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Küss mich, Zombie – DVD

Küss mich, Zombie – DVD

USA 2008 - mit Eric Lehning, Cody Devos, Leah High, Brett Miller, Tia Shearer ...

Filminfo

Originaltitel:Make-Out with violence
Genre:Horror, Drama, Komödie, Romantik
Regie:The Deagol Brothers
Verkaufsstart:10.03.2011
Produktionsland:USA 2008
Laufzeit:ca. 102 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (1.85:1)
Extras:Audiokommentar, geschnittene Szenen, geschnittener Score, Making of, Musikvideos, Artwork Featurette, Radio Spots und Radio Interview, Trailer
Regionalcode:2
Label:Sunfilm Entertainment
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Amazon Link : Küss mich, Zombie – DVD

Film: Die Schülerin Wendy (Shellie Marie Shartzer) hat im Leben der Clique um die Zwillingsbrüder Patrick (Eric Lehning) und Carol (Cody Devos) eine wichtige Rolle eingenommen. Besonders Patrick war hoffnungslos in das hübsche Mädchen verliebt. Doch jetzt ist Wendy spurlos verschwunden und nach einiger Zeit des erfolglosen Suchens wurde sie für tot erklärt. Nach der Trauerfeier für die Schülerin finden die Zwillinge und ihr kleiner Bruder Beetle (Brett Miller) das Mädchen in einem kleinen Waldstück – doch Wendy ist nicht tot. Zumindest nicht ganz. Denn Wendy ist ein Zombie, dem es nach frischem Fleisch hungert. Kurzerhand verstecken die Jungs das Mädchen in dem haus eines Freundes, auf das sie den Sommer über aufpassen sollen und kümmern sie liebevoll um das untote Mädchen. Doch während Patricks Fürsorge leicht besessene Züge annimmt, muss Carol feststellen, dass Wendys Verschwinden auch die Dynamik in seinem Freundeskreis nachhaltig verändert hat. Und es ist klar: nach diesem Sommer wird nichts mehr so sein, wie es einmal war...

Fünf Jahre hat es gedauert, diesen Film mit einem Mini-Budget von knapp 150.000 Dollar fertig zu stellen. 18 Tage Drehzeit, verteilt über zwei Jahre, weitere zwei Jahre in der Post-Produktion, dazwischen immer wieder Geldprobleme und andere Schwierigkeiten, die sich den Machern in den Weg gestellt haben. Der größte Teil des Budgets wurde von der aus vielen an der Produktion Beteiligten bestehenden Band The Non Commissioned Officers, die den Soundtrack zum Film abgeliefert hat, durch kleine Live-Konzerte aufgebracht. Die Produktion selbst wurde in erster Linie von Freunden und Familienmitgliedern der beiden Regisseure gestemmt, wobei Viele ihre Dienste kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Man kann also sagen, dass es sich bei "Küss mich, Zombie" um eine echte Herzensangelegenheit nahezu aller Beteiligter handelt, die mit viel Leidenschaft, Blut, Schweiß und Tränen entstanden ist.

Wer nun aber eine astreine Zombie-Comedy im Stil von "Shaun of the Dead" erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Denn die Macher wurden sehr viel mehr von den Filmen von John Hughes ("Breakfast Club") und Terrence Malik ("Der schmale Grad"), als von George R. Romero und ähnlichen Zombie-Meistern inspiriert. Stilistisch erinnert "Küss mich, Zombie" in vielen Momenten auch mehr an Sofia Coppolas "The Virgin Suicides", als an "Night of the Living Dead" oder andere Vertreter des Untoten-Sujets.

Das mag auch daran liegen, dass Zombie Wendy nur ein kleiner Teil der Geschichte ist. Vielmehr steht die gesamte Clique und die Veränderungen, die jeder Einzelne im Laufe des von Wendys Verschwinden geprägten Sommers durchmacht, im Fokus des Films. Warum Wendy zu einem Zombie geworden ist, wird deshalb auch gar nicht erklärt. Es ist einfach eine Tatsache, mit der sich nicht nur die Zwillingsbrüder, sondern eben auch der Zuschauer abfinden muss. Sicherlich, ihr Versuch, ihre untote Schulkameradin zu pflegen und zu füttern, sind in manchen Momenten auf etwas makabere Art sehr komisch. Doch kann der Film unterm Strich nur schwer als reine Komödie bezeichnet werden.

