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Lebanon

Lebanon

D/Il/F/R 2009 - mit Yoav Donat, Itay Tiran, Oshri Cohen, Michael Moshonov ...

Filminfo

Originaltitel:Lebanon
Genre:Drama, Kriegsfilm, Thriller
Regie:Samuel Maoz
Kinostart:14.10.2010
Produktionsland:D/Il/F/R 2009
Laufzeit:ca. 93 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.lebanon.senator.de
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Mit dem bei den Filmfestspielen von Venedig 2009 mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichneten Drama "Lebanon" kommt nun einer der interessantesten und in vielen Elementen auch enorm kraftvoller Kriegsfilm in unsere Kinos, der in einem Mikrokosmos das Grauen eines gesamten Kriegsgeschehens einzufangen vermag.

Im Sommer 1982, inmitten der Wirren des ersten Libanon-Kriegs, wird ein Panzer auf eine vermeintliche Routinemission geschickt. Begleitet von einer Truppe Fallschirmjäger, sollen die vier jungen Männer Shmulik, Assi, Herzl und Yigal in ihrem Panzer eine feindliche Stadt auskundschaften. Doch was als einfache Tour mit den üblichen Vorkommnissen beginnt, entpuppt sich bald als tödlicher Hinterhalt. Gefangen in der klaustrophobischen Enge ihres Panzers kämpfen die Männer bald schon ums nackte Überleben, um das Überleben in einem Krieg, in dem es keine Menschlichkeit mehr zu geben scheint.

"Lebanon" schafft es erstklassig, den Zuschauer die Enge, die Hitze, die Angst spüren zu lassen, die den vier Protagonisten des Films durchleben müssen. Regisseur Samuel Maoz, der in dem Film seine eigenen traumatischen Erlebnisse des Libanon-Krieges verarbeitet, schont seine Zuschauer keine Sekunde lang, gönnt ihnen keine Auszeit, um zu entspannen oder Luft zu holen. Sein Kammerspiel ist ganz großes Kino, das mit wenigen Worten mehr zu sagen weiß, als viele andere Filme dieses Genres zusammen.

Doch nicht alle Aspekte des Films sind wirklich gelungen. Kontakt zur Außenwelt gibt es für die Insassen des Panzers – und so auch für die Zuschauer – nur mit Hilfe des Suchers vom Zielfernrohr. Und was hier gezeigt wird, hätte etwas subtiler ausfallen können. Immer wieder blicken Menschen anklagend oder verzweifelt direkt in den Sucher, sich offenbar bewusst, wer sie da gerade beobachtet. Das ist beim ersten Mal noch sehr kraftvoll und bewegend, beim zweiten Mal auch noch, doch danach verliert dieses Stilmittel zunehmend an Wirkung. Sicherlich, es ist absolut klar, warum es diesen direkten Blickkontakt geben muss. Doch eigentlich hätte es dessen gar nicht bedurft, um das, was durch die gewisse Distanz des Zielfernrohrs gesehen wird, bewegend, kraftvoll und auch anklagend zu vermitteln.

Dieser Schwachpunkt wirkt zwar unterm Strich nur wenig störend, verhindert aber, dass "Lebanon" ein rundum gelungenes Meisterwerk geworden ist. Ein beklemmendes Drama, ein starker (Anti-)Kriegsfilm und ein beeindruckendes Stück Kino ist Samuel Maoz aber auf jeden Fall gelungen. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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