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Pride

Pride

Großbritannien 2014 - mit George MacKay, Ben Schnetzer, Paddy Considine, Imelda Staunton, Bill Nighy, Liz White u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Pride
Genre:Komödie, Drama
Regie:Matthew Warchus
Kinostart:30.10.2014
Produktionsland:Großbritannien 2014
Laufzeit:ca. 120 Min.
FSK:ab 6 Jahren
Webseite:www.pride.senator.de
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Großbritannien im Sommer 1984: Seit Monaten führen Berg- und Minenarbeiter im ganzen Land einen erbitterten Arbeitskampf gegen die Politik von Margaret Thatcher. Doch die Premierministerin lässt sich von der Arbeitsniederlegung nicht einschüchtern. Sie hält stur an ihrer Politik fest und lässt die Polizei mit ganzer Härte gegen die Streikenden vorgehen. Was die verzweifelten Arbeiter gerade durchmachen, kann eine andere Gruppe nur allzu gut nachvollziehen. Denn auch die Schwulen- und Lesbenszene Großbritanniens leidet und Thatcher, weshalb der junge Aktivist Mark Austin (Ben Schnetzer) auf die Idee kommt, sich mit den Streikenden zu solidarisieren. Tatsächlich gelingt es Mark und seiner kleinen Gruppe von Mitstreitern, jede Menge Geld zu sammeln. Doch die Versuche, dieses Geld an die streikenden Gewerkschaften weiterzuleiten, schlagen fehl. Von Schwulen und Lesben wollen sie auch in großer Not kein Geld annehmen. Einzig in einem kleinen Bergarbeiterstädtchen in Wales ist man scheinbar aufgeschlossener. Immerhin kommt Kontakt zu dem Gemeindevorstand Dai (Paddy Considine) auf, der nach einem kurzen Besuch in London seine sehr ungewöhnlichen Mitstreiter kurzerhand nach Onllwyn einlädt. Doch als Mark und der Rest der LGSM (Lesbians and Gays Support the Miners) in dem Dörfchen ankommen, müssen sie feststellen, dass sie auch hier nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen werden. Doch so leicht werden sie ihren Kampf um Gerechtigkeit und Respekt nicht aufgeben – und damit werden sie am Ende sogar Geschichte schreiben…

"Pride" ist ein Film, wie er nur aus Großbritannien kommen kann: eine Sozialkomödie, die an sich sehr triste und schwierige Themen auf eine ergreifende, aber auch wunderbar leichtfüßige Art erzählt, so dass am Ende perfektes Wohlfühlkino mit einer guten Botschaft herauskommt. Anstatt sich in Betroffenheit zu suhlen, setzt Regisseur Matthew Warchus auf warmherzigen Humor, wunderbare Dialoge und liebenswert schrullige Figuren. Dabei schafft er das Kunststück, die Probleme, die in der auf wahren Ereignissen basierenden Geschichte angesprochen werden, weder zu verharmlosen, noch sie dramaturgisch oder emotional aufzublähen. Obwohl einige Charaktere etwas überzeichnet sein mögen, so wirken sie allesamt sehr authentisch und liebenswert. Dadurch wachsen sie dem Zuschauer ganz schnell ans Herz, man fühlt mit ihnen und hofft, dass es ihnen gelingen wird, die Mauern in den Köpfen ihrer Mitmenschen einzureißen. So steigt die emotionale Wirkung des Films deutlich an, wobei Warchus gekonnt auf der ganzen Gefühlspalette seiner Zuschauer spielt.

Man kann hier immer wieder herzhaft lachen, doch in einigen Szenen übernimmt auch die Wut an so grenzenlose und offensichtliche Ungerechtigkeit die Oberhand. Und im letzten Drittel könnte es auch durchaus passieren, dass hier die eine oder andere Träne verdrückt wird. Ganz in der Tradition von Filmen wie "Ganz oder gar nicht" oder "Billy Elliot" schafft es auch "Pride", gesellschaftliche Probleme aufzuzeigen, ohne dabei den Unterhaltungswert aus den Augen zu verlieren. Matthew Warchus hat so ein weiteres Beispiel dafür geschaffen, dass ein Film Spaß machen kann, dabei aber auch eine wichtige Botschaft vermitteln kann und dem Zuschauer trotzdem wunderbare Momente zum Schmunzeln und Lachen schenken darf.

Getragen wird die schöne Geschichte des Films von einem ganz großartigen Ensemble, das sowohl aus Veteranen wie Bill Nighy, Imelda Staunton oder Paddy Considine, als auch aus jungen, unverbrauchten Gesichtern wie George Mackay und Ben Schnetzer besteht. Die Darsteller harmonisieren perfekt miteinander und verleihen ihren Figuren eine extrem einnehmende Wärme, die sich ganz schnell auch auf das Publikum überträgt. Und so entsteht dann dieser ganz besonders schöne Wohlfühl-Effekt, der "Pride" so sehenswert macht.

Doch die Komödie ist nicht nur einfach ein schöner, sondern auch ein extrem wichtiger Film. Denn was die Truppe um Mark Austin und die streikenden Bergarbeiter aus Wales durch das Überwinden von Vorurteilen, durch Toleranz und durch Solidarität gemeinsam geschafft haben, ist absolut beeindruckend. Da soziale Ungerechtigkeit, Intoleranz und Angst vor allem, was anders oder fremd ist, leider immer noch sehr aktuelle Themen sind, sollten die Aktivisten von LGSM und der streikenden Arbeitergesellschaft aus den 80ern auch der heutigen Gesellschaft ein Vorbild sein. Und deshalb gibt es für den extrem hohen Unterhaltungswert und die wichtige Botschaft ein ganz klares: Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Pride (Großbritannien 2014)"
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