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August 2018
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Picco

Picco

Deutschland 2009 - mit Constantin von Jascheroff, Joel Basman, Frederick Lau, Martin Kiefer u.a

Filminfo

Genre:Drama
Regie:Philip Koch
Kinostart:03.02.2011
Produktionsland:Deutschland 2009
Laufzeit:ca. 108 Min.
FSK:ab 16 Jahren
Webseite:www.picco-derfilm.de
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Alptraum Jugendknast: Kevin (Constantin von Jascheroff) muss am eigenen Leib erfahren, was das bedeutet. Er ist der Neue, ein "Picco", der von seinen Mithäftlingen zunächst einmal bei jeder sich bietenden Gelegenheit fertig gemacht wird, sowohl körperlich, als auch psychisch. Besonders mit seinen Zellengenossen Marc (Frederick Lau), Tommy (Joel Basman) und Andy (Martin Kiefer) gerät Kevin immer wieder aneinander. Doch er lernt sich den Gegebenheiten anzupassen, lernt die Regeln des Knasts. Er weiß, dass er sich nicht auf die Wärter oder die Psychologin verlassen kann. Und es scheint bald so, als würde Kevin seinen Aufenthalt hinter Gittern überstehen, ohne seinen Glauben an das Gute im Menschen zu verlieren. Doch eine Nacht wird das Leben von Kevin und seinen Zellengenossen für immer verändern…

Sicherlich, "Picco" beeindruckt mit seiner beklemmenden Atmosphäre und seinen überzeugenden Darstellern. Dass die Geschichte bereits sehr ähnlich, wenngleich auch handwerklich etwas weniger effektiv, von Uwe Boll in "Siegburg" erzählt worden ist, wirkt sich daher auch kaum negativ auf den Gesamteindruck aus. Die Authentizität, mit der Autor und Regisseur Philip Koch die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte in Szene gesetzt hat, ist bedrückend und erschreckend zugleich. Die vier Hauptdarsteller liefern allesamt großartige Leistungen ab.

Und trotzdem fällt es schwer, diesen Film weiter zu empfehlen. Sicherlich, Kochs Ambitionen sind lobenswert. Er hat ein Werk inszeniert, das bewusst weh tun soll, das zeigen soll, dass diese Jugendlichen Opfer einer Gesellschaft sind, die aus ihnen von Wut und Frustration erfüllte Menschen gemacht hat. Die schonungslose Gewaltdarstellung, die psychische und körperliche Folter, die hier gezeigt wird, ist regelrecht spürbar. Und genau hier liegt das Problem: denn auch, wenn es durchaus Kinobesucher gibt, die nicht nur Wohlfühlfilme und leichte Schonkost sehen wollen und sich gerne auch an schwere Herausforderungen wagen, dürfte es ein Film, der von der ersten Minute an die Stimmung in den Keller zieht und dann munter auf den Zuschauer eindrischt, wenig Chancen haben, ein breites Publikum zu finden.

Das soll nicht heißen, dass "Picco" schlecht wäre. Nein, er ist einfach zu authentisch, zu pessimistisch und für Zartbesaitete einfach zu brutal, um das Publikum zu finden, das diese Thematik an sich verdient hätte. Denn alleine die Diskussion darüber, ob die jugendlichen Straftäter tatsächlich nur Opfer der Gesellschaft sind, oder ob sich das überhaupt so pauschal sagen lässt und nicht doch zahlreiche andere Faktoren dazu beitragen, dass so viele junge Menschen gewaltbereit und kriminell werden, macht "Picco" zu einem wichtigen Film.

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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