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Kleine wahre Lügen

Kleine wahre Lügen

Frankreich 2010 - mit Marion Cotillard, Benoit Magimel, Francois Cluzet, Jean Dujardin, Gilles Lellouche ...

Filminfo

Originaltitel:Les petits mouchoirs
Genre:Komödie, Drama, Tragikomödie
Regie:Guillaume Canet
Kinostart:07.07.2011
Produktionsland:Frankreich 2010
Laufzeit:ca. 154 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.kleinewahreluegen.de
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Wie in jedem Jahr lädt der erfolgreiche Restaurantbesitzer Max (Francois Cluzet) seine Freunde in sein luxuriöses Strandhaus zum gemeinsamen Sommerurlaub ein. Doch in diesem Jahr überschattet der furchtbare Unfall des gemeinsamen Freundes Ludo (Jean Dujardin), der ans Krankenbett gefesselt um seine Genesung kämpft, die sommerliche Stimmung. Erschüttert von der Tragödie, beginnen die Freunde, ihr Leben zu hinterfragen. So etwa der Chiropraktiker Vincent (Benoit Magimel), der gesteht, dass er in Max verliebt ist und somit eine jahrelange Freundschaft aus Spiel setzt. Oder Marie (Marion Cotillard), Ludos Ex, die keinen Mann wirklich nah an sich heran lassen kann. Aber auch Antoine (Laurent Lafitte), der die Trennung von seiner Ex nicht überwinden kann oder Eric (Gilles Lellouche), der mit dem Älterwerden nicht klar zu kommen scheint, versuchen krampfhaft, die perfekte und heile Fassade, die sie alle in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt haben, aufrecht zu erhalten. Doch mit jedem Tag, den die Freunde gemeinsam am Meer verbringen, treten die kleinen wahren Lügen immer deutlicher an die Oberfläche...

"Kleine wahre Lügen" ist die neueste Regiearbeit des Schauspielers und Filmemachers Guillaume Canet, der zuletzt in dem Liebesdrama "Last Night" zu sehen war. Für Canet, der auch das Drehbuch zu seinem dritten Film geschrieben hat, ist "Kleine wahre Lügen" ein sehr persönlicher Film, und das ist dieser Tragikkomödie auch deutlich anzumerken. Mit sensibler Hand zeichnet Canet das Bild von Menschen, die ein an sich perfektes Leben führen, dabei allerdings nicht hinterfragen, ob sie nicht vielleicht etwas Anderes wollen. Einen anderen Job, einen anderen Partner, eine andere Einstellung zu Liebe, Sex und Nähe. Gleichzeitig entlarvt Canet eine Gesellschaft, in der ein schöner Schein mehr zu zählen scheint, als Ehrlichkeit und echte Freundschaft. Anstatt sich nach Ludos Unfall gegenseitig Halt zu geben und über den verletzten Freund und sein schweres Schicksal zu sprechen, lässt die Gruppe lieber mit Hilfe von spaßigen Freizeittätigkeiten die Oberflächlichkeit regieren. Dass dies immer öfter zu durchaus entlarvenden Streitigkeiten führt, ist da natürlich vorprogrammiert.

Dass sich dabei Humor und Drama sehr angenehm die Waage halten, macht den Film trotz einiger Längen so sehenswert. Die in eine traumhafte Szenerie eingebettete Geschichte offeriert immer wieder etliche äußerst amüsante Momente, etwa wenn sich Max auf die sehr rabiate Jagd nach einem nächtlichen Störenfried macht. Auf der anderen Seite sorgt etwa das gemeinsame Ansehen eines Videos von einem früheren Urlaub, an dem Ludo noch hatte teilnehmen konnte, für einen der emotionalsten Momente des Films. Die Dramaturgie wirkt dabei niemals aufgesetzt, sondern stets authentisch und nachvollziehbar. Der Zuschauer versteht das Verhalten der Figuren, denn es ist schlicht und ergreifend menschlich. Natürlich ist es nicht richtig, dass sie sich ihren Problemen und Ängsten nicht stellen wollen und statt dessen lieber den vermeintlich leichteren Weg des Verdrängens zu gehen versuchen. Doch wie das eben auch im echten Leben so ist, die wahren Probleme lassen sich auch nicht von Sonne, Strand und Sex verdrängen.

Mit einem großartigen Darsteller-Ensemble, aus dem neben Oscar-Gewinnerin Marion Cotillard ("Inception", "La Vie en Rose") besonders Francois Cluzet ("So ist Paris"), Gilles Lellouche ("C`est la vie – So sind wir, so ist das Leben") und, trotz seiner eher kleinen Rolle, Jean Dujardin ("OSS 117") herausstechen, ist Canets Hommage an den Klassiker "Der große Frust" ein höchst unterhaltsames und zutiefst menschliches Drama geworden, bei dem Lachen und Weinen ganz nahe beieinander liegen. Zugegeben, die knapp zweieinhalb Stunden hätte der Film nicht wirklich gebraucht, um seine Geschichte zu erzählen. An einigen Stellen hätte der ein oder andere Schnitt dem Tempo sicherlich gut getan. Doch unterm Strich überwiegt der positive Gesamteindruck, was "Kleine wahre Lügen" dann auch zu einem Muss für alle Liebhaber des französischen Unterhaltungskinos macht. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Kleine wahre Lügen (Frankreich 2010)"
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