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Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod

Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod

Frankreich/Spanien 2010 - mit Carlos Areces, Carolina Bang, Antonio De La Torre, Sancho Garcia ...

Filminfo

Originaltitel:Balada Triste de Trompeta
Genre:Drama, Tragikomödie, Horror, Thriller, Romantik
Regie:Alex De La Iglesia
Kinostart:08.12.2011
Produktionsland:Frankreich/Spanien 2010
Laufzeit:ca. 104 Min.
FSK:ab 18 Jahren
Webseite:www.kochmedia-film.com
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Als kleiner Junge musste Javier (Carlos Areces) miterleben, wie sein Vater, der "Dumme Clown" in einem Wanderzirkus, inmitten der Wirren des spanischen Bürgerkriegs von den Schergen Francos gefangen und hingerichtet wird. Nun, über dreißig Jahre später, versucht sich Javier selbst als Clown, um dem Andenken seines Vaters gerecht zu werden. Als "Trauriger Clown" schließt er sich einer sehr extravaganten Truppe an, deren Star der "Lustige Clown" Sergio (Antonio De La Torre) ist. Doch während alle Kinder Sergio lieben, ist er aufgrund seiner Wutausbrüche und seiner sadistischen Ader bei den Kollegen eher gefürchtet. Als sich Javier ausgerechnet in Sergios Freundin, die schöne Artistin Natalia (Carolina Bang), verliebt, steuert nicht nur er auf sein endgültiges Verderben zu... 

"Mad Circus" ist ein Film, der sich nur schwer in eine Schublade stecken lässt. Elemente des Liebesdramas wechseln sich mit surrealen Allegorien auf die Franco-Ära ab, während das Ganze noch von extrem blutigen Horror-Einlagen ergänzt wird. Auch wenn es die Zusammenfassung des Inhalts kaum vermuten lässt, so gehört Alex De La Iglesias Werk zweifelsohne zu den skurrilsten und ungewöhnlichsten Filmen des Jahres. Dabei funktioniert die schräge Mixtur gleich auf mehreren Ebenen. 

Wer sich ein wenig in der politischen Geschichte Spaniens auskennt, der wird den Symbolismus, den De la Iglesias in seinen Figuren ausdrückt, deutlich erkennen können. Für den Regisseur stellt der böse Clown Sergio die Diktatur Francos dar, während Javier ein Symbol für den Widerstand ist. Die sinnliche Natalia wiederum, die sich von Sergio zum Teil regelrecht quälen lässt, aber dennoch Liebe und Leidenschaft für ihn empfindet, verkörpert "den Masochismus dieses Landes, das sich von seiner Geschichte bis heute nicht erholen kann". 

Doch auch wenn der Film untrennbar mit der Geschichte Spaniens verbunden zu sein scheint, funktioniert er auch, wenn die notwendigen politischen und geschichtlichen Kenntnisse fehlen. Denn der Regisseur schwelgt regelrecht in seinen skurrilen Figuren und den mitunter sehr makabren Schauwerten. Wenn etwa Javiers Vater in der Eingangssequenz auf sehr rabiate Art gegen Francos Soldaten kämpft oder sein Sohn zeigt, wofür man Bügeleisen auf keinen Fall verwenden sollte, dann ist das derart übertrieben brutal, dass man sich nicht etwa angewidert wegdreht, sondern ein wenig ungläubig und schockiert lachen muss. Und gerade, wenn man denkt, es kann nicht noch abgedrehter oder heftiger kommen, setzt Alex De La Iglesias noch einen drauf. 

Das große Kunststück ist, dass "Mad Circus" weder eine plumpe Gewaltorgie oder eine hirnlose Schlachtplatte ist, noch ein völlig überdrehtes B-Movie im Grindhouse Stil. Visuell spielt der Film in der ersten Liga und hat einige grandiose Aufnahmen zu bieten, die das Werk nicht gerade billig aussehen lassen. Zudem versteckt sich hinter den blutigen und schrägen Momenten eine sehr clever konstruierte Geschichte, die aus "Mad Circus" weit mehr machen, als einen etwas ungewöhnlichen Horror-Film. 

Wer es gerne blutig, skurril, originell, abgedreht aber dennoch intelligent mag, der sollte sich diesen Arthaus-Horror nicht entgehen lassen. Denn eines ist sicher: hier bekommen Sie Dinge zu sehen, die so nur selten oder gar nicht im Kino zu sehen sind. Aber zart besaitet oder leicht zu schockieren sollten Sie besser nicht sein. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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