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Oktober November

Oktober November

Österreich 2013 - mit Nora von Waldstätten, Ursula Strauss, Peter Simonischek, Sebastian Koch, Johannes Zeiler u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Götz Spielmann
Kinostart:12.06.2014
Produktionsland:Österreich 2013
Laufzeit:ca. 114 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.mfa-film.de
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Vor Jahren hat die junge Schauspielerin Sonja (Nora von Waldstätten) ihrer Heimat, einem kleinen Dorf in den österreichischen Alpen, den Rücken gekehrt und ist nach Berlin gezogen. Dort hat sie scheinbar alles gefunden, was ihr in der Provinz gefehlt hat: eine aufregende Arbeit, Erfolg, Wohlstand. Doch als ihr Vater (Peter Simonischek) einen schweren Herzinfarkt erleidet und fortan ein Pflegefall ist, muss Sonja zurück nach Hause, um ihrer Schwester Verena (Ursula Strauss) dabei zu helfen, sich um den Vater zu kümmern. Doch Verena, die seit dem Unfalltot ihrer Mutter mit ihrer Familie im Elternhaus lebt und die Leitung des kleinen Hotels übernommen hat, ist wenig begeistert von dem Besuch ihrer berühmten Schwester. Zwischen den beiden Frauen gibt es noch unterdrückte Konflikte, die durch das Aufeinandertreffen wiederbelebt werden. Gleichzeitig werden sie gezwungen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob sie wirklich das Leben führen, von dem sie immer geträumt haben. Und dann gibt es auch noch ein Geheimnis, das ihr Vater unbedingt loswerden möchte, solange ihm die Zeit dafür bleibt… 

"Oktober November" ist die neueste Regiearbeit von Götz Spielmann, der für sein grandioses Thriller-Drama "Revanche" sogar für den Oscar nominiert wurde. Obwohl er für diese Familiengeschichte das Tempo noch einmal drosselt und zudem auf ein klar definiertes Handlungsgerüst verzichtet, ist "Oktober November" nicht weniger fesselnd und mitreißend, als der preisgekrönte Vorgänger. Dass das Drama diese Wirkung erzielen kann, ist mehreren Aspekten geschuldet. Da ist zum einen die sehr atmosphärische Bildsprache, die von Anfang an eine packende Grundstimmung aufbaut, der man sich nur sehr schwer entziehen kann. Zum anderen ist da das extrem intensive Spiel der Darsteller. Nora von Waldstätten verkörpert Sonja, die sich scheinbar emotional von ihrer Außenwelt komplett abgeschottet hat, faszinierend unterkühlt, wobei ihr Kokon im Verlauf des Films mehr und mehr Risse aufweist und dem Zuschauer so einiges von dem zerrissenen Innenleben dieser spannenden Figur offenbart.

Auf der anderen Seite ist da Verena, die sehr patent wirkt und scheinbar mit beiden Beinen fest im Leben steht. Doch Ursula Strauss zeigt mit ihrem starken Spiel auch die andere Facette von Verena. Es ist eine Seite, die sie vor ihrer Umwelt versteckt hält und die nur in Gegenwart ihrer heimlichen Affäre (Sebastian Koch) zum Vorschein kommt. Hier wird klar, dass sie voller unterdrückter Sehnsüchte steckt, voller enttäuschter Hoffnungen und voller Verletzlichkeit. Durch eine sehr authentisch wirkende Subtilität gelingt es Strauss, ihrer Figur eine emotionale Tiefe zu verleihen, die Verena auf den ersten Blick gar nicht zu besitzen scheint. Und schließlich ist komplettiert noch Peter Simonischek das den Film tragende Trio als sterbender Vater, der im Angesicht des Todes seinen Starrsinn und seine Härte verloren zu haben scheint. Die weiteren Schauspieler wie Sebastian Koch werden von den drei starken Hauptfiguren zwar ein wenig in den Hintergrund gedrängt, was ihre überzeugenden Leistungen allerdings kein bisschen schmälert.

"Oktober November" ist kein leichter Film. Gerade das letzte Drittel wird dominiert von einer geradezu erdrückenden Schwere. Doch gleichzeitig ist es diese Schwere, die das Drama so intensiv macht. Spielmann konfrontiert seine Figuren im Kleinen mit ganz großen, essentiellen Fragen, die er nicht auflöst, sondern an den Zuschauer weitergibt. Dadurch hat der Film eine enorme Nachwirkung, die sehr lange anhält und zum intensiven Nachdenken über ganz grundlegende Dinge unseres Daseins anregt. Ein toll gespieltes Kammerspiel vor bildgewaltiger Kulisse, das sich Liebhaber von herausfordernder Programmkinokost nicht entgehen lassen sollten. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Oktober November (Österreich 2013)"
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