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Lara – Blu-ray

Lara – Blu-ray

Deutschland 2019 - mit Corinna Harfouch, Tom Schilling, Volkmar Kleinert, Rainer Bock ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung - Film:
Ausstattung:

Filminfo

Genre:Drama, Komödie
Regie:Jan-Ole Gerster
Verkaufsstart:23.04.2020
Produktionsland:Deutschland 2019
Laufzeit:ca. 98 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (5.1 DTS-HD MA), Hörfilmfassung für Sehbehinderte (Stereo DTS-HD MA)
Untertitel:Deutsch
Bildformat:16:9 (2,40:1) 1080/24p Full HD
Extras:Featurettes, Making of, Originaltrailer
Regionalcode:B
Label:Studiocanal
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Film: Lara (Corinna Harfouch) könnte ihren sechszigsten Geburtstag eigentlich voll Freude und Stolz feiern. Schließlich gibt ihr Sohn Viktor (Tom Schilling) genau an diesem Abend ein wichtiges Klavierkonzert. Und war es nicht Lara, die ihren Sohn für dessen musikalische Karriere geformt hat, nachdem für sie selbst der Traum einer professionellen musikalischen Laufbahn geplatzt war? Zu dumm nur, dass Lara ihren Sohn seit Tagen nicht erreichen kann und er offensichtlich gar nicht möchte, dass sie zu seinem Konzert kommt. Doch davon lässt sie sich nicht einschüchtern: Sie kauft kurzentschlossen sämtliche Restkarten für das Konzert auf und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle. 

Lange hat sich Jan-Ole Gerster für den Nachfolger zu seinem Überraschungserfolg "Oh Boy" Zeit gelassen. Sieben Jahre sind seit seinem gefeierten Debüt vergangen. "Lara" weist einige Parallelen zu dem Vorgänger auf. Hier wie da folgt der Zuschauer der Hauptfigur einen Tag lang durch Berlin. Und in beiden Filmen ist ein subtil eingewobener Humor zu spüren, der allerdings bei "Oh Boy" sehr viel deutlicher zum Tragen gekommen ist, als das hier der Fall ist. Ein noch deutlicherer Unterschied zwischen beiden Werken ist die visuelle Umsetzung. Den reduzierten schwarzweiß-Bildern von "Oh Boy" stehen hier sehr kraftvolle Aufnahmen gegenüber, die den Schauplätzen in Berlin eine ganz eigenständige Atmosphäre verleihen. 

Wirklich interessant ist in diesem Film die Charakterzeichnung. War es bei "Oh Boy" nicht gerade schwer, Sympathie für Tom Schillings Charakter zu entwickeln, sieht das bei der von Corinna Harfouch großartig verkörperten Titelfigur etwas anders aus. Lara ist nun wirklich keine besonders sympathische Frau. Sie strahlt eine fast schon herrische Überheblichkeit aus, die nur von kurzen Augenblicken einer erkennbaren Verletzlichkeit durchbrochen wird. Doch je länger die Zuschauer Lara durch ihren Tag folgen, desto zugänglicher wird dieser Mensch. Und spätestens dann, wenn sie ihre Mutter besucht, kommt so etwas wie Verständnis – und sogar ein klein wenig Mitleid – mit ihr auf. 

Dass Harfouch diese Figur nicht überzeichnet darstellt, sondern ihre Performance auf kleine Nuancen reduziert, macht den komplexen Charakter der Lara irgendwie sehr authentisch – auch wenn die Figur an sich im Kern eher klischeehaft anmuten mag. Unterstützt von hervorragenden Nebendarstellern, zu denen neben Rainer Bock (mittlerweile auch international zu sehen, u.a. in der großartigen Serie "Better call Saul")  auch "Oh Boy"-Darsteller Tom Schilling gehört, trägt Corinna Harfouch dieses kleine, unaufgeregte und dennoch sehr mitreißende Drama, das ein "Sehenswert" absolut verdient hat.    

Bild + Ton: Die Bildqualität hinterlässt mit sehr authentisch wirkenden Farben und einer hohen Gesamtschärfe einen sehr positiven Eindruck. Dieser wird noch durch die gelungene Abmischung der Kontraste und einer guten Detaildarstellung besonders bei den Außenaufnahmen unterstrichen. Der DTS-HD 5.1 Mix ist eher unspektakulär, fängt aber die Stimmung der Geschichte gut ein und gibt die Dialoge kraftvoll wieder. Alles in allem gibt es für diese technischen Aspekte ein verdientes: Gut! 

Extras: Als Bonus hat die Blu-ray neben einem sehr kurzen Making of (ca. 3:54 Min.) noch vier Mini-Featurettes über den Regisseur, die Hauptdarstellerin, die Geschichte und über die klassische Musik im Film zu bieten. Da diese Promo-Clips aber jeweils eine Laufzeit von unter einer Minute aufweisen, darf hier nicht mit allzu tiefgründigen Informationen gerechnet werden. 

Fazit: "Lara" ist ein unaufgeregtes Drama, durchzogen von leisem Humor und einer dezenten Sentimentalität. Auch wenn der Film nicht ganz die Qualität von Jan-Ole Gersters gefeiertem Debüt "Oh Boy" erreicht, so kann das Werk doch mit einer extrem starken Corinna Harfouch, einer sehr einnehmenden Bildsprache und wunderbaren Dialogen punkten. Die Blu-ray gefällt mit einer atmosphärischen Umsetzung auf audiovisueller Ebene. Das Bonusmaterial dagegen bleibt arg oberflächlich. Alles in allem aber gibt es ganz klar ein: Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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