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Pain & Gain

Pain & Gain

USA 2013 - mit Mark Wahlberg, Dwayne Johnson, Ed Harris, Anthony Mackie, Bar Paly, Tony Shalhoub u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Pain & Gain
Genre:Action, Komödie, Drama
Regie:Michael Bay
Kinostart:22.08.2013
Produktionsland:USA 2013
Laufzeit:ca. 130 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.painandgain-film.de
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Nachdem er bei seinem letzten "Transformers"-Film ein Budget von 195 Millionen Dollar verbraten durfte, hat sich Michael Bay dazu entschlossen, vor seiner nächsten teuren "Transformers"-Materialschlacht ein wesentlich preisgünstigeres Projekt einzuschieben, das ihm schon seit über zehn Jahren am Herzen liegt. Indem nicht nur er, sondern auch seine Hauptdarsteller Mark Wahlberg und Dwayne Johnson zugunsten einer Beteiligung am Einspielergebnis auf einen Großteil ihrer Gage verzichtet haben, konnte Bay nun endlich für gerade einmal 26 Millionen Dollar die wahre Geschichte einer Gruppe Bodybuilder verfilmen, die in den 1990ern mit Entführung, Erpressung, Raub und Mord in Miami für Furore gesorgt haben.

Basierend auf einer Artikelreihe, die Pete Collins 1999 in der "Miami New Times" veröffentlicht hat, erzählt "Pain & Gain" von dem wegen Betruges vorbestraften Personal Trainer Daniel Lugo (Wahlberg), der einfach nicht einsehen will, dass er keinen echten Erfolg hat, obwohl er so viel Arbeit und Ehrgeiz in seinen Körper steckt. Ein arroganter, schmieriger Typ wie sein Kunde Victor Kershaw (Tony Shalhoub) dagegen hat Millionen. Das ist einfach nicht gerecht. Und darum beschließt Daniel eines Tages, dass er Kershaw alles wegnehmen möchte, was dieser besitzt. Gemeinsam mit seinem durch Steroide impotent gewordenen Kollegen Adrian Doorbal (Anthony Mackie) heckt Daniel einen Plan aus, der in seinen Augen narrensicher ist. Bei der Umsetzung soll ihnen der gerade aus dem Knast entlassene Paul Doyle (Dwayne Johnson) helfen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelingt es dem Trio tatsächlich, den Millionär zu entführen und sich sein Vermögen unter den Nagel zu reißen. Zu dumm nur, dass er seinen Personal Trainer an dessen markanten Eau de Toilette erkennt. Der Versuch, Kershaw zu töten und das Ganze wie einen Selbstmord aussehen zu lassen, schlägt fehl – und dennoch scheinen Daniel, Adrian und Paul mit ihrem Coup durchzukommen. Denn die Polizei will dem gequälten und verwirrten Millionär kein Wort davon glauben, dass ihn drei Bodybuilder entführt und um sein Vermögen gebracht hätten. Doch so leicht gibt sich Victor nicht geschlagen…

Man merkt "Pain & Gain" deutlich an, dass es Michael Bay richtig genossen hat, sich endlich einmal nicht um Familientauglichkeit und politische Korrektheit kümmern zu müssen. Da das meiste Geld, was auf dem Spiel stand, ohnehin sein eigenes war, konnte er sich so richtig austoben, was sich auf der Leinwand dann auch in Form von der für ihn typischen überzogenen Ästhetik, völlig überdrehtem Humor und beinahe schon an Slapstick grenzender Gewaltdarstellung äußert. Gerade zu Beginn funktioniert das richtig gut. Denn hier erzählt er die Geschichte mit regelrecht satirischen Seitenhieben auf den amerikanischen Traum. Doch die bissigen und sogar cleveren Momente weichen immer öfter platten Gags, die vornehmlich unterhalb der Gürtellinie angesiedelt sind. Zudem verliert sich Bay wieder und wieder in Zeitlupenaufnahmen, Bildern von schönen Körpern und  überdrehten Comedy-Einlagen, welche die Grundessenz der Geschichte extrem verwässern.

Zwar versucht Bay mit aller Macht zu verhindern, dass die drei Bodybuilder sympathisch erscheinen. Doch da er sie doch sehr zu Witzfiguren degradiert, wirkt das gerade den Opfern der Drei und deren Angehörigen gegenüber recht respektlos. Denn auch wenn die wahre Geschichte absolut skurril klingt, wirklich zum Lachen ist sie nicht. Dass Bay daraus dann eine sehr schrille Actionkomödie gemacht hat, hinterlässt dann doch einen etwas fahlen Beigeschmack. Unterhaltsam ist das Ganze trotz einiger grenzdebiler Einlagen zwar schon, aber angesichts der realen Hintergründe hätte der Film einfach besser funktioniert, wenn Bay den im Ansatz erkennbaren satirischen Unterton sehr viel deutlicher hervorgehoben hätte.

Wenn Ex-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson in einer Gefängnisszene auf einen alten WWE-Rivalen trifft oder sich Mark Wahlberg einen kleinen Seitenhieb auf seine Anfänge als Calvin Kline Unterwäschemodel erlaubt, wenn "Hangover"-Star Ken Jeong einen völlig überzogenen, dabei aber leider überhaupt nicht realitätsfernen Auftritt als Motivationstrainer Johnny Wu abliefert oder Daniel seinen neuen, wohlhabenden Nachbarn ein Sicherheitstraining der besonderen Art präsentiert, dann zeigt der Film immer wieder Potential, das am Ende aber zu selten genutzt wird. Ein paar sehr nette und auch lustige Momente, das mitunter überzogen selbstironische Spiel der Darsteller und der stimmige Soundtrack trösten zwar ein wenig über die flachen Momente und den etwas unentschlossen wirkenden Grundton der Inszenierung hinweg. Doch am Ende ist das angesichts der vielen Schwachpunkte einfach zu wenig, um einen wirklich positiven Eindruck hinterlassen zu können.

Wer eine überdrehte Gaunerkomödie mit derbem Humor und geleckter Michael Bay Optik erwartet und auf dramaturgischen Tiefgang und clevere, subtil servierte Gags verzichten kann, dem wird "Pain & Gain" gerade in der ersten Stunde richtig gute Unterhaltung bieten. Alle anderen sollten diese Testosteron-Bombe eher mit Vorsicht genießen. Daher gibt es auch nur mit deutlichen Abstrichen noch ein: Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Pain & Gain (USA 2013)"
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