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Marieke und die Männer

Marieke und die Männer

Belgien 2011 - mit Hande Kodja, Barbara Sarafian, Jan Decleir, Caroline Berliner ...

Filminfo

Originaltitel:Marieke, Marieke
Genre:Drama
Regie:Sophie Schoukens
Kinostart:28.06.2012
Produktionsland:Belgien 2011
Laufzeit:ca. 82 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.neuevisionen.de
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Seit zwölf Jahren lebt Marieke (Hande Kodja) nun schon alleine mit ihrer Mutter Jeanne (Barbara Sarafian). Beide Frauen haben auch nach all den Jahren noch immer mit dem Selbstmord von Mariekes Vater zu kämpfen. Jeanne hat jede Erinnerung an ihren Ehemann aus ihrem Leben verbannt, nirgendwo gibt es Fotos oder andere Andenken. Die mittlerweile 20jährige Marieke dagegen hat extreme Bindungsängste entwickelt. Ihre Sehnsucht nach Zuneigung, Zärtlichkeit und Wärme, die ihr von Seiten Jeannes verwehrt bleibt, sucht die junge Frau in Affären mit älteren Männern. Alter und Tod scheinen dabei eine ganz besondere Faszination auf Marieke auszuüben. Als der charmante Jacoby (Jan Decleir), der einst sehr gut mit Mariekes Vater befreundet war, auftaucht und den Kontakt zu der jungen Frau sucht, scheint für sie zunächst nur eine weitere ihrer Affären zu beginnen. Doch Jacobys Auftauchen zwingt Marieke dazu, sich mit ihrer Vergangenheit und verdrängten Details zum Tod ihres Vaters auseinander zu setzen und eine Wahrheit zu akzeptieren, vor der sie so lange davon gelaufen ist…

"Marieke und die Männer" ist ein ruhiges Drama, das sehr sensibel und ohne den möglichen Voyeurismus, den gerade Mariekes sexuelle Affären geboten hätten, eine in ihrer Einfachheit sehr ergreifende Geschichte erzählt. Zwar gelingt es Sophie Schoukens in ihrem Spielfilmdebüt sehr gut, eine gewisse erotische Spannung aufzubauen, doch entlädt sie diese eher in Blicken und kleinen Momenten leiser Zärtlichkeit, als in allzu deutlichen Sexszenen. Dadurch lenken diese Momente nicht zu sehr von den Charakteren ab, auf deren Entwicklung das eigentliche Augenmerk der Geschichte liegt. Zu beobachten, wie die Mauer, die Marieke in all den Jahren um sich herum aufgebaut hat, zusammen fällt, ist von einer Intensität, die man bei einem so stillen Film eigentlich nicht erwartet hätte.

Dies liegt nicht nur an der sensiblen Inszenierung von Schoukens, sondern in erster Linie an dem großartigen Spiel von Hande Kodja, die mit stark reduzierter Mimik eine emotionale Bandbreite ausdrückt, von der so mancher Schauspieler nur träumt. Besonders im letzten Drittel ist es Kodjas Leistung, durch die das Geschehen seine ganz besondere emotionale Kraft bezieht.

Eine einnehmende Bildsprache, die zurückhaltend aufgebaute Dramaturgie und die guten Darsteller machen aus "Marieke und die Männer" einen mitreißenden Einblick in die durch ein traumatisches Kindheitserlebnis zerrüttete Psyche einer jungen Frau. Wer anspruchsvolle, langsam und ruhig erzählte Programmkinokost zu schätzen weiß, dem kann diese kleine Arthausperle wärmstens empfohlen werden. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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