik
Regie:Florian David Fitz
Kinostart:20.12.2012
Produktionsland:Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 100 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.jesusliebtmich-derfilm.de
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Mit Religion und Komödie ist das so eine Sache. Wie weit darf man gehen, bevor sich Jemand in seinem Glauben verletzt sieht? Wie kann man bissig sein, ohne sich respektlos einer Glaubensrichtung gegenüber zu verhalten? Oder muss es einfach erlaubt sein, auch über ein sensibles Thema wie Religion lachen zu dürfen? Schließlich werden so viele grausame Taten im Namen eines (angeblichen) Glaubens verübt. Da kann es doch eigentlich nur gut sein, wenn religiöse Themen dazu genutzt werden, um Menschen zum Lachen zu bringen. So oder so, es ist eine sehr schwierige Grandwanderung, die zahlreichen Filmemachern schon viel Zorn eingebracht haben. Die Mitglieder von Monty Python etwa mussten für "Das Leben des Brian" herbe Kritik von Seiten der Kirche einstecken und Filmemacher Kevin Smith wurde von etlichen religiösen Gruppen angefeindet, noch bevor auch nur eine Sekunde seines Films "Dogma" zu sehen war.

Florian David Fitz geht die Sache in seinem Regiedebüt "Jesus liebt mich" wesentlich zahmer an, als Smith oder die Pythons, schafft mit seinem sensiblen Händchen aber das Kunststück, gute Lacher zu erzielen, ohne sich direkt über Christen und andere Religionen lustig zu machen. Basierend auf Motiven des gleichnamigen Romans von David Safier begleitet der Film Jesus alias Jeshua (Florian David Fitz) bei seiner Rückkehr auf die Erde, um die Menschen auf die kommende Apokalypse am nächsten Dienstag vorzubereiten. Gabriel (Henry Hübchen), der sein Dasein als Engel vor etlichen Jahren für die große Liebe aufgegeben hat, will ihn davon überzeugen, dass die Menschen einen Aufschub des Endes aller Tage verdient hat. Dabei lernt Jeshua auch Marie (Jessica Schwarz) kennen, die gerade ihren Verlobten vor dem Altar hat stehen lassen und sich in einer echten Lebenskrise befindet. Sofort fühlt sich Marie zu dem merkwürdigen Fremden hingezogen, geht doch von ihm eine Aura aus, der sie sich einfach nicht entziehen kann. Und auch für Jeshua ist Marie ein ganz besonderer Mensch. Bei ihr erinnert er sich daran, was es heißt zu lieben. Doch reicht das aus, um die Apokalypse zu verhindern?

Mit "Jesus liebt mich" überzeugt Florian David Fitz sowohl als Hauptdarsteller, als auch als Drehbuchautor und Regisseur. Seine Darstellung des Jesus ist charismatisch, humorvoll und sensibel gleichermaßen. Sein Drehbuch steckt voller amüsanter Dialoge und origineller Ideen, die bekannte Elemente aus der Bibel mit Versatzstücken der romantischen Komödie zu einem überraschend stimmigen Ganzen verbindet und nebenbei auch noch einige philosophische Gedankenanstöße liefert. Und seine Regie schließlich überzeugt mit einem stimmigen Timing, einem angenehmen Tempo und einigen netten visuellen Momenten. Ob die stimmungsvollen Drehorte oder die ordentlichen Spezialeffekte, der Film sieht einfach richtig gut aus.

Von der sehr hübschen Anfangssequenz, in der die Geschichte der Apokalypse als Figurentheater einer Gruppe von Schulkindern erzählt wird, über den ersten Besuch von Jeshua in der kleinen Stadt, in der Marie lebt, und den Folgen, die seine Begegnung mit einer verwirrten älteren Frau hat, bis hin zum Moment der drohenden Apokalypse hat "Jesus liebt mich" zahlreiche sehr gelungene Einfälle zu bieten. Diese werden von dem gut gelaunt agierenden Ensemble mit ansteckender Spielfreude auf die Leinwand transportiert. Das Schöne dabei ist, dass es Fitz gelingt, seinen Charakteren immer dann etwas mehr Tiefe zu verleihen, wenn sie gerade drohen, zu einem absoluten Klischee zu verkommen. Bestes Beispiel dafür ist Svetlana, dargestellt mit großem Wow-Effekt von Palina Rojinski, die ohne eine kleine Wendung zum Ende hin wirklich nicht viel mehr gewesen wäre, als ein plattes Klischee. Aber da dadurch klar wird, dass Fitz bewusst mit dieser Erwartungshaltung gespielt hat, nur um sie am Ende zu widerlegen, lässt das Ganze extrem gut funktionieren.

Zugegeben, nicht jeder Aspekt des Films gelingt gleichermaßen gut, nicht jeder Gag trifft ins Schwarze und so manches Mal hätte man sich gewünscht, dass Fitz noch ein wenig mehr mehr Biss gezeigt hätte. Manche Momente, wie etwa ein großes gemeinsames Familienessen, wirken zudem etwas überfrachtet und schrammen knapp an der Grenze zur Hysterie vorbei. Aber insgesamt hinterlässt das Regiedebüt von Florian David Fitz einen sehr positiven Eindruck, der durch das viele entspannende Lachen, das der Film dem Zuschauer ermöglicht, noch intensiviert wird. Getragen von einer sympathischen Jessica Schwartz, einem charmanten Florian David Fitz, einem wunderbaren Henry Hübchen und einem dämonisch guten Nicholas Ofczarek als Satan, ist "Jesus liebt mich" der perfekte Weg, um 2012 ausklingen zu lassen und ins neue Jahr zu starten. Wer deutsche Komödien der etwas originelleren Art mag, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Jesus liebt mich (Deutschland 2012)"
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