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Rico, Oskar und die Tieferschatten

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Deutschland 2014 - mit Anton Petzold, Juri Winkler, Karoline Herfurth, Axel Prahl, Ronald Zehrfeld u.a

Die Frankfurt-Tipp Bewertung:

Filminfo

Genre:Kinderfilm, Abenteuer, Komödie
Regie:Neele Vollmar
Kinostart:10.07.2014
Produktionsland:Deutschland 2014
Laufzeit:ca. 96 Min.
FSK:ab 0 Jahren
Webseite:www.ricoundoskar-derfilm.de
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Rico (Anton Petzold) ist etwas anders als die anderen Kinder. Rico ist tiefbegabt. Er braucht eben etwas länger, bis er gewisse Dinge begreift und holt sich Hilfe von seinem tragbaren Aufnahmegerät, um sich den Weg zum Supermarkt oder zur nächsten Eisdiele zu merken. Doch auf seine ganz spezielle Art sieht Rico dann auch das Besondere in Dingen, die andere Menschen einfach übersehen. Und so kann dann auch mal eine Nudel etwas ganz Spannendes sein. Als ihn die Suche nach einer eben solchen Fundnudel mit dem hochbegabten Oskar (Juri Winkler) zusammenführt, ist das der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft und eines gefährlichen Abenteuers. Denn Oskar wird das neueste Opfer des mysteriösen Entführers, den alle nur Mister 2000 nennen. Und Rico muss nun ganz alleine herausfinden, wer der geheimnisvolle Schurke ist und wo er seinen neuen besten Freund versteckt hält. Ob ihm das ohne die hilfreichen Ratschläge seiner Mutter (Karoline Herfurth) und ohne Oskars blitzschnelle Kombinierungsgabe gelingen wird?

Die ersten Minuten der Verfilmung des beliebten Kinder- und Jugendromans "Rico, Oskar und die Tieferschatten" lassen nicht gerade Gutes erhoffen. Nach einem liebevoll animierten Vorspann, der die Brücke zwischen den Zeichnungen im Buch und der Filmversion schlagen soll, folgt eine Szene, in der Rico mit seiner Mutter beim Bingo-Spiel zu sehen ist. Hier lernt der Zuschauer Ellie Wandbeck, die Chef-Bingotrommeltante, kennen, die im zweiten Buch – und somit auch im bereits angekündigten zweiten Film – eine zentrale Rolle spielt. Verkörpert wird diese Figur von Katharina Thalbach, die derzeit gefühlt in fast jedem deutschen Kinderfilm zu sehen oder zu hören ist und trotz der verschiedenen Rollen irgendwie immer ähnlich zu spielen scheint – immer etwas abgedreht, überzogen und albern, so wie es Kinder eben mögen. Doch langsam wirkt die Besetzung eines Charakters wie Ellie Wandbeck mit Katharina Thalbach nur noch einfallslos, weshalb befürchtet werden darf, dass auch der Rest des Films auf Nummer sicher geht und sich streng an das Erfolgsrezept von "Hanni & Nanni", "Fünf Freunde" und ähnlichen kommerziell erfolgreichen, aber eher seelenlosen Kinderfilmen hält.

Doch das ist zum Glück nicht der Fall. Regisseurin Neele Vollmar ("Maria, ihm schmeckt`s nicht") hat mit ihren Drehbuchautoren den Geist der Buchvorlage sehr gut eingefangen und mit einigen sehr schönen eigenen Ideen angereichert. Dabei wurde eben nicht Wert auf das gelegt, wovon einige Marketingexperten glauben, dass Kinder es toll finden. Vielmehr wird die Zielgruppe hier ganz offensichtlich verstanden und ernst genommen. Deshalb ist der Humor auch nicht extrem einfach gehalten und beschränkt sich nicht auf übertrieben trottelig agierende Erwachsene oder pupsende Tiere, sondern darf auch mal etwas unangepasster, schräger und politisch unkorrekter sein. So entsteht wie schon in der erfolgreichen Buchvorlage der Eindruck, dass die Welt hier wirklich durch Kinderaugen gesehen wird.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, wobei sowohl die Kinder, als auch die Erwachsenen allesamt Ecken und Kanten haben – und genau dadurch extrem sympathisch und menschlich wirken. Neben dem Humor und der angenehm klischeefreien Charakterzeichnung hat der Film aber auch noch jede Menge Spannung zu bieten, die aus der Geschichte gerade in der zweiten Hälfte ein aufregendes Abenteuer macht. Dabei ist es Vollmar sehr gut gelungen, alle Bewohner des Hauses in der Dieffenbachstrasse 93 so zu zeichnen, dass sie theoretisch Mister 2000 sein könnten. Doch auch wer das Buch und damit die Auflösung schon kennt, braucht nicht zu befürchten, dass der Film langweilig wird. Gerade die Szene, in der sich Rico auf die nächtliche Suche nach Oskar macht, ist sehr spannend umgesetzt. Auch wenn ich schon seit einigen Jahren nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, war mir spätestens in dieser Szene klar, dass ich den Film als Kind richtig toll gefunden hätte.

"Rico, Oskar und die Tieferschatten" ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein guter Kinderfilm aussehen kann, wenn nicht auf die einfachen, offensichtlichen Lacher gesetzt wird und die Inszenierung nicht in jeder Minute auf Nummer sicher geht. Wie der für seine Bücher ausgezeichnete Autor Andreas Steinhöfel haben auch Neele Vollmar und ihr Team eine amüsante und spannende Geschichte umgesetzt, die Kinder, ihren Blick auf die Welt mit all ihren Ängste und ihren Freuden wirklich zu verstehen scheint. Von den beiden jungen Hauptdarstellern Anton Petzold und Juri Winkler großartig gespielt, ist das Ganze am Ende toller Film für Zuschauer von 6 – 14 Jahren, aber auch für Alle, die im Herzen jung geblieben sind. Absolut sehenswert!

Ein Artikel von Sebastian Betzold

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Kino Trailer zum Film "Rico, Oskar und die Tieferschatten (Deutschland 2014)"
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