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Labor Day

Labor Day

USA 2013 - mit Kate Winslet, Josh Brolin, Gattlin Griffith, James Van der Beek u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Labor Day
Genre:Drama
Regie:Jason Reitman
Kinostart:08.05.2014
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 111 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.laborday-film.de
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Der Sommer 1987 in New Hampshire: Hier lebt Adele Wheeler (Kate Winslet) mit ihrem 13jährigen Sohn Henry (Gattlin Griffith). Die Trennung von ihrem Mann hat Adele völlig aus er Bahn geworfen. Sie hat sich fast komplett aus der Gesellschaft zurückgezogen und verlässt nur selten das Haus. Und das auch nur, wenn Henry sie begleitet, für sie Schecks in der Bank einlöst oder kleinere Einkäufe erledigt. Am Tag vor Labor Day gelingt es dem Jungen, seine verschlossene Mutter zu einem der seltenen Shoppingtrips ins Einkaufszentrum zu überreden. Dort treffen sie auf den verletzten Frank Chambers (Josh Brolin), der die Beiden höflich, aber mit Nachdruck auffordert, ihm zu helfen. Denn Frank ist ein entflohener Sträfling, der unbedingt einen Ort braucht, an dem er sich für einige Zeit vor der Polizei verstecken kann. Wiederwillig nimmt ihn Adele mit zu sich nach Hause. Obwohl sie um ihr Leben und das ihres Sohnes fürchtet, ist sie von dem Fremden auch auf eine ganz besondere Art fasziniert. Im Laufe der kommenden Tage entdeckt sie verloren geglaubte Gefühle wieder und schafft es so, langsam aus ihrem Kokon herauszuschlüpfen. Doch Henry steht dieser Veränderung eher skeptisch gegenüber, zumal die Situation nun für sie alle Drei immer gefährlicher wird…

Jason Reitman hat sich seit seinem Überraschungserfolg "Juno" mehr und mehr von der reinen Komödie entfernt. Schon der Nachfolger "Up in the Air" war neben zahlreichen amüsanten Momenten auch von einer starken Portion Melancholie durchzogen, was sich in "Young Adult" noch um ein Vielfaches intensiviert hat. Mit "Labor Day" legt Reitman jetzt als konsequente Fortführung dieses Weges seinen ersten Film vor, der komplett auf Humor verzichtet. Dennoch ist das auf dem Roman "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard basierende Drama weitaus weniger deprimierend, als das "Young Adult" unter seiner humorvollen Oberfläche war.

Vielmehr hat Reitman eine sehr zärtliche, mitunter fast schon poetische Liebesgeschichte inszeniert, die von zwei Menschen erzählt, die unter ungewöhnlichen Umständen zueinanderfinden und hoffen, gemeinsam die Schatten ihrer Vergangenheit hinter sich lassen und zusammen den Weg in eine gemeinsame, glückliche Zukunft finden können. Den besonderen Reiz der Geschichte macht aus, dass sie aus dem Blickwinkel eines Teenagers erzählt wird. Zwar fängt Henry an, sich für Mädchen zu interessieren, doch im Herzen ist er noch zu sehr Kind, um ganz verstehen zu können, was zwischen seiner Mutter und Frank passiert. Das hat zur Folge, dass das, was zwischen den beiden Erwachsenen entsteht, meist nur in Andeutungen gezeigt wird, anhand von Blicken oder flüchtigen Berührungen.

Der Film verfügt über eine sehr warmen Bildsprache, welche die trügerische Idylle in den kurzen Momenten des Glücks zwischen Adele und Frank perfekt einfängt. Der schöne Soundtrack, der das Geschehen untermalt, intensiviert diesen emotionalen Eindruck noch zusätzlich. In diesem sehr gelungenen Umfeld können die starken Darsteller ihr Spiel sehr gut entfalten. Dabei gelingt es Kate Winslet und Josh Brolin nicht nur, die zarten Bande, die zwischen ihren eher gebrochenen Charakteren glaubhaft entstehen zu lassen. Sie nehmen sich zudem so weit zurück, dass auch ihr junger Co-Star Gattlin Griffith nicht in den Schatten gedrängt wird, sondern als eigentlicher Hauptdarsteller strahlen kann. Denn "Labor Day" ist eben nicht nur eine Liebesgeschichte zwischen Frank und Adele, sondern auch eine Coming-of-Age Story. Denn die wenigen Tage um den Labor Day 1987 herum stellen für den Jungen einen sehr drastischen Einschnitt in seinem Leben dar, durch den das Ende seiner Kindheit eingeläutet wird.

"Labor Day" ist Nichts für Zuschauer, die viel Tempo brauchen, um gut unterhalten zu werden. Reitmans Inszenierung sucht in der Ruhe ihre Kraft. Und das könnte, sofern man nicht den Zugang zu solch einer getragenen Erzählweise findet, durchaus etwas langweilig wirken. Wer sich aber auf den gedrosselten Erzählfluss einlassen kann, der bekommt hier einen ganz zauberhaften, dramaturgisch berührenden und schauspielerisch hervorragenden Film geboten. Ganz großes Gefühlskino für alle Zuschauer, die amerikanisches Arthauskino der ruhigeren und emotionalen Art mögen. Absolut sehenswert!    

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Labor Day (USA 2013)"
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