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Dezember 2018
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Lost River

Lost River

USA 2014 - mit Christina Hendricks, Saoirse Ronan, Iain De Caestecker, Matt Smith, Eva Mendes u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Lost River
Genre:Drama, Mystery
Regie:Ryan Gosling
Kinostart:28.05.2015
Produktionsland:USA 2014
Laufzeit:ca. 94 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.facebook.com/LostRiver
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Die Zeiten, in denen Lost River eine florierende Stadt war, sind längst vorbei. Nun dominieren heruntergekommene Häuser und gespenstische Hochhausschluchten das Stadtbild. Wer die Möglichkeit hat, zieht weg, nur wenige Bewohner hält es in dieser tristen Umgebung. Billy (Christina Hendricks) hat es bislang gut geschafft, ihren beiden Söhnen Franky und Bones (Iain De Caestecker) auch in dieser schwierigen Umgebung ein behütetes Leben zu ermöglichen. Doch jetzt sind die Schulden erdrückend und sie droht ihr Zuhause an die Bank zu verlieren. Doch dann macht ihr der neue Bankmanager Dave (Ben Mendelsohn) ein lukratives Jobangebot, das für die alleinerziehende Mutter aber unerwartete Gefahren mit sich bringen könnte. Zur gleichen Zeit versucht Bones, mit Kupferschrott genügend Geld zusammen zu bekommen, um sein Auto zu reparieren. Dabei gerät er ins Visier von Bully (Matt Smith), den selbsternannten Herrscher über Lost River. Schnell muss Bones erkennen, dass mit Billy und seiner Gang nicht zu spaßen ist. Doch wie seine Mutter ist auch er nicht bereit, seinen Traum von einer besseren Zukunft aufzugeben – auch dann nicht, wenn er sich und die Menschen in seinem Umfeld dadurch in große Gefahr bringt…

Mit "Lost River" versucht sich Ryan Gosling erstmals als Regisseur, wobei er hier die kreative Vielseitigkeit vermissen lässt, die er bislang als Schauspieler mehrfach unter Beweis gestellt hat. Denn für sein Regiedebüt hat er sich viel zu offensichtlich von seiner zweifachen Zusammenarbeit mit Nicolas Winding Refn inspirieren lassen. Farbgebung, Erzählstruktur, Bildsprache, Musik – all das erinnert stark an "Only God Forgives" und "Drive", gewürzt mit einer Prise David Lynch. Auch Elemente des Kritikerlieblings "Beasts of the southern wild" finden sich hier wieder. Sich von anderen Werken inspirieren zu lassen, ist ja im Prinzip noch kein Anlass zur Kritik. Doch wenn kaum eigene Ideen erkennbar sind und einige Aspekte direkt abgekupfert zu sein scheinen, dann fällt es einfach schwer, echte Begeisterung aufkommen zu lassen.   

Keine Frage, "Lost River" hat einige faszinierende Momente. Die Drehorte in Detroit und die Kameraarbeit von Benoît Debie sorgen für eine packende, mitunter fast schon hypnotische Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Und auch die Darsteller sind an sich überzeugend. Besonders "Doctor Who"-Star Matt Smith als brutaler Bully ist wirklich großartig. Doch es will Gosling einfach nicht gelingen, die vereinzelt guten Aspekte zu einem stimmigen Ganzen zusammen zu führen. Die Geschichte ist mehr als konfus und so manche Szene ist vollkommen sinnfrei. Bizarre Ideen und skurrile Bilder sind ja gut und schön. Nur wenn sie dramaturgisch keinen echten Zweck erfüllen und lediglich dazu dienen, den Film unangepasst und avantgardistisch wirken zu lassen, führt das ganz schnell dazu, dass sich der Zuschauer nicht mehr weiter für die Geschichte interessiert und bald von schwerer Langeweile überwältigt wird.

Die Ambitionen, die hinter dem Film stecken, sind offensichtlicher als die Geschichte, die hier erzählt werden soll. Doch seinen großen Vorbildern Tribut zu zollen, reicht einfach nicht aus, um eine überzeugende Regiearbeit abzuliefern. Es gibt interessante Momente, kurze Blitze cineastischer Genialität – aber eben auch viel Aufgewärmtes und verkopften Murks. Das Endergebnis ist atmosphärische Langeweile, die wohl die meisten Zuschauer etwas verwirrt in die Wirklichkeit entlassen wird. Wenn Ryan Gosling auch als Regisseur so überzeugen möchte, wie ihm das als Schauspieler mehrfach gelungen ist, dann muss er auf jeden Fall noch seinen eigenen Ton finden. Das Potential ist da, nur die zu sehr an andere Filmemacher orientierte Ausführung ist mehr als dürftig. Und dafür kann es leider auch nur ein  "bedingt sehenswert" geben.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Lost River (USA 2014)"
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