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Mammuth

Mammuth

Frankreich 2010 - mit Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Miss Ming, Isabelle Adjani ...

Filminfo

Originaltitel:Mammuth
Genre:Komödie, Tragikomödie, Drama
Regie:Benoît Delépine und Gustave Kervern
Kinostart:16.09.2010
Produktionsland:Frankreich 2010
Laufzeit:ca. 91 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.mammuth.x-verleih.de
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Das Gérard Depardieu einmal ein echtes Sexsymbol gewesen sein soll, ist bei seinem Anblick in "Mammuth" kaum nachvollziehbar. Hier ist er fett, alt und asozial. Und dennoch ist er genau aus diesen Gründen auch wieder einmal ganz großartig – was von dem Film selber nur mit Einschränkungen behauptet werden kann.

Depardieu spielt hier den ehemaligen Schlachter Mammuth, der mit seiner neuen Rolle als Rentner so gar nicht zurecht kommt und damit auch seiner Frau (Yolande Moreau) gehörig auf die Nerven geht. Als er erfährt, dass ihm wichtige belege fehlen, um seine komplette Rente kassieren zu können, begibt er sich auf seinem alten Motorrad, einer Münch-Mammut, auf eine Reise zu seinen alten Arbeitgebern – und in seine eigene Vergangenheit, die von einem dunklen Geheimnis überschattet wird...

Gerade in den ersten Minuten birgt "Mammuth" unheimlich viele Momente völlig absurder Komik in sich. Etwa Mammuths Verabschiedung im Schlachthof, sein erster Einkauf in einem großen Einkaufszentrum oder der Rachefeldzug von seiner Frau Catherine gegen eine gemeine Diebin, die ihrem geliebten Mammuth das Handy geklaut hat und der auf ganz wunderbare Art ein sehr schnelles Ende findet. Depardieu ist als Rentner, der sich in der modernen Gesellschaft einfach nicht zurecht finden kann, großartig. Und auch die Nebendarsteller, allen voran Yolande Moreau, sind ebenfalls mehr als überzeugend.

Und dennoch entläßt der Film seine Zuschauer mit einem etwas faden Beigeschmack. So sind etwa die Szenen, in denen sich Mammuth an ein traumatisches Ereignis aus seiner Vergangenheit erinnert wird und von der Vision seiner ehemaligen Geliebten Yasmine, verkörpert von Isabelle Adjani, heimgesucht wird, etwas angestrengt "künstlerisch wertvoll" inszeniert, was mit der Zeit etwas anstrengend wirkt. Zudem gibt es eine Szene zwischen Mammuth und einem entfernten Verwandten, die auf eine gewisse, sehr skurrile Art zwar schon komisch ist, gleichzeitig aber, da erfüllt von einer grenzenlosen Erbärmlichkeit und Traurigkeit, ebenfalls auf eine arg verstörende Weise abstoßend ist, so dass sich einige Zuschauer (den Verfasser dieser Zeilen eingeschlossen) ab diesem Moment emotional von dem Geschehen und seinen Protagonisten verabschieden könnten, womit nicht nur das Ende, sondern eigentlich der gesamte Film spürbar an Bedeutung verliert.

Sicherlich, "Mammuth" ist auf seine ganz einfache Art ein sehenswerter und bissig komischer Film mit einem großartigen Hauptdarsteller. Doch seine mitunter etwas angestrengte Inszenierung und ein Moment jenseits des guten Geschmacks könnten das Sehvergnügen für manchen Zuschauer trüben. Daher gilt: für Liebhaber des französischen Arthaus-Kinos mit Einschränkungen sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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