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Kriegerin – DVD

Kriegerin – DVD

Deutschland 2011 - mit Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Gerdy Zint, Rosa Enskat u.a

Filminfo

Genre:Drama
Regie:David Wnendt
Verkaufsstart:11.10.2012
Produktionsland:Deutschland 2011
Laufzeit:ca. 102 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Making of, Interviews, Behind the Scenes, Trailer, Unterrichtsmaterial, Programmtipps
Regionalcode:2
Label:Ascot Elite Home Entertainment
Webseite:www.kriegerin-film.de/
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Film: Die 20jährige Marisa (Alina Levshin) lebt in einer kleinen Stadt irgendwo tief in der ostdeutschen Provinz. Perspektiven gibt es hier kaum und auch auf familiären Halt kann Marisa nicht zählen. Halt findet sie nur in ihrer Clique, die der rechtsextremen Szene angehört. Ihrem Hass auf die Welt, auf alle, die ihr dumm kommen und ganz besonders auf Ausländer lässt die junge Supermarktangestellte immer wieder freien Lauf. Schließlich braucht sie Jemanden, dem sie Schuld geben kann. Schuld dafür, dass ihr Freund Sandro (Gerdy Zint) im Knast sitzt, dass ihr geliebter Opa, der sie schon früh mit rechtem Gedankengut infiziert hat, im Sterben liegt und dafür, dass das Leben in ihrem Land immer schwieriger wird. Dass mit dem jungen Mädchen Svenja (Jella Haase) ein neues Mitglied in ihre Clique aufgenommen worden ist, das Marisa von der ersten Sekunde an gehörig auf die Nerven geht, ist der Aggression der jungen Frau nicht gerade zuträglich. Doch dann kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung mit dem jungen Asylbewerber Rasul (Sayed Ahmad Wasil Mrowat), die Marisas auf ihren Oberkörper tätowiertes Weltbild mächtig ins Wanken bringt – mit katastrophalen Folgen…

"Kriegerin" ist ein intensives Drama, das sich dem schwierigen Thema Rechtsradikalismus auf authentische, aber leider auch etwas oberflächliche Art widmet. Filmemacher David Wnendt zeigt eindrucksvoll, wie leicht es ist, in die Rechte Szene abzurutschen, wie schwer es aber andererseits ist, ihr wieder zu entfliehen. Das erschütternd kraftvolle Spiel von Hauptdarstellerin Alina Levshin, die dafür zu recht mit dem Deutschen Filmpreis 2012 ausgezeichnet worden ist, verleiht der Geschichte einen ganz besonders eindringlichen Charakter. Dem kann der Rest der Inszenierung nicht immer entsprechen.

Die gerade zu Beginn etwas zu übermäßig eingesetzten Handyvideos, mit denen die Clique ihre gewaltsamen Übergriffe auf Ausländer oder das Schikanieren und Demütigen von Passanten in der Bahn dokumentiert, wirken etwas zu sehr um Authentizität bemüht. Doch die entsteht an ganz anderen Stellen des Films, weshalb sich dieses Stilmittel schnell abnutzt und sogar etwas störend auffällt. Auch die Tatsache, dass sich der Film nicht ganz von gängigen Klischees freimachen konnte und die Ursache für den Rechtsradikalismus in Marisas Umfeld arg oberflächlich gezeichnet ist, trübt den an sich positiven Gesamteindruck des Films dann doch etwas.

Das ist insofern schade, da sowohl Regisseur David Wnendt, als auch Alina Levshin intensiv für diesen Film recherchiert haben, was sich in vielen Momenten dann auch sehr deutlich bemerkbar macht. In diesen Momenten ist "Kriegerin" dann auch der gute und vor allem wichtige Film, der er zu sein angestrebt hat. Es sind auch die Momente, die nachhaltig in Erinnerung bleiben. Zugegeben, das Ende ist, nicht nur aufgrund der verräterischen Eingangssequenz, lange vorhersehbar. Und so manche dramaturgische Wendung kommt auch etwas arg konstruiert daher. Doch am Ende geht es um die Botschaft des Films, die schon alleine durch Alina Levshins beeindruckendes Spiel intensiv vermittelt wird.

"Kriegerin" mag seine Schwächen haben. Aber am Ende ist David Wnendt ein wichtiger, mutiger und bedrückender Film gelungen, der nicht grundlos mehrfach ausgezeichnet worden ist. Wer deutsche Arthaus-Dramen der herausfordernden Art schätzt, dem kann dieses Werk trotz seiner weniger gelungenen Aspekte wärmstens ans Herz gelegt werden.

Bild + Ton: Das Bild der DVD unterstreicht mit seiner eher nüchternen Farbgebung den authentischen Look des Dramas. Bildschärfe und Kontrastabstimmung liegen auf gutem bis sehr gutem Niveau, die bei den mit Handykamera gefilmten Szenen auffallende Schwächen sind gewolltes Stilmittel und fallen daher nicht negativ ins Gewicht. Der Sound hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck, wobei das eher ruhige Geschehen nur ab und an durch Musik, kleinere Umgebungsgeräusche und minimale Surroundeffekte aufgebrochen wird. Gut!

Extras: Das etwas knappe Making of ist ebenso interessant, wie die Interviews und der kurze Blick auf die Dreharbeiten. Dazu kommen noch der Trailer, einige Unterrichtsmaterialien sowie weitere Programmtipps des Anbieters. Gut!

Fazit: "Kriegerin" ist ein intensives Drama, das zwar nicht ganz frei von Klischees ist und mitunter etwas sperrig und oberflächlich daher kommt. Doch das mutige, kraftvolle Spiel von Hauptdarstellerin Alina Levshin macht diesen im Kern sehr wichtigen Film trotz seiner Schwächen unterm Strich absolut sehenswert. Auch das interessante Bonusmaterial sorgt dafür, dass die technisch gut umgesetzte DVD für Freunde des anspruchsvollen, fordernden deutschen Arthauskinos durchaus empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

Kino Trailer zum Film "Kriegerin – DVD (Deutschland 2011)"
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