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Little Thirteen - DVD

Little Thirteen - DVD

Deutschland 2012 - mit Muriel Wimmer, Antonia Putiloff, Isabell Gerschke, Joseph Konrad Bundschuh u.a

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Christian Klandt
Verkaufsstart:04.10.2013
Produktionsland:Deutschland 2012
Laufzeit:ca. 91 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Anzahl der Disc:1
Sprachen:Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:Englisch
Bildformat:16:9 (2.35:1)
Extras:Audiokommentar, Making of, Casting Tapes, Proben, Outtakes, Entfallene und alternative Szenen, Interview, Trailer
Regionalcode:2
Label:Capelight Pictures / X-Verleih
Webseite:www.capelight.de
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Amazon Link : Little Thirteen - DVD

Film: Sarah (Muriel Wimmer) ist dreizehn Jahre alt. Eigentlich noch ein Kind, möchte man meinen. Doch die Zeit, als Sarah noch mit Puppen gespielt hat, ist längst vorbei. Jetzt sind Jungs das wichtigste im Leben der Schülerin. Sex ist für sie und ihre Freundin Charly (Antonia Putiloff) längst Alltag. Mit wem sie ins Bett geht, ist Sarah eigentlich egal. Bis sie den 18jährigen Lukas (Joseph Konrad Bundschuh) kennen lernt. Der scheint wirklich an ihr und nicht nur an Sex interessiert. Zum ersten Mal empfindet das Mädchen so etwas wie ein Bedürfnis nach einer echten Beziehung. Doch ob das Lukas genauso sieht, scheint fraglich. Denn bislang waren Mädchen für ihn nur ein Weg, um schnelles Geld zu verdienen. Heimlich lässt er sich von seinem Kumpel Diggnsäck (Philipp Kubitza) beim Sex filmen und gibt dann diese Clips gegen Bezahlung weiter. Sind seine Gefühle für Sarah also wirklich echt? Oder ist sie für ihn auch nur eine weitere unfreiwillige Darstellerin in seinen Sex-Filmchen?

"Little Thirteen" ist der Abschlussfilm von Filmemacher Christian Klandt für sein Diplom an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, der in Unterstützung mit dem X-Verleih entstand. Für die Geschichte haben Klandt und Drehbuchautorin Catrin Lüth intensiv recherchiert und sich mit vielen Menschen der Altersgruppe, die sie hier porträtieren, unterhalten. Besetzt mit weitgehend unverbrauchten Gesichtern und atmosphärisch sehr authentisch gehalten, ist Klandt ein sehr starkes Drama gelungen, das hier und da ein wenig überzogen scheint, insgesamt aber einen extrem intensiven Eindruck hinterlassen kann.

Es gibt zwei Aspekte, die der Film erschreckend realitätsnah wiedergibt und die ihn als Diskussionsgrundlage extrem wichtig sind. Da ist auf der einen Seite die Rolle von Sarahs alleinerziehende Mutter Doreen (Isabell Gerschke). Da sie ihre Tochter sehr jung bekommen hat, sieht sie sich eher als ihre Freundin und weniger als ihre Mutter – ein Phänomen, das viel zu oft beobachtet werden kann. Sie trägt die gleichen Klamotten wie ihre Tochter, interessiert sich für die selben Typen und gibt sich vor den Augen ihrer Tochter extrem freizügig. Die pädagogische Bezugsperson, die sie eigentlich sein sollte und die ein Mädchen wie Sarah dringend bräuchte, stellt eine Mutter wie Doreen nun wirklich nicht da.

Das fehlende Verantwortungsgefühl, das die Mutter an den Tag legt, überträgt sich natürlich auch auf die Tochter. Und das ist der zweite Aspekt, der "Little Thirteen" so wichtig macht. Denn den hier porträtierten Teenagern fehlt jedes Gefühl von Respekt vor dem eigenen Körper und vor anderen, jedes Gefühl von Verantwortung oder Scham. Wenn sich Charly etwa nicht daran stört, dass Diggnsäck kein Kondom dabei hat ("Ich will jetzt meinen Spaß haben") oder sich Sarah wundert, warum Lukas nicht gleich mit ihr Sex haben will ("Das ist doch schon das zweite Mal, dass wir uns sehen"), wird deutlich, welche Folgen es haben kann, wenn Kindern keine Grenzen, Skrupel oder Schamgefühl beigebracht werden.

Der Film ist eins ehr unbequemes und mitunter schwer ertragbares Porträt einer Generation, in der Perspektivlosigkeit und eine gewisse Social-Network-Oberflächlichkeit das Leben von jungen Menschen bestimmen, die viel zu wenig Kind waren und viel zu früh das Gefühl vermittelt bekommen, erwachsen sein zu müssen. Sicherlich ist das Ganze keine leichte Unterhaltung, sondern extrem schwere Kost. Zudem gibt es hier und da ein paar kleine Klischees oder dramaturgische Schwächen. Doch insgesamt ist Christian Klandt ein wirklich eindringliches und wichtiges Jugenddrama gelungen, für das es dann auch ein verdientes "Sehenswert" gibt!

Bild + Ton: Der Film präsentiert sich auf der DVD in einem sehr authentischen Look, der insbesondere durch die stimmige Farbgebung, gut abgestimmte Kontraste und die ordentliche Bildschärfe erreicht wird. Der Ton präsentiert sich in einem Dolby Digital 5.1 Mix, der zwar vornehmlich von den Dialogen dominiert wird, aber hin und wieder auch mit satten Bässen und ordentlichem Surround-Klang punkten kann. Gut!

Extras: Die DVD hat jede Menge Zusatzmaterial zu bieten. Los geht es mit einem aufschlussreichen Audiokommentar, den Regisseur Christian Klandt gemeinsam mit der Autorin Catrin Lüth eingesprochen hat. Die Beiden unterhalten sich in entspannter Atmosphäre engagiert über verschiedene Aspekte des Drehs, die Recherche und die Darsteller und liefern dabei dem Zuhörer einige wirklich interessante Informationen. Ergänzend dazu gibt es noch ein gutes Making of (ca. 22 Min.), sowie Szenen vom Casting (ca. 8 Min.) und von den Proben (ca. 7:30 Min.). Entfallene und alternative Szenen, optional mit Audiokommentar (ca. 45 Min.), sowie einige Outtakes (ca. 4:30 Min.) und der Trailer sind ebenfalls auf der Disc enthalten. Abschließend gibt es noch ein Gespräch mit Petra Winkler von Pro Familia zu der Thematik des Films (ca. 7:30 Min.)

Fazit: "Little Thirteen" ist ein recht unbequemer Film, der sich auf recht ungeschönte Art mit einer desillusionierten Generation auseinandersetzt, denen jedes Gefühl für Verantwortung und Respekt zu fehlen scheint und die nur von Social-Network-Oberflächlichkeiten und nicht von echten Zukunftsperspektiven getrieben werden. Zwar verliert sich das Drama hin und wieder in etwas gestelzt wirkenden Momenten und leichten Klischees, hinterlässt aber alleine schon aufgrund der starken Darstellerleistungen einen bleibenden Eindruck. Keine leichte Kost, wer aber nachdenklich stimmendes Nachwuchskino aus Deutschland schätzt, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen. Die DVD ist technisch gut umgesetzt und überzeugt zudem mit umfangreichen und informativen Bonusmaterial. Empfehlenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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