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Paradies: Hoffnung

Paradies: Hoffnung

Österreich/Deutschland/Frankreich 2013 - mit Melanie Lenz, Joseph Lorenz, Michael Thomas, Verena Lehbauer, Vivian Bartsch ...

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Ulrich Seidl
Kinostart:16.05.2013
Produktionsland:Österreich/Deutschland/Frankreich 2013
Laufzeit:ca. 91 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.neuevisionen.de
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In "Paradies: Hoffnung", dem dritten und letzten Teil seiner "Paradies"-Trilogie, erzählt Regisseur Ulrich Seidl die Geschichte von Melanie (Melanie Lenz), der Tochter von Teresa ("Paradies: Liebe") und Nichte von Anna Maria ("Paradies: Glaube"). Während ihre Mutter Urlaub in Kenia macht und ihre Tante mit einer Wandermuttergottes-Statue durch Wien zieht, soll das übergewichtige Mädchen seine Ferien in einem Diätcamp auf dem Land verbringen. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird Melanie klar, was sie hier erwartet: anstrengende Übungen in der Turnhalle, gesundes und stark reduziertes Essen und umfassende ärztliche Untersuchungen. Richtig angenehm klingt das nicht. Doch nachdem sich Melanie mit ihren drei Zimmergenossinnen und besonders mit der etwas älteren Verena (Verena Lehbauer) anfreundet, sieht die Welt schon wieder etwas besser aus. Doch dann geschieht etwas, was Melanies Gefühlswelt komplett durcheinanderbringt: sie verliebt sich ausgerechnet in den über 40 Jahre älteren Diätarzt (Joseph Lorenz) und träumt von der ersten großen Liebe. Auf ihre noch vollkommen unschuldige Art versucht sie, ihn zu verführen, worauf er zunächst überhaupt nicht zu reagieren scheint…

Wie schon in den beiden Vorgängern steht auch in "Paradies: Hoffnung" wieder eine weibliche Hauptfigur auf der Suche nach ihrem ganz eigenen Paradies im Mittelpunkt der Geschichte. Auf seine ganz eigene Art erzählt Ulrich Seidl von Melanies erster Liebe, wobei sein mitunter fast dokumentarisch anmutender Stil und die offensichtlich improvisierten Dialoge auch hier wieder komplett gegen die gängigen Sehgewohnheiten ausgerichtet sind. Was bei diesem Film aber auffällt, ist, dass Seidl weitgehend darauf verzichtet, zu provozieren. Statt auf Szenen wie die Freiluft-Orgie in "Paradies: Glaube" setzt Seidl hier stärker auf unaufdringliche Satire und stilles Drama.

Das ist dieser Geschichte einerseits absolut angemessen, da es sich bei den meisten Protagonisten des Films ja um minderjährige Mädchen und Jungen handelt. Auf der anderen Seite offenbart diese für Seidls Verhältnisse sehr zurückhaltende Inszenierung noch deutlicher die Langsamkeit, die all seinen Filmen innewohnt. Und die wirkt eben auf einige Zuschauer schnell auch mal langweilig. Sicherlich wird schnell klar, worauf Seidl mit seinen Geschichten hinaus will. Doch der Weg, den er dafür immer wieder wählt, ist trotz seiner Lebensnähe und seiner durchaus lobenswerten Unverfälschtheit sehr gewöhnungsbedürftig und für ungeübte Zuschauer einfach zu sperrig, um wirklich funktionieren zu können.

Seidls "Paradies"-Trilogie ist zweifelsohne ein interessantes und ambitioniertes Projekt, dass der Regisseur mit "Paradies: Hoffnung" auf beinahe schon überraschend zurückhaltende Art abschließt. Doch es kommt in allen drei Filmen immer wieder das Gefühl auf, dass sich der Regisseur mit seinen Ambitionen selbst im Weg steht und seine an sich nicht unwichtigen Geschichten derart sperrig erzählt, dass sie sich nur einem kleinstmöglichen Publikum erschließen, anstatt sie etwas zugänglicher zu machen und ihnen so auch außerhalb der Feuilleton-Gemeinde die Aufmerksamkeit zu ermöglichen, die sie im Kern eigentlich verdient hätten. Und so gilt am Ende auch für diesen dritten Film: nur wer die Arbeit von Ulrich Seidl schätzt und sich auf seinen ganz eigenen Stil einlassen kann, dem kann auch "Paradies: Hoffnung" wieder empfohlen werden.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Paradies: Hoffnung (Österreich/Deutschland/Frankreich 2013)"
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