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Juni 2019
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Paulista – Geschichten aus São Paulo

Paulista – Geschichten aus São Paulo

Brasilien 2010 - mit Silvia Lourenco, Danni Carlos, Paulo Vilhena, Maria Clara Spinelli, Fábio Herford u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Quanto Dura O Amor?
Genre:Drama
Regie:Roberto Mareira
Kinostart:14.03.2013
Produktionsland:Brasilien 2010
Laufzeit:ca. 83 Min.
FSK:ab 12 Jahren
Webseite:www.bildkraft.biz
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Auf der Avenida Paulista mitten im Herzen von São Paulo pulsiert das Leben. Einer der Gründe, warum es die junge Schauspielerin Marina (Silvia Lourenco) aus der Provinz in die Millionenmetropole getrieben hat. Hier hofft sie darauf, endlich ihre Karriere vorantreiben zu können. Doch als sie die Sängerin Justine (Danni Carlos) kennenlernt, lernt sie auch noch ganz neue und ungeahnte Leidenschaften kennen.

Ähnlich ergeht das auch der Scheidungsanwältin Suzana (Maria Clara Spinelli), bei der Marina zur Untermiete eingezogen ist. Bislang hatte die junge Frau in ihrer Wohnung im Hochhaus auf der Avenida Paulista  ein eher zurückgezogenes und karriereorientiertes Leben mit ihren beiden Katzen geführt. Doch jetzt wird ihr von ihrem attraktiven Kollegen Gil (Gustavo Machado) der Hof gemacht, eine für Suzana erst ungewöhnliche, aber dann durchaus reizvolle Erfahrung. Doch leider gibt es da noch ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, das eine ernsthafte Beziehung mit Gil unmöglich machen könnte.

Beziehungsprobleme hat auch der ebenfalls in dem Hochhaus lebende Schriftsteller Jay (Fábio Herford). Denn er ist unsterblich in die Prostituierte Michelle (Leilah Moreno) verliebt und würde so gerne all seine Gedanken, seine Träume und sein Leben mit ihr teilen. Doch Michelle will nur sein Geld. Für sie ist Jay nur ein Kunde, ein Umstand, den der Schriftsteller unbedingt zu ändern wünscht. Doch dafür bedarf es des perfekten Geschenks. Marina, Jay und Suzana – drei Menschen, deren Wege sich zufällig kreuzen und die doch eines verbindet: die Suche nach Liebe und nach der Erfüllung ihrer Träume. Und dafür müsste doch eine Stadt wie São Paulo geradezu geschaffen sein…

"Paulista – Geschichten aus São Paulo" ist eine einnehmende Großstadtballade, die ein im Kino noch recht unverbrauchtes Gesicht der brasilianischen Millionenmetropole zeigt. Während viele andere Filmemacher ihre Geschichten eher in den Favelas ansiedeln und damit die Probleme in den riesigen Armenvierteln in den Mittelpunkt stellen, bewegt sich Roberto Moreira bewusst aus dieser Region der Stadt weg zu einer Mittelschicht, deren Wünsche, Sorgen, Leidenschaften und Probleme eben nicht direkt von ihrer Umgebung bestimmt sind und somit für ein breiteres Publikum zugänglich sind.

Das, was Marina, Suzana und Jay erleben, könnte in dieser oder ähnlicher Form auch in vielen anderen Großstädten passieren, ganz gleich, ob in London, Paris, New York oder Berlin. Ihre Geschichten sind universell und dadurch auch in gewisser Hinsicht nachvollziehbar. Eingetaucht in stimmungsvolle Bilder und untermalt von einem mitreißenden Soundtrack wird der Zuschauer von der so aufgebauten Atmosphäre regelrecht in den Sog von Sehnsüchten hineingezogen, was den Film eine überzeugende Glaubwürdigkeit und Kraft verleiht.

Dem steht eigentlich nur ein echtes Problem entgegen. So sehr es Moreira auch gelingt, das Handeln der Figuren nachvollziehbar zu machen, so sehr bleiben doch ihre eigentlichen Motive im Dunkeln. So nimmt man Jay etwa ab, dass er in Michelle verliebt ist und um jeden Preis ihr Herz gelingen will. Warum es aber ausgerechnet sie sein muss, die ihm zumindest im Film nie das Gefühl gibt, dass er mehr für sie ist, als nur ein Kunde, ist nicht wirklich ersichtlich. Auch wird deutlich, dass Marina dem Charisma von Justine verfällt. Doch warum ein Blick und ein bestimmter Song dafür ausreichen, ist nur bedingt nachvollziehbar. Das nimmt den Geschichten ein wenig von der emotionalen Tiefe, die es dem Zuschauer erlaubt, sich mit den Figuren zu identifizieren.

"Paulista – Geschichten aus São Paulo" wird dadurch zwar noch längst nicht zu einem schlechten Film, verliert aber doch spürbar von der potentiellen Kraft, die in den Bildern, der Musik und den an sich sehr wirklichkeitsnahen Geschichten steckt, denen Mareira zudem auch keinen klaren Abschluss gönnt. Am Ende fühlt man sich ein wenig in der Luft hängen gelassen, was allerdings in gewisser Weise auch wieder nur konsequent ist. Denn das Leben bietet eben nicht immer ein klares und glückliches Ende, sondern besteht aus einer Anreihung von schönen, aber auch traurigen Momenten, die letztendlich nur kleine Schritte auf einem viel größeren Weg sind. Und Mareira zeichnet eben nicht den großen Weg seiner Charaktere nach, sondern liefert nur eine kurze Momentaufnahme mit all ihren Höhen und Tiefen. Wer sich trotz der kleineren Schwächen darauf einlassen kann und wer sich für brasilianisches Arthauskino der erfrischend anderen Art interessiert, dem kann dieses Großstadtdrama auf jeden Fall ans Herz gelegt werden. Sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

Media:

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Kino Trailer zum Film "Paulista – Geschichten aus São Paulo (Brasilien 2010)"
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