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Mai 2018
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Macbeth

Macbeth

Großbritannien 2015 - mit Michael Fassbender, Marion Cotillard, Paddy Condsidine, David Thewlis u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Macbeth
Genre:Drama
Regie:Justin Kurzel
Kinostart:29.10.2015
Produktionsland:Großbritannien 2015
Laufzeit:ca. 113 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.macbeth-film.de/
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Die Geschichte ist schon 400 Jahre alt, hat aber bis heute kaum etwas von ihrer Kraft und Aktualität eingebüßt: Nachdem Macbeth (Michael Fassbender), Than von Glamis und treuer General von König Duncan (David Thewlis), auf dem Schlachtfeld von drei Hexen die Prophezeiung erhält, dass er bald König von Schottland sein werde, lässt er sich von seiner Frau (Marion Cotillard) dazu überreden, den König zu ermorden und selbst den Thron zu besteigen. Dies ist der Beginn einer Schreckensherrschaft, der Duncans Sohn Malcolm (Jack Reynor) und Macbeths Widersacher Macduff (Sean Harris) mit aller Macht ein Ende setzen wollen…

Shakespeares "Macbeth" gehört weltweit zu den meistgespielten Stücken überhaupt. Doch nicht nur auf den großen und kleinen Bühnen dieser Welt, auch im Fernsehen und Kino wurde die Geschichte vom Königsmörder schon unzählige Male adaptiert. Regisseur Justin Kurzel wollte nicht nur eine neue Interpretation des bekannten Ursprungmaterials bieten. Er wollte auch die nicht immer leicht verständliche Sprache Shakespeares für ein breites Kinopublikum zugänglicher machen, ohne das Besondere der Lyrik zu zerstören. Und genau daran scheitert sein Film dann auch. Visuell gibt es an dieser Adaption nichts auszusetzen. Es gibt etliche faszinierende Bilder, die den Zuschauer direkt auf das schmutzige Schlachtfeld in Schottland oder ins Schloss des Königs transportiert. Diese faszinierende Bildsprache wird vom engagierten Spiel der Darsteller unterstützt. Besonders Michael Fassbender liefert eine mehr als überzeugende Darstellung ab, die wirklich Eindruck hinterlassen kann.

Angesichts dieser gelungenen Aspekte hätte Kurzel nun die Chance gehabt, den Stoff auch für ein modernes Publikum zugänglich zu machen und eben nicht nur das Feuilleton zufrieden zu stellen. Doch anstatt die Dialoge wirklich zu modernisieren und zu beweisen, dass auch heute kunstvoll und lyrisch mit Sprache umgegangen wird, hält er am für Viele sperrigen Stil Shakespeares fest. Im Presseheft wird noch der Eindruck erweckt, dass sich Kurzel und sein Team durchaus dessen bewusst sind, dass man auf ein Kinopublikum ganz anders zugehen muss, als auf die Zuschauer in einem Theater. Doch in der Umsetzung ist das nicht gelungen. Jedes Wort klingt hier gekünstelt und im schlimmsten Sinne des Wortes theatralisch. Das wäre noch akzeptabel gewesen, hätte das Drehbuch Shakespeares Lyrik beibehalten. Doch stattdessen wird sein Stil nur kopiert und auf die Sätze, die man selbst als Laie kennt, wartet man hier vergebens.

Es hat sich hier die Möglichkeit ergeben, zu zeigen, dass man eine klassische Geschichte mit modernen Mitteln erzählen kann und trotzdem einen gewissen Anspruch aufrechterhalten kann. Stattdessen wird verzweifelt einem künstlerischen Anspruch hinterhergehechelt, der den Film eben nicht einem breiten Publikum zugänglich macht. Der mitunter arg an den Nerven zerrende Soundtrack trägt zudem dazu bei, dass dieser "Macbeth" gerade für Zuschauer, die sich von dem schmucken Trailer und dem oft (völlig falschen) bemühten "Game of Thrones"-Vergleich haben blenden lassen und spannendes Unterhaltungskino erwarten zu einer echten Qual wird.

Sicherlich, auch für diese Adaption gibt es ein Publikum. Wer sich gerne im Kino mit Dialogen konfrontiert sieht, bei denen man den Anfang eines Satzes bereits wieder vergessen hat, bevor dieser zu Ende gesprochen wird, wer sich gerne in kunstvoller, aber eben auch künstlicher Dramaturgie verliert oder wer einfach ein großer Liebhaber von Shakespeares Werken und deren Verfilmungen ist, der wird hier mit Sicherheit ganz großes Kino erleben. Für solche Zuschauer gibt es dann auch ein: Absolut sehenswert! Wer aber wirklich mitreißendes Unterhaltungskino mit zugänglichen Figuren und Dialogen, die man auch ohne Literaturstudium genießen kann, sehen möchte, der sollte um diesen Film einen großen Bogen machen. Denn dann gilt eindeutig: Nur sehr bedingt sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Macbeth (Großbritannien 2015)"
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