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September 2018
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Kind 44

Kind 44

USA 2014 - mit Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Paddy Considine u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Child 44
Genre:Thriller, Drama
Regie:Daniel Espinosa
Kinostart:04.06.2015
Produktionsland:USA 2014
Laufzeit:ca. 137 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.Kind44-Film.de
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Moskau im Jahr 1953: In der Stalinzeit gibt es hier offiziell keine Verbrechen. Auch Geheimdienstoffizier Leo Demidow (Tom Hardy) glaubt daran und unterstützt voll und ganz die kommunistischen Ideale seines Landes. So ist es ihm gelungen, sich und seines Familie ein zufriedenstellendes Leben zu sichern. Doch als das Kind eines befreundeten Mitoffiziers (Fares Fares) grausam ermordet wird und die Tat von Generalmajor Kuzmin (Vincent Cassel) als Unfall deklariert wird, gerät Leos Weltbild ins Wanken. Kurze Zeit später wird eine weitere Kinderleiche gefunden, woraufhin Leo auch gegen den Willen seiner Vorgesetzten die Ermittlungen aufnimmt. Daraufhin wird er degradiert und ins Exil geschickt. Doch selbst dort lässt ihn der Fall nicht los. Irgendwo treibt ein brutaler Killer sein Unwesen und Leo will ihn stoppen, bevor ihm noch mehr Kinder zum Opfer fallen. Doch damit bringt er sich und seine Frau Raisa (Noomi Rapace) selbst in große Gefahr…

"Kind 44" basiert auf dem ersten Band der Romantrilogie von Tom Rob Smith um den sowjetischen Geheimpolizisten Leo Demidow. Inspiriert von dem wahren Fall um den Serienmörder Andrei Tschikatilo erzählt das Buch eine äußerst spannende Kriminalgeschichte, die Regisseur Daniel Espinosa ("Easy Money", "Safe House") nun adäquat auf die Leinwand zu bringen versucht hat. Das Vorhaben ist leider trotz exzellenter Besetzung und atmosphärischer Bildsprache weitgehend gescheitert. Das Problem des Films ist, dass er eigentlich zwei Geschichten erzählt: zum einen den eigentlichen Kriminalfall und zum anderen die Geschichte eines Mannes, der zwischen seiner Treue zum stalinistischen System und seinem Willen zur Enthüllung der Wahrheit wählen muss. Espinosa legt dabei zu viel Gewicht auf den politischen Aspekt der Geschichte. Über weite Strecken gerät die Suche nach dem Serienkiller völlig in den Hintergrund, bevor sie dann im letzten Akt etwas überstürzt wieder aufgenommen und zum Abschluss gebracht wird.

So entsteht ein etwas unausgewogenes Gesamtbild, in dem auch auffällt, dass viele der Figuren zu oberflächlich bleiben, um den Zuschauer trotz der dramaturgischen Schwächen an das Geschehen zu fesseln. Dass der Film über seine mehr als zwei Stunden andauernde Laufzeit in triste und düstere Farben getaucht ist, dürfte zudem bei einigen enorm aufs Gemüt drücken. Das eigentliche Problem dabei ist, dass "Kind 44" an sich kein schlechter Film ist. Einige Szenen sind enorm mitreißend, die Schauspieler – allen voran Tom Hardy und ein extrem fieser Joel Kinnaman – liefern sehr gute Leistungen ab und auch die Arbeit der Ausstatter und des Kameramanns sind erstklassig. Und dennoch will über lange Strecken einfach keine rechte Spannung aufkommen.

Angeblich ist die erste Schnittfassung des Films deutlich länger ausgefallen. Und vielleicht würde er als dreistündiger Zweiteiler im TV besser funktionieren, da es neben der oberflächlichen Charakterzeichnung eben auch einige deutliche Löcher in der Story gibt. Doch in dieser Version kann die Bestseller-Verfilmung nur wenig Begeisterung generieren. Hätte sich Espinosa mehr auf die Jagd nach dem Serienmörder konzentriert und hätte er den Kampf gegen das Regime, den Leo dabei ausfechten muss, ein wenig gestrafft und besser in das Geschehen integriert, dann hätte "Kind 44" ein exzellenter Kinothriller werden können. So aber wirkt das Ganze wie zwei unausgereifte Filme, die nur bedingt zusammen passen wollen und die einfach nicht aufregend genug sind, um über die gesamte Laufzeit fesseln zu können.

Wer die Buchvorlage kennt und die Lücken in der Geschichte füllen kann, dem werden die Schwächen dieser Inszenierung vielleicht nicht ganz so deutlich auffallen. Wer sich so auf die guten Darsteller und die gelungenen Aspekte des Films konzentrieren kann, der könnte vielleicht auch durchaus einen spannenden Kinoabend erleben. Ansonsten aber gilt: nur mit Vorbehalt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Kind 44 (USA 2014)"
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