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La Nana – Die Perle

La Nana – Die Perle

Chile 2009 - mit Catalina Saavedra, Claudia Celedón, Mariana Loyola ...

Filminfo

Originaltitel:La Nana
Genre:Drama, Tragikomödie
Regie:Sebastian Silva
Kinostart:17.06.2010
Produktionsland:Chile 2009
Laufzeit:ca. 96 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.arsenalfilm.de
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Seit über 20 Jahren arbeitet Raquel (Catalina Saavedra) nun schon als Hausmädchen für die Familie Valdez in Santiago de Chile. Auch wenn sie mit ihrer ruppigen Art immer wieder aneckt, gehört sie nach so vielen Jahren irgendwie schon zur Familie. Doch in letzter Zeit kann Raquel immer öfter ihren Pflichten nicht so nachkommen, wie sich das Mutter Pilar Valdez (Claudia Celedón) wünscht. Denn sie wird ständig von Migräne und Schwindelgefühlen geplagt und muss unzählige Tabletten nehmen, um durch den Tag zu kommen. Doch ein weiteres Hausmädchen, das ihr zur Hand gehen könnte, möchte Raquel nicht im Haus heben, könnte ihr doch ein neues Mädchen den so wichtigen Job streitig machen. So wird jede potentielle Konkurrentin mit gemeinen Tricks in die Flucht geschlagen. Erst der selbstbewußten Lucy (Mariana Loyola) gelingt es, Raquels rauhe Schale zu durchbrechen. Doch für wie lange?

"La Nana – Die Perle" hat etliche Preise gewonnen, u.a. auf dem renommierten Sundance Festival. Viele der Preise gingen an Hauptdarstellerin Catalina Saavedra, die hier eine wirklich großartige Leistung abliefert. Doch genau hier liegt auch das große Problem des Films. Saavedra spielt die mürrische Raquel derart überzeugend, dass es schwer ist, so etwas wie Sympathie oder gar Mitleid für das Hausmädchen zu empfinden. Ihr Psychokrieg gegen die Tochter des Hauses, dessen Grund lediglich angedeutet wird, ihre mitunter sehr unfairen Aktionen gegen andere Aushilfen (auch wenn diese für den Zuschauer sehr amüsant sind) und ihre ablehnende Haltung jeder Form von Zuwendung gegenüber lassen keinen Raum für Sympathieentwicklung. Wenn Raquel Lucy – und so auch dem Zuschauer - einen Blick in ihre verletzliche Seele erlaubt, ist es eigentlich schon zu spät, um die in der ersten Stunde aufgebaute Abneigung der Frau gegenüber in Zuneigung umzuwandeln.

Davon abgesehen ist auch der beinahe schon dokumentarische Stil, in dem die Geschichte erzählt wird, etwas zu sperrig, um ein größeres Publikum ansprechen zu können. Wer sich aber auf die Geschichte einlassen kann, und wem es gelingt, seine in der ersten Filmhälfte aufgebaute Meinung von Raquel am Ende zu revidieren, der wird mit einem sehenswerten, hervorragend gespielten und lebensnah erzählten Stück Arthauskino belohnt. Und für solche Zuschauer gilt dann auch: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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