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Melancholia

Melancholia

Dänemark 2011 - mit Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Stellan Skarsgard, Alexander Skarsgard ...

Filminfo

Originaltitel:Melancholia
Genre:Drama
Regie:Lars von Trier
Kinostart:06.10.2011
Produktionsland:Dänemark 2011
Laufzeit:ca. 130 Min.
Webseite:www.melancholia-derfilm.de
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Lars von Trier versteht es zu provozieren. Ob mit seinem letzten Machwerk "Antichrist" oder bei der Cannes Pressekonferenz zu seinem neuesten Film, immer wieder schafft es von Trier, bei Zuschauern und Presse heftigste Reaktionen hervor zu rufen – sowohl Positive, als auch Negative. Auch an "Melancholia" werden sich zweifelsohne wieder die Geister scheiden. Zurecht, denn auch wenn das Ende der Welt wohl noch nie in so schönen Bildern zelebriert worden ist, so ist die Geschichte, die der Film erzählt, doch sehr zäh und gewöhnungsbedürftig inszeniert. 

Es sollte eigentlich ein Tag purer Freude sein. Denn schließlich feiern Justine (Kirsten Dunst) und Michael (Alexander Skarsgard) ihre Hochzeit auf dem malerischen Anwesen von Justines Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) und ihrem Mann John (Kiefer Sutherland). Doch schon das verspätete Erscheinen des Brautpaares sorgt für erste Spannungen. Verstärkt werden diese durch die offenkundig schlechte Laune von Justines Mutter Gaby (Charlotte Rampling), die dem Brautpaar nach ihrer gescheiterten Ehe mit Dexter (John Hurt) keine rosige Zukunft bescheinigen kann. Aber auch Jack (Stellan Skarsgard), der Chef der Braut, der von seinem besten Pferd im Stall selbst am Tag ihrer Trauung berufliche Entscheidungen verlangt, drückt Justine auf die Stimmung. Immer weniger gelingt es ihr, ein Lächeln aufrecht zu erhalten, mehr und mehr wird sie von Melancholie erdrückt, die den Abend schließlich unerwartet enden lässt. 

Zur gleichen Zeit nähert sich der Planet Melancholia unaufhaltsam der Erde. Während John fest daran glaubt, dass er an der Erde vorbei fliegen wird und dies zu einem atemberaubenden Naturschauspiel führen wird, glaubt Claire mehr und mehr an ein baldiges Ende allen Lebens. Und so bröckelt die perfekte Fassade dieser wohlhabenden Familie von Tag zu Tag mehr im Angesicht des drohenden Endes... 

"Melancholia" verlangt seinen Zuschauern gleich zu Beginn eine Menge ab. Auch wenn die Zeitlupenbilder, die von Trier hier mit schwermütiger Musik untermalt präsentiert, von einer nicht zu leugnenden Schönheit und Faszination sind, so ist diese das Ende vorweg nehmende Eröffnungssequenz einfach viel zu lang, die Geduld der Zuschauer wird hier bis an die Schmerzgrenze überstrapaziert. Bereits bei "Antichrist" hat von Trier eine solche Eingangssequenz benutzt, doch war diese recht kurz und daher auch enorm kraftvoll. Doch hier wandelt sich Faszination spätestens nach zehn Minuten in Nervosität, Langeweile und Frustration. 

Danach wechselt der Regisseur zu dem Stil, den er selbst mit seinen Filmen mitbegründet hat. In bester Dogma-Manier regiert nun die verwackelte Handkamera das Geschehen, das zwischenmenschliches Drama im Angesicht des Weltuntergangs über zwei Stunden hinweg präsentiert. Das ist gerade von Kirsten Dunst intensiv gespielt, das steht außer Frage. Zudem wird gerade die zweite Filmhälfte durch die visuell und klanglich ständig präsente Bedrohung durch Melancholia in eine ganz besondere Stimmung getaucht, die eine schwer zu definierende Atmosphäre erzeugt, der man sich nur schwer entzeihen kann. Dennoch kann dadurch nicht kaschiert werden, dass die Geschichte an sich längst nicht so anspruchsvoll und vielschichtig ist, wie die ansehnliche Inszenierung es vorgaukelt. Das Problem ist, dass die Charaktere nicht wirklich sympathisch sind und ihre Schwierigkeiten einfach Jammern auf hohem Niveau darstellen. Zugegeben, zu sehen, dass Glück, Liebe und Leben auch mit viel Geld und einem schönen Anwesen nicht erkauft werden können, ist auf gewisse Weise schon interessant und dramaturgisch spannend. Und auch eine globale Katastrophe auf sehr kleinem Raum zu beobachten, verfügt über einen erheblichen Reiz. Doch wenn das Ganze von eher unsympathischen Protagonisten derart langatmig vorgetragen wird, dann darf man als Zuschauer zurecht genervt die Augen verdrehen. 

Aber es gibt ja durchaus ein Zielpublikum, dem sich der Stil von Lars von Trier erschließt und die das, was Andere als langweilig und prätentiös empfinden, schlichtweg als genial und als ganz großes Arthauskino ansehen. Und genau diese Zuschauer werden bei "Melancholia" aufs Beste verwöhnt und mit großartigen Bildern und einem mehr als bedrückend schönen Finale belohnt. Und genau für ein solches Programmkino-Publikum ist der Film dann auch absolut empfehlenswert. Wer aber neben beeindruckenden Bildern auch ein wenig Tempo und sympathische Figuren braucht, um einen Film genießen zu können, der sollte von dem Werk lieber die Finger lassen.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Melancholia (Dänemark 2011)"
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