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Kinski Talks 2 – DVD

Kinski Talks 2 – DVD

Deutschland 2011 - mit Klaus Kinski, Désirée Nosbusch ...

Filminfo

Genre:Dokumentarfilm
Verkaufsstart:08.04.2011
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 139 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Mono)
Untertitel:Deutsch (nur bei DINOCITTA)
Bildformat:4:3
Extras:Schnittreste von ZEIT ZU ZWEIT
Label:Deutsche Grammophon Literatur
Webseite:www.kinski.de
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Amazon Link : Kinski Talks 2 – DVD

Inhalt: Mit "Jesus Christus Superstar" und "Kinski Talks" wurden in den letzten Jahren zwei echte Perlen für alle Fans des exzentrischen Schauspielers veröffentlicht. Sowohl der Konzertfilm, als auch die Interviewsammlung sind nicht nur erstklassige Zeitzeugnisse, sondern auch eine extrem unterhaltsame wie spannende Möglichkeit, einen Einblick in die komplexe Persönlichkeit des Klaus Kinski zu erhalten. Nach dem großen Erfolg von "Kinski Talks" hat sich Peter Geyer, der Nachlassverwalter Kinskis, dazu entschlossen, weitere TV-Auftritte von Klaus Kinski auszugraben und auf DVD zu presse. Das Ergebnis, "Kinski Talks 2", bietet wieder über zwei Stunden Kinski pur in drei Beiträgen, die in dieser absolut als Schätze bezeichnet werden können.

Los geht es mit einer Ausgabe der Reihe "Zeit zu Zweit", in der die damals 17jährige Désirée Nosbusch Klaus Kinski 1985 in Stinson Beach nahe Kinskis amerikanischer Wahlheimat interviewt hat. Der knapp 45minütige Beitrag wurde seit seiner Erstausstrahlung im Juli 1985 nicht mehr wiederholt und die Reihe danach eingestellt. Ob das an dem Kinski-Interview lag, sei dahin gestellt, ein Klassiker der deutschen TV-Geschichte ist dieses Gespräch allemal. Wenn Kinski der jungen Nosbusch etwa entgegen säuselt, es sei ja schon fast süß, wie dumm sie wäre, wenn er sich nach der Frage, was Freiheit für ihn bedeute, in absolute Rage redet oder wenn sich der alternde Schauspieler auf einer Wiese liegend an seine jugendliche Gesprächspartnerin schmiegt, wenn er einem Park Ranger erklärt, dass er als großer Filmstar vom deutschen Fernsehen interviewt wird oder in minutenlange philosophische Gedankengänge ausschweift, dann vergehen die 45 Minuten der Sendung wirklich wie im Flug. Kinski sagt, was er denkt – egal, ob der Zuschauer diesen Gedanken folgen kann, oder nicht. Unberechenbar, charmant, aufbrausend, so zeigt sich Kinski nicht nur in dieser TV-Perle, sondern auch im nächsten Beitrag, einem der wohl bekanntesten Fernsehauftritte des Enfant Terribles.

Kinskis Auftritt vom 18.10.1985 in der NDR Talk Show dürfte vielen Zuschauern bekannt sein, denn er wurde bereits mehrfach wiederholt. Allerdings beschränkten sich diese Ausstrahlungen in der Regel auf den knapp 15minütigen Interviewteil, in dem Kinski erst mit seiner Frisur, dann mit Moderatorin Alida Gundlach zu kämpfen hat, die verzweifelt versucht, Antworten auf ihre Fragen zu unterhalten, wobei sich Kinski doch sehr viel lieber über ihren Po unterhalten würde. Auf "Kinski Talks 2" sind nun erstmals alle Beiträge Kinskis im Laufe der Sendung zusammengeschnitten worden, was die Laufzeit dieses Talk-Show Klassikers auf ganze 30 Minuten erhöht. Besonders seine Offenheit bezüglich seiner Gagen, die für ihn der vornehmliche grund sind, seine Rollen anzunehmen, oder seine Äußerungen, dass er sich für die anderen Teilnehmer der Talkrunde und für die behandelten Themen so gar nicht interessiere oder seine sehr aufgeregte Antwort darauf, warum er so oft Bösewichte spiele, machen diesen Auftritt zu einem ganz großen Vergnügen.

Etwas vielschichtiger präsentiert sich der Schauspieler dann in dem abschließenden Highlight der DVD, dem englischsprachigen Interview "Dinocittà", das im September 1986 auf sehr ungewöhnliche Art entstanden ist. Denn Kinski bestand darauf, dem ihn interviewenden Dokumentarfilmer Jay Miracle in die Augen und nicht in seine Kamera schauen wollte. So klemmte sich Miracle die Kamera unter den Arm und folgte Kinski über das Studiogelände von Dino de Laurentiis. Das Ganze ist daher auch mitunter sehr verwackelt, der Ton nicht immer perfekt, und in so manchem Moment ist mehr vom Himmel, als von Kinskis Kopf zu sehen. Doch seine Schimpftirade über die Arroganz von Regisseuren, sein Verhältnis zu Werner Herzog oder die Erklärungen, warum er so gerne in Amerika lebt, machen dieses einstündige Interview, das optional mit deutschen Untertiteln angesehen werden kann, so sehenswert. So sehr Kinski hier in einigen Momenten eben typisch Kinski ist, so zeigt er sich auch sehr oft ruhig und nachdenklich.

Diese drei Beiträge beweisen, warum Kinski auch viele Jahre nach seinem Tod immer noch ein echter Mythos ist, warum er noch immer eine solche Faszination ausstrahlt und einen so hohen Unterhaltungswert innehat. Besonders faszinierend ist der Moment, in dem ihn Desirée Nosbusch nach seinen Sohn fragt. Der kurze Moment nach dieser Frage zeigt deutlich, wie verletzlich Kinski unter seiner aufbrausenden, mitunter ungehobelt ehrlichen Fassade auch war. Er war eben ein Mensch mit vielen Gesichtern, und auf dieser DVD kann sich der Zuschauer davon ein sehr gutes Bild machen. Absolut sehenswert!

Bild + Ton:
Bei 26 Jahre altem Ausgangsmaterial aus den TV-Archiven sollte nicht von großartiger technischer Qualität ausgegangen werden. Zahlreiche Verschmutzungen und Unschärfen sind gerade bei "Zeit zu Zweit" auszumachen. Insgesamt aber präsentiert sich das Material in erstaunlich gutem Zustand und es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass hier das bestmögliche aus dem Ausgangsmaterial heraus geholt wurde. Zudem zählt hier eindeutig der Inhalt, und der ist großartig!

Extras: Für diese DVD konnten sechs Minuten an bislang unveröffentlichten Schnittresten von "Zeit zu Zweit" zusammen getragen werden. Leider fehlt hier die Tonspur und so wurde das Bildmaterial mit O-Tönen aus dem eigentlichen Interview unterlegt. Sehenswert ist das allemal, eine schöne Zugabe.

Fazit: "Kinski Talks 2" ist ein mehr als würdiger Nachfolger der erfolgreichen ersten Interview-Sammlung aus der "Klaus Kinski Estate Edition". Nachlassverwalter Peter Geyer hat hier echte TV-Schätze ausgegraben, die in voller Länge präsentiert werden. Kinski ungeschminkt eben, so, wie er es gerne hatte – wie er in der NDR Talk Show selbst noch einmal betont! Absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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