Vielmehr ist "Küss mich, Zombie" eine Mischung aus mehreren Versatzstücken, zu denen neben der Zombie-Komödie auch eher dramatische Coming-of-Age Elemente und solche einer zärtlichen Romanze gehören. Carols Versuche, das Herz von Wendys Freundin Addy (Leah High) zu gewinnen, nehmen mitunter einen größeren Raum ein, als die Zombie-Geschichte. Doch auch wenn diese im typischen US-Indie Stil inszenierte Mischung mitunter etwas merkwürdig anmuten mag, so entsteht gerade daraus die ganz besonders einnehmende Stimmung des Films. Es wird immer wieder deutlich, dass die Autoren, die zum Teil auch vor der Kamera stehen, hier viele eigene Erfahrungen mit in die Geschichte eingebracht haben, denn das Ganze wirkt an vielen Stellen extrem authentisch und nachvollziehbar. Zudem haben die drei verschiedenen Kameramänner trotz sehr bescheidener Mittel einige sehr schöne Bilder von Tennessee eingefangen, die dem Film ein gewisses poetisches Flair verleihen.

So ist "Küss mich, Zombie" unterm Strich kein wirklicher Horrorfilm, sondern ein Arthaus-Jugenddrama mit komödiantischen Horrorelementen, die trotz Mini-Budgets handwerklich absolut überzeugen kann. Lediglich die deutsche Synchronisation wirkt mitunter etwas störend, da die Texte, die von dem kleinen Beetle als Erzähler vorgetragen werden, zu sehr abgelesen klingen, was in der Originalfassung weitaus weniger störend auffällt.

Bild + Ton:
Trotz des geringen Budgets kann der Film audiovisuell durchaus überzeugen. Die mitunter sehr hübschen Aufnahmen kommen auf der DVD gut zur Geltung und auch die Farbgebung wurde authentisch umgesetzt. Hier und da gibt es leichte Unschärfen und gerade die dunkleren Szenen lassen einige Schwächen erkennen, doch für eine Low Budget Produktion wie diese gibt es erfreulich wenig echte Mängel. Das gilt auch für den Ton, wobei die Dialoge bei der deutschen Tonspur etwas arg frontlastig abgemischt sind, was weniger harmonisch klingt, als das bei der englischen Tonspur der Fall ist. Ansonsten bleibt das tonale Geschehen insgesamt zurückhaltend. Gut!

Extras: Die DVD hat jede Menge guter Extras zu bieten. Los geht es mit einem Audiokommentar, den die jüngeren Brüder der beiden Regisseure eingesprochen haben. Zach Duensing und Kevin Doyle waren ebenfalls intensiv an der Produktion beteiligt und liefern einen sehr offenen, oftmals äußerst amüsanten Einblick in die Produktion, wobei sie auch eher unschöne Aspekte nicht unerwähnt lassen. Da es leider keine Untertitel zum Kommentar gibt, kommen allerdings nur interessierte Zuschauer mit guten Englischkenntnissen in den Genuss dieses kurzweiligen Kommentars.

Das Fehlen von optionalen deutschen Untertiteln macht sich leider auch bei den anderen Extras negativ bemerkbar. Das ist insofern schade, da sich das Bonusmaterial an sich wirklich sehen lassen kann. Das gilt besonders für das 34minütige Making of, in dem u.a. auch auf die Entstehung des Kollektivs The Deagol Brothers und ihre früheren Arbeiten eingegangen wird oder Beetle-Darsteller Brett Miller gesteht, dass der Dreh für ihn extrem langweilig war und er die Regisseure für nicht wirklich gute Filmemacher hält. Aber auch für die zahlreichen geschnittenen Szenen, die jeweils von einem der Darsteller kurz eingeleitet werden, sind eine sehenswerte Zugabe.

Fazit: "Küss mich, Zombie" ist eine sehenswerte Independet-Produktion, die sich als Mischung aus Jugendromanze, Coming-of-Age-Story und Horrorkomödie schwer einem Genre zuordnen lässt, aber genau daraus ihren Charme und ihre Originalität gewinnt. Die DVD ist technisch ordentlich umgesetzt und hat jede Menge gutes Bonusmaterial zu bieten, bei dem optionale deutsche Untertitel allerdings fehlen. Trotz dieses Punktabzugs ist diese ungewöhnliche DVD-Premiere absolut empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Küss mich, Zombie – DVD (USA 2008)"
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