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Mai 2018
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Renoir

Renoir

Frankreich 2012 - mit Michel Bouquet, Christa Théret, Vencent Roittiers u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Originaltitel:Renoir
Genre:Drama
Regie:Gilles Bourdos
Kinostart:07.02.2013
Produktionsland:Frankreich 2012
Laufzeit:ca. 112 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.renoir-derfilm.de/
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Während das ganze Land unter dem 1. Weltkrieg ächzt, lebt der alternde Maler Auguste Renoir (Michel Bouguet) zurückgezogen auf seinem Anwesen an der Côte d`Azur. Obwohl seine Hände von Altersarthritis verkrümmt sind, denkt Renoir gar nicht daran, mit dem Malen aufzuhören. Umgeben von zahlreichen Frauen, die sich liebevoll um ihn kümmern, sucht der alte Mann in seiner Kunst einen Weg, den Tod seiner Frau und die Angst um seinen im Krieg kämpfenden Sohn Jean (Vincent Rottiers) zu verarbeiten. Die junge Andrée (Christa Theret) soll Renoir mit ihrer Schönheit und ihrer Unbekümmertheit als neue Muse dienen. Die gemeinsame Arbeit lässt den Maler regelrecht aufblühen und er scheint sogar wieder so etwas wie Lebensfreude zu empfinden. Als Jean verletzt aus dem Krieg nach Hause zurückkehrt, erliegt auch er bald der Faszination, die Andrée ausstrahlt. Er glaubt, in ihr eine verwandte Seele gefunden zu haben, an deren Seite er aus dem übergroßen Schatten seines Vaters heraustreten könnte. Doch dann neben die Ereignisse eine dramatische Wendung und Jeans Traum droht jäh zu zerplatzen…

Gilles Bourdos "Renoir" ist ein sehr ruhig und bedächtig erzähltes Drama, das seinen besonderen Reiz nicht nur aus seiner im wahrsten Sinne des Wortes malerischen Bildsprache erhält. Auch das Gegenüberstellen von Gegensätzen, das eines der Zentralmotive des Films ist, verleiht dem Ganzen trotz seiner extremen Langsamkeit eine gewisse Spannung. Hier stehen sich Alter und Jugend gegenüber, Schönheit und Vergänglichkeit, aber auch die Kunstformen Malerei und Kino. Der Film ist somit mehr als nur ein Porträt des alternden Impressionisten Auguste Renoir und des zukünftigen Filmemachers Jean Renoir. Er zeigt auch, wie die Zuneigung zu Andrée diese beiden nicht nur künstlerisch unterschiedlichen Persönlichkeiten auf einer ganz besonderen Ebene verbindet.

Die aus der französischen Originalversion der Teenager-Komödie "LOL" bekannte Christa Theret erweist sich dabei als perfekte Besetzung für die junge Muse der beiden Männer. Nicht nur äußerlich ist die sinnliche Rothaarige als Inbegriff für Jugend und Unbekümmertheit ein echter Glücksgriff für den Film. Auch ihr Spiel macht es durchaus nachvollziehbar, dass der von Alter, Krankheit und Trauer gezeichnete Maler durch ihre Gegenwart wieder aufblüht und dass der von dem Schrecken des Krieges erschütterte Sohn durch ihre Unbekümmertheit die Schönheit des Lebens wieder entdeckt.

"Renoir" lebt weniger von seinen Dialogen, als von seinen Bildern. Der Film wird bestimmt von langen Momenten fast kompletter Stille, in denen die Kamera des Taiwanesen Mark Ping Bing Lee in der bezaubernden Landschaft Südfrankreichs schwelgt oder genussvoll, aber stets künstlerisch und nicht voyeuristisch die verführerische Nacktheit von Christa Theret zelebriert. Bourdos versucht, mit seiner Bildsprache sowohl dem Werk des Vaters, als auch dem des Sohnes Renoir gerecht zu werden und dem Zuschauer die Welt quasi durch die Augen dieser zwei großartigen Künstler zu zeigen.

Das ist visuell wirklich sehr betörend und wunderschön. Dramaturgisch ist der Film dagegen etwas dünn. Die Geschichte bietet gerade Zuschauern, die sich ein wenig mit der Biografie der Künstler auskennen, keine wirklichen Überraschungen. Zudem wird sie so behäbig erzählt, dass in solchen Momenten, in denen nicht die schönen Bilder ihren Zauber verbreiten können, durchaus ein sehr zäher Eindruck aufkommen kann. Gerade Zuschauer, die im französischen Arthauskino eher ungeübt sind, könnten durch die fast vollständig auf echte Höhepunkte verzichtende Inszenierung von dem Film schnell gelangweilt sein.

Wer sich aber gerade von den Bildern von Auguste Renoir verzaubern lassen kann, der wird auch in der Bildsprache dieses Films eine ähnliche Magie entdecken können. Das starke Spiel der Darsteller unterstützt den positiven Eindruck, der für solche Zuschauer entsteht, dann noch zusätzlich und macht aus diesem kleinen, stillen Drama ein großes, intensives Seherlebnis. Und für diese Zuschauer gilt dann auch: trotz einiger Längen absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Renoir (Frankreich 2012)"
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