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Dezember 2018
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Noah

Noah

USA 2013 - mit Russel Crowe, Jennifer Connelly, Ray Winstone, Emma Watson, Sir Anthony Hopkins u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Noah
Genre:Abenteuer, Drama
Regie:Darren Aronofsky
Kinostart:03.04.2014
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 138 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.noah-derfilm.de
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Mit seinem Leidenschaftsprojekt "Noah" hat der gefeierte Filmemacher Darren Aronofsky schon lange, bevor auch nur eine Sekunde aus dem Film zu sehen war, für viel Diskussionen und Kontroversen gesorgt. Schließlich erhitzen religiös geprägte Stoffe leicht die Gemüter – besonders dann, wenn sich Jemand an einen Text aus der Bibel wagt und diesen dann nicht komplett werksgetreu inszeniert, sondern eine ganz eigene Interpretation abliefert. Und genau das macht Aronofsky mit "Noah". Er hält sich zwar einerseits eng an den Kern der biblischen Geschichte, in der die Erde dem Untergang geweiht ist und Noah (Russell Crowe) von Gott auserwählt wird, eine Arche zu bauen, um einen Neustart nach der kommenden Sintflut zu ermöglichen. Doch Aronofsky führt die Geschichte noch sehr viel weiter aus, füllt Lücken mit seinen eigenen Vorstellungen und versucht gleichzeitig das scheinbar Unmögliche – seine Version der biblischen Sintflut soll sowohl gläubige Zuschauer begeistern als auch solche, die mit Religion eher wenig am Hut haben.

Das wird ganz besonders in der Szene deutlich, in der Noah die Schöpfungsgeschichte erzählt. Während seine Stimme quasi als Voice Over Kommentar zu hören ist, zaubert Aronofsky eine rasante Bildkollage auf die Leinwand, die zeigen will, dass sich die Vorstellung von Religion und Wissenschaft durchaus miteinander verbinden lassen. Die Auffassung eines Schöpfers mit den Theorien der Evolution zu verbinden, ist ein sehr mutiger Schritt, den der Filmemacher aber durchaus gekonnt meistert. Er wird damit zwar garantiert Niemanden von seinen Überzeugungen abbringen können, aber er verdeutlicht dadurch immerhin, dass eine Koexistenz von mehreren Ansichten gerade in solch wichtigen, dabei aber höchst sensiblen Themen möglich ist.

Oberflächlich betrachtet mag diese Version von "Noah" fast schon wie ein Fantasy-Film anmuten. Es gibt Steinriesen und fremdartig aussehende Tiere, große Schlachten und zerstörerische Unwetter, alles umgesetzt mit großartigen Special Effects. Mit trockenem Religionsunterricht hat das freilich sehr wenig zu tun. Doch ein Blick unter die Oberfläche zeigt, dass Aronofsky das bildgewaltige Porträt eines Mannes geschaffen hat, der unter der Bürde, die ihm von seinem Schöpfer auferlegt wird, nahezu in den Wahnsinn getrieben wird, der aber trotzdem an seinem Glauben und an seinen Überzeugungen festhält. Auf der einen Seite gibt es immer wieder Aspekte, die deutlich machen, warum Noah und seine Frau auch nie nur einen Moment daran zweifeln, dass seine Visionen eine Botschaft des Schöpfers sein könnten. Die Hilfe der Steinriesen, die eigentlich gefallene Engel sind, die Art und Weise, wie aus der kargen Umgebung durch die Saat aus Eden, die Noah von seinem Großvater (Anthony Hopkins) erhält, plötzlich ein fruchtbares Stück Land wird, das alles bietet, was für den Bau der Arche benötigt wird, das Auftauchen der Tiere – all das sind sehr eindeutige Zeichen.

Gleichzeitig zeigt Aronofsky aber auch Zweifel daran auf, ob Noah die Botschaft, die ihm übermittelt wurde, auch tatsächlich richtig deutet. Und genau hierin liegt eine sehr wichtige Botschaft des Films: es gibt keine eindeutige Wahrheit. Die Auslegung von religiösen Texten ist immer auch eine Sache der eigenen Interpretation: Wie lässt es sich sonst erklären, dass die Einen von einem friedliebenden Gott predigen, während andere den gleichen Text dazu verwenden, um im Namen Gottes zu diskriminieren oder sogar zu töten? Am Beispiel Noahs wird deutlich, welche fatalen Folgen eine falsche Auslegung haben können. Und am Ende bleibt nur die Frage offen: zerbricht er fast an der Tatsache, dass er sich dieser falschen Auslegung bewusst geworden ist oder daran, dass er noch immer glaubt, dass seine Interpretation der Visionen die einzig richtige war und dass er deshalb versagt hat?

Ob es der eher actionlastigen Nebenhandlung mit Tubail-can (Ray Winstone) wirklich bedurft hätte, um die Botschaft des Films zu vermitteln, darf dagegen bezweifelt werden. Zu plakativ ist sein Porträt des überheblichen Menschen, der sich als die Krone der Schöpfung sieht und seine Bedürfnisse über alles andere stellt. Sicherlich, Winstones Leistung ist sehr gut und seine Figur bringt auch etwas Spannung ins Spiel. Doch wirklich notwendig ist er für den Film nicht. Gleiches könnte auch für Anthony Hopkins als Methusalah gesagt werden, zumal er nur sehr kurz in dem viel zu langen Film zu sehen ist. Doch wie er in einer wunderbaren Szene deutlich macht, dass die ganz große Schönheit unserer Welt manchmal auch im Kleinen liegen kann, gibt seiner Figur dann doch noch einen tieferen Sinn.

Keine Frage, an "Noah" werden sich die Geister scheiden, das lässt sich bei einer religiösen Thematik wie gesagt prinzipiell nicht verhindern. Auch Aronofskys mitunter etwas sperrige und langatmige Inszenierung ist garantiert nicht Jedermanns Sache. Was dem Film aber nicht abgesprochen werden kann, ist, dass er visuell absolut faszinierend umgesetzt ist (auch wenn die 3D Konvertierung absolut unnötig ist) und dass die Inszenierung sehr ambitioniert und in vielerlei Hinsicht auch sehr mutig ist. Alleine das macht dieses Werk absolut sehenswert! Alles andere ist das, was Religion eigentlich sein sollte: eine ganz persönliche Auffassung, die man nicht zwangsläufig teilen, aber auf jeden Fall respektieren sollte!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Noah (USA 2013)"
